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Die Annexion der DDR

Die Annexion der DDR fußt auf in 50ern ausgearbeiteten Plan

1990 war der Zeitpunkt für die BRD gekommen, den schon in den 1950ern und 1960ern ausgearbeiteten und in den 1980ern noch einmal überarbeiteten Plan über “die bei der Wiedervereinigung notwendigen Sofortmaßnahmen” anzuwenden.

Dieser Fakt widerlegt die von Politik und Presse zur Rechtfertigung des Scheiterns von “Aufbau Ost” genutzten Erklärung, man hätte ja so schnell kein vernünftiges Konzept haben können.

Dass unser “Volkseigentum” durch die Treuhand schlussendlich zu 85% an Westdeutsche und zu weiteren 10% an andere Nationen verkauft wurde und wir damit im Prinzip unseres kompletten Eigentums, aber auch unserer Kulturgüter beraubt worden sind, was Unterdrückung, Kolonialisierung und Annexion bedeutet, ist euch vielleicht schon bekannt.
(Anmerkung: diese Zahlen sind veraltet, nur noch 1% des Volksvermögens sind heute im Besitz von Ostdeutschen Bürgern)

Vorbereitet wurde es ursprünglich durch ein Konzept aus den 1950ern. Am 12. Oktober 1952 wurde mit Beschluss der Adenauer-Regierung der “Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands” gegründet mit der oben genannten Aufgabe.

Vorsitzender des Beirates wurde Dr. Friedrich Ernst. Dieser wurde 1935 von Hitler zum Reichskommissar für das deutsche Kreditwesen ernannt. Von 1939 bis 1941 war er als Reichskommissar für die Verwaltung des “feindlichen Vermögens” zuständig, das heißt für das Eigentum der von Deutschland überfallenen und okkupierten Staaten. Er war maßgeblich an der Ausarbeitung von Richtlinien für die Ausplünderung der überfallenen Sowjetunion verantwortlich.

Dem Forschungsrat gehörten weitere Nazi-Größen an: der Nationalökonom Karl C. Thalheim, Immanuel Fauser und Matthias Kramer, beide Mitglieder des SS-Reichskommissariats für die “Festigung deutschen Volkstums”, Bernhard Skrodzki, “Überlebensplaner” der Reichgruppe Industrie 1944/45. Weitere Alt-Nazis wurden im “Forscherkreis”, dem wichtigsten Arbeitsgremium des Beirates, tätig.

Am 17. August 1954 wurde deren Tätigkeit vom Bundeskabinett Adenauer abgesegnet.

Am 16. Dezember 1960 wurde ein vom Plenum verabschiedetes Dokument niedergelegt.
Titel: “Empfehlung zur Einfügung der volkseigenen Industriebetriebe der SBZ in die nach der Wiedervereinigung zu schaffende im Grundsatz marktwirtschaftliche Ordnung.”
Das Dokument enthält sowohl grundsätzliche als auch detaillierte Maßnahmen zur Überführung der DDR-Wirtschaft in die westdeutsche Marktwirtschaft.

1990 wurden diese Empfehlungen der Alt-Nazis Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt:
#volkseigene Betriebe sind zu selbstständigen und marktwirtschaftlich fungierenden “modifizierten VEB” umzugestalten
#im Ergebnis von DM-Eröffnungsbilanzen ist über ihr Weiterbestehen oder Liquidierung zu entscheiden
#zur Leitung der Überführung wird eine “Oberer Behörde” (=Treuhand) geschaffen. Sie ist unmittelbar den zuständigen Zentralbehörden (=Finanzamt) unterstellt. Zur Beratung ist ein Beirat aus “sachkundigen Personen” zu bilden. Die Obere Behörde hat Aufsichtsräte für die Auflösung, Liquidierung, Teilung oder Fusion der “modifizierten VEB” einzusetzen.
#LPGs sollen aufgelöst und schnellstmöglich durch Betriebsformen einer freiheitlichen Wirtschaft ersetzt werden (wobei die zumindest in den 90ern nicht verkauft werden konnten, weil die LPGs genossenschaftlich und nicht vollständig staatlich waren. Heute sind sie übrigens noch immer genossenschaftlich organisiert und wirtschaften besser als die westdeutschen Landwirte)
#Eigentum: Rückgabe vor Entschädigung – die Alteigentümer können die Herausgabe von den am 8.Mai 1945 im Grundbuch verzeichneten Grundstücken verlangen. Enteignungen durch die Bodenreform sollten bevorzugt berücksichtigt werden. Entsprechende Geltung für die Erben. Auch “Altschulden” wurden geregelt. (wir erinnern uns: DDR-Außenminister De Mazière und BRD-Außenminister Genscher verfassten 1990 zum 2+4-Vertrag einen Gemeinsamen Brief, indem sie festlegen, dass “Enteignungen nicht mehr rückgängig gemacht werden können.” und sie richteten sich in ihm, wenn auch schwach, gegen ein Wiederaufleben des Faschismus in Deutschland. Eigentum in der DDR, das durch Flucht in den Westen verloren wurde, wurde dem Eigentümer aber wieder zurückgegeben.)
#detaillierte Einzelregelungen zur Auflösung der Gewerkschaften, zum Aufbau einer Arbeitslosenvermittlung, für die Zerschlagung der Polikliniken, Privatisierung der Wohnungsverwaltungen, Umwandlung der Wälder in “Privatwälder”, etc.. wurden niedergelegt

Ein spezieller Arbeitskreis im Forschungsbeirat befasste sich mit den Fragen der Währungsumstellung: Angleichung der Löhne, Gehälter, Renten, Sparguthaben, Versorgung der ostdt. Industrie mit Kapital. Er stellte fest, dass die Währung 1:1 umgestellt werden sollte, allerdings mit “vorübergehenden partiellen, restriktiven Maßnahmen” wie zeitweilige Sperrung von Sparguthaben u Bankkonten, Umtausch nach Kopfquoten + erst später darüber hinaus. (Die Währungsunion 1990 führte zu einer 300%igen Aufwertung der Exporte bei gleichzeitiger Verbilligung der Importe. Auch eine sehr stabile Wirtschaft hätte so etwas in eine tiefe Anpassungskrise gestürzt. Ausländische Medien berichteten damals, die Währungsunion unter den Bedingungen von Kohl wäre eine Atombombe, der keine Volkswirtschaft der Welt gewachsen wäre.)

In den 60ern verschwand das Dokument in den Schubladen (Entspannungspolitik). 1981, nach dem ersten Ölembargo, geriet die Bundesrepublik in wirtschaftliche Schwierigkeiten, und das Papier wurde wieder hervor geholt. Kohl setzte 1985 wieder Thalheim als Vorsitz der “wissenschaftlichen Kommission” ein, deren Aufgabe es war, Material zu einem “Bericht zur Lage der Nation im geteilten Deutschland” zu erarbeiten. Im Dezember 1986 wurde der Bericht abgeliefert. Die Empfehlungen des Forschungsbeirates wurden darin hervorgeholt, aktualisiert und qualifiziert.

Damit lag Mitte der 80er Jahre das theoretische Rüstzeug für die Angliederung der DDR an die BRD vor.

Schon die beteiligten Personen verraten, dass es der BRD also nie um eine Wiedervereinigung, sondern um Annexion und Anschluss der ostdeutschen Gebiete ging.

W. Schäuble, Gestalter des Einigungsvertrags, schreibt in seinem Buch “Der Vertrag”: “Ich musste Herrn De Mazière immer wieder darauf hinweisen, dass es um einen Anschluss der DDR und nicht um eine Vereinigung von zwei Staaten handelt.”

Deutsche Einheit? Wer sich mit der DDR beschäftigt, ist rückwärtsgewandt?

Die Annexion der DDR

Warum sagen wir Annexion der DDR und nicht etwa Vereinigung oder Wiedervereinigung? Wenn das Gute an der DDR mit dem Guten aus der BRD zusammengegangen wäre, dann wäre es eine Vereinigung. Aber, ich frage Euch, was ist an der BRD gut? Das, was 1989 in Deutschland passiert ist, das war etwas völlig anderes.

Der gesamte Boden, die Industrie, der Handel und sämtliche kulturelle Einrichtungen sind unter die Verwaltung der Treuhandanstalt gekommen und in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland übergegangen. Woher hat sich die BRD dieses Recht genommen? Es gab kein Recht für die BRD. Die DDR wurde widerrechtlich an die BRD angeschlossen. Und damit sind wir schon mitten in der Definition einer Annexion.

Diese Annexion ist ein Betrug und für viele in der ehemaligen DDR ein schöner Selbstbetrug. Wo ist das Eigentum der DDR, das Eigentum des Volkes hingekommen? Die DDR hatte im Jahre 1989 Werte geschaffen in Höhe von 1200 Milliarden DM, das macht pro Kopf der Bevölkerung ungefähr 100 000 DM. Wo ist dieser Besitz, den wir, unsere Eltern und Großeltern, was Millionen Menschen in den 40 Jahren geschaffen haben? Die Antwort heißt: Alle diese Werte sind in die BRD verschoben worden und der Rest wurde vernichtet. Dieser gesellschaftliche Reichtum im Wert von 1,2 Billionen DM, der aus dem Schutt und aus der Asche des 2.Weltkriegs in jahrzehntelanger Arbeit geschaffen wurde, wurde, nachdem er in die Hände des deutschen Imperialismus gefallen war, innerhalb von wenigen Jahren verscherbelt, verschleudert und vernichtet. Ein Beispiel um die Dimension klarzumachen, um die es hier geht: Das volkseigene Chemiekombinat in Pisteritz. Es beschäftigte in der DDR 10 000e Arbeiter, es war ein gigantisches Werk mit hunderten Quadratkilometern Chemieanlagen und mit der Größe einer Kleinstadt. Diese Blauäugigkeit und zum Himmel schreiende Inkompetenz vieler Wirtschaftslenker in der DDR und in der Treuhandanstalt lieferte unser Eigentum an Tausende von großen und kleinen Wirtschaftsverbrecher der BRD aus. Wie Heuschrecken fielen sie über uns her. Und alles war rechtlich abgesichert durch die Treuhand als Machtinstrument der BRD.

Doch dieser umfangreicher Ausverkauf kann nicht allein mit Blauäugigkeit und Inkompetenz gerechtfertigt werden. Es gab einen politischen Auftrag. Und der politische Auftrag aus der BRD hieß: Bereicherung des kapitalistischen Systems der BRD und die komplette Vernichtung jeder Konkurrenz aus der DDR. Das sieht man ganz deutlich an den immensen Gewinnsteigerungen in allen Bereichen der BRD-Wirtschaft in den ersten Jahren nach der Annexion. Und natürlich spielt auch die Wut und die Rache des deutschen Imperialismus auf den anderen deutschen Staat, die DDR, eine große Rolle. Das zeigt sich vor allem an der Siegerjustiz gegen Verantwortliche in der DDR. Das zeigt sich daran, wie Kübel voller Dreck über den Sozialismus in der DDR ausgegossen wurde. Das zeigt sich daran, wie der Antifaschismus der DDR geächtet wurde. Kaum eine Straße wurde nicht umbenannt.
Wie sieht die Situation der Menschen in Ostdeutschland heute aus?

Vor dem Hintergrund der geschlossenen Betriebe und Kombinate, der zerstückelten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) stehen Millionen Schicksale der Arbeiter und ihrer Familien. Eine Welle des Elends rollt über Ostdeutschland. Und sie wird in den nächsten Jahren noch stärker werden. Massiver Sozialabbau, Massenarbeitslosigkeit, das ständige Überlegen, was kommt morgen auf uns zu oder das einfache Resignieren und Aufgeben vor dieser Katastrophe. Wozu in die Schule gehen, wenn danach keine Lehre möglich ist. Wozu eine Berufsausbildung machen, wenn danach keine Arbeit da ist. Und das Arbeitslosengeld wird einem serviert wie ein Almosen und ist zu wenig zum Leben und zuviel zum Sterben. Die Menschen verlassen zu Tausenden die DDR. Nicht weil es zu wenig Arbeitsplätze gibt, sondern weil es einfach überhaupt keine Arbeitsplätze mehr gibt. In Mecklenburg-Vorpommern, das nördlichste der 5 Bundesländer (Provinzen) verlassen jedes Jahr 5000 Jugendliche ihre Wohnorte. Das ist nichts anderes als eine Völkerwanderung einer ganzen Generation. Die Faschisten nutzen diese soziale Misere der jungen Generation aus. Sie dominieren die Straßen und organisieren ihre Anhängerschaft für den nächsten Krieg.

Was ist die DDR heute? Ist sie eine Kolonie der BRD geworden.

Unter einer Kolonie verstehen wir doch, daß aus diesem Gebiet Rohstoffe oder sonstige Güter in das Mutterland herausgepreßt werden. Nein, das ist bei der DDR nicht der Fall. Die DDR ist keine Kolonie der BRD geworden. Sie ähnelt mehr einer ausgelutschten Tomate. Alles wurde herausgeschleppt und der Rest, die Schale wurde weggeworfen und die Menschen vergammeln. Nicht umsonst wird die ehemalige DDR als eine der ärmsten Regionen Europas bezeichnet.

Das Gebiet der DDR ist einerseits ein Klotz am Bein des deutschen Imperialismus, indem sie die Arbeiter und Jugend erst einmal ernähren muß, als von ihnen ernährt zu werden. Andererseits ist sie aber auch Absatzgebiet für Produkte und Waren aus der BRD. Sie dient als militärisch wichtige strategische Position für den kommenden Krieg um Osteuropa. Die DDR liefert billiges Menschenmaterial für die niedrigsten Arbeiten aller Art. Sie ist ein Labor geworden, in dem man in Echtzeit testen kann, wieviel Sozialabbau die Deutschen vertragen und stillhalten.

Viele Leute in der BRD sagen, diese Annexion wäre doch vom Volk in der DDR so gewollt worden. Wir kennen keinen einzigen, der 1989 auf die Straße gegangen ist und dort gefordert hat: Ich möchte arbeitslos werden! Ich will in den nächsten Krieg marschieren.

Zurückblickend und auch im Blick auf die Zukunft sagen wir, die Annexion der DDR ist keine abgeschlossene Sache. Genauso haken wir auch nicht den deutschen Krieg gegen Jugoslawien ab. Jetzt wo deutsche Soldaten im Kosovo stationiert sind, würde das ja heißen: O.K., der Krieg ist vorbei und die Soldaten bleiben dort. Nein, wir fordern Abzug aller deutschen Soldaten!
An der Annexion der DDR ist nichts abgeschlossen. Sondern sie ist der Ausbruch eines imperialistischen Schwelbrandes, sie zeigt den Imperialismus in seiner Reinform: Ausbreitung der Macht um den Maximalprofit zu bekommen. Das Volk bezahlt es mit Elend und Verderben.

Und eine Antwort können wir am Schluß noch allen jenen geben, die uns immer wieder staunend fragen:

Und ihr wollt also die DDR wieder haben?

Nein, antworten wir darauf, niemand will sein gestohlenes Auto als Schrott wiederhaben, nachdem es vom Dieb kaputt gemacht worden ist.

Wir wollen ein neues Auto haben, eine neue DDR und alle angerichteten Schäden ersetzt!

Die Annexion der Deutschen Demokratischen Republik

Inbesitznahme – Abwicklung – Liquidierung

Faktensammlung zur Inbesitznahme, Abwicklung und Liquidierung der DDR durch die BRD vor und nach 1989 in folgender Gliederung:

1. Durch die BRD geraubtes DDR-Vermögen (Aus-Inlandsverschuldung)
2. Generelles über die „Arbeit“ der Treuhand

A) Wirtschaft
B) Kultur
C) Sozialsystem

1. Durch die BRD geraubtes DDR-Vermögen (Aus-Inlandsverschuldung)

1.1 Der ökonomische Wert der DDR 1989

Grundmittelbestand allein der produktiven Bereiche der Volkswirtschaft im Jahr 1988: 1200 Mrd. Mark

Zusammensetzung:

Industrie 767,0 Mrd. M
produktives Handwerk 5,0 Mrd. M
Bauwirtschaft 28,0 Mrd. M
Land u. Forstwirtschaft 170,5 Mrd. M
Verkehr, Post und Fernmeldewesen 159,0 Mrd. M
Binnenhandel 44,5 Mrd. M
sonst. produktive Zweige 27,7 Mrd. M
——————————————————————————-
Summe 1200 Mrd. M (1)

Nach dem Umtauschsatz der Währungsunion von 2:1 ergibt sich ein Wert von 600 Mrd. DM (2).
Da es sich bei diesen Wert nur um den der Grundmittel handelt ist der Faktor Grund und Boden in dieser Rechnung nicht enthalten. Dieser Faktor beträgt nach grober Schätzung 400 Mrd. DM. (3) Zuzüglich des Vermögens der Nationalen Volksarmee von 20 Mrd. DM (3) errechnet sich der ökonomische Wert der DDR 1989 aus:

Wert der produktiven Bereiche: 600 Mrd. DM
Wer des Grund und Bodens: 400 Mrd. DM
Vermögen der NVA 20 Mrd. DM
———————————————————————————–
Summe 1020 Mrd. DM

Quellennachweis:
(1) Statistisches Jahrbuch der DDR 1989 S. 107
(2) D. Rohweider 22.10. 1990 vor der Handelskammer Wien
(3) WAS WAR DIE DDR WERT ? /S.Wenzel S. 176

1.2 Verschuldung der DDR

Nach offiziellen Angaben der Regierung der BRD wurden folgende Schulden der DDR mit ihrem Anschluß übernommen:
interne Schulden des Staatshaushaltes 28,0 Mrd. DM
Netto – Auslandsverschuldung 23,3 Mrd. DM
Wohnungsbaukredite 38,0 Mrd. DM
Altschulden der Treuhand 104,0 Mrd. DM
Restausgeleichskosten aus der 16,0 Mrd. DM
Währungsunion
———————————————————————————-
Summe 216,7 Mrd. DM

Der Posten Altschulden der Treuhand bezeichnet Verpflichtungen der Staatsbetriebe der DDR gegenüber der Staatsbank bzw. dem Staatshaushalt. In Betrachtung der Zentralverwaltungswirtschaft des Realssozialismus handelt es sich hierbei um innere Verrechnungen im Rahmen des Systems. Es waren keine Schulden wirtschaftlicher Einheiten.
Dazu kommt, das die Treuhand ja auch noch die Altschulden der Ostdeutschen Banken sowie unglaubliche Zinsen auf die Ostdeutschen Banken zu Westdeutschem Niveau an die 6 Banken im Westen zahlte, die sich des Ostdeutschen Bankensystems so überaus gierig auf Taschengeldniveau (weniger als 5% des wahren Wertes) angenommen hatten. Diese Kosten und Zinsen fielen also erst nach der Vereinigung an, werden aber regelmässig der angeblichen Mißwirtschaft der DDR zu Lasten gelegt. Dies sind 1995 rund 98 Mrd. DM, davon allein 26,7 Mrd. DM Zinsen.(5)
(3) Deswegen sind nur zwei Positionen bei Berechnung der Verschuldung der DDR relevant (4).

die Nettoauslandsverschuldung der DDR 23,3 Mrd. DM
Wohungsbaukredite 38,0 Mrd. DM
———————————————————————————————
Summe 61,3 Mrd. DM (3)

Die Posten „Interne Schulden des Staatshaushaltes;Restausgeleichskosten aus der Währungsunion“; sind kritisch zu bewerten das sie sich mangels fehlender öffentlicher Dokumentation jeglicher Betrachtung und Bewertung entziehen. Doch selbst wenn man diese Posten in Betracht zieht kommt man auf einen außerordentlich soliden Wert von 123 Mrd. DM (3) Zum Vergleich, die Verschuldung der BRD betrug 1990 927 Mrd. DM (4). (XXX) Außerordentlich wichtig ist die Betrachtung der Reperationsschuld der BRD an die DDR die nach dem Krieg die gesamten durch das Potsdamer Abkommen zugestandenen Reparationen ausschließlich bzw. im wesentlichen allein beglich und diese sogar um 40 – 60% überzog. Daraus ergibt sich eine Reparationsschuld der BRD an die DDR von 727,1 Mrd. DM (3) (dieser Wert bezieht sich auf den Stand von 1989 bei einer Verzinsung von ca. 7%).

1.2.1 Auferlegung der Staatsverschuldung der BRD auf die Bevölkerung der DDR als Element der Annexion

Vor der Annexion der DDR betrug die Staatsverschuldung Pro-Kopf im Osten 3.625 DM(3)
Zieht man die Verlautbarungen der Bundesregierungen in Betracht
„28 Mrd. interne Schulden des Staatshaushaltes“ 26 Mrd., DM „Restausgleichsposten der Währungsunion“;
kommt man auf eine Pro-Kopf-Verschuldung von 7.050 DM.

Die Pro-Kopf-Verschuldung im Westen dagegen belief 1989 auf ca. 15.000 DM. Nach der Annexion betrug die Pro-Kopf-Verschuldung der Bürger der BRD und der Bürger der annektierten DDR waren es nur noch 12.841 DM (4).
Danach trägt die Bevölkerung der annektierten DDR, Pro-Kopf 9.216 DM Schulden der BRD ab.
Nach der Rechnung der Bundesregierung wären es immer noch 5.791 DM Schuldenübernahme.
Die Verschuldung der BRD beträgt (1999) derzeit 2,5 Billionen DM.

Ergänzung der aktuellen Verschuldung von März 2013 vom Bund der Steuerzahler: 2.069.698.250.000 Euro, also 2,01 Billionen Euro (entspricht ca. 4,02 Billionen DM).
Die aktuelle pro-Kopf Verschuldung von März 2013 liegt bei 25.240 Euro (50.480 DM).
Der annektierte DDR Bürger trägt also mittlerweile 46.855 DM also 23.427 Euro ab.
Und die hat er in sagenhaften 22 Jahren gemacht. Von 1812,5 Euro auf 23.427 Euro, das ist doch mal eine Leistung.

Quellennachweis
(2) Vereinigungsbilanz /H.Nick VSA Verlag, Hamburg 1995
(3) WAS WAR DIE DDR WERT ? /S.Wenzel Neues Berlin 2000 S.29/30
(4) DIE LIQUIDATOREN /R. Hartmann Neues Leben 1996 S.92/93
(5) Die Übernahme des ostdeutschen Bankensystems, Ilona Wiesenjahn, ICARUS Jg.4,1998/3

2. Generelles zur „Arbeit“ der Treuhand

Am 12. 02. 1990 reichte Wolfgang Ullmann am Runden Tisch den Vorschlag, zur Gründung einer Treuhandgesellschaft ein. Nach den vorliegenden dokumentierten Wertschätzung des DDR – Produktivvermögens in Höhe von 1,2 Billionen DM ergibt sich bei 16 Millionen Bürgern der DDR ein pro Kopf Vermögen der DDR von 100.000 DM. Dieses sollte durch die Treuhand verwaltet und erhalten werden. Verlauf und Resultat der „Treuhand – Arbeit“ der „Arbeit der Treuhand“ die größte Vernichtung von gesellschaftlichen Reichtum zu Friedenszeiten überhaupt dar. (2) Die komplette Übernahme der Kernelements der Betriebe und Kombinate der DDR und die dadurch übernommene Versorgung von 16,5 Millionen Menschen dieses Gebietes durch den Deutschen Imperialismus war bisher nur durch gewonnen Kriege und die Eroberung von Kolonien möglich.

95%(3) der von der Treuhand zu verwaltenden Masse wurde an Banken, Immobielenfirmen und wohlhabende Westdeutsche verscherbelt. Der Bruttobestand der Treuhand setzte sich unter anderem aus folgenden Einzelposten zusammen:

8500 Kombinate und Betriebe
20000 große und kleine Einzelgeschäfte
7500 Betriebe der Gastronomie
900 Buchläden
1854 Apotheken
3,68 Millionen Hektar Land -forstwirtschaftliche Fläche
25 Mrd. qm Immobilien
——————————————————————————- (4)

Allein in 4 Jahren verschleuderte die Treuhand 31576 volkseigene Unternehmen(4) und wandelte diese in privatkapitalistischen Besitz um oder liquidierte sie sofort.

Entwicklung der Liquidation der DDR-Betriebe durch die Treuhand

Juni 1991 529 vernichtete Unternehmen
Dezember 1991 871 vernichtete Unternehmen
Juni 1992 1589 vernichtete Unternehmen
Dezember 1992 2249 vernichtete Unternehmen
Juni 1993 2857 vernichtete Unternehmen
Dezember 1993 3196 vernichtete Unternehmen
Februar 1994 3244 vernichtete Unternehmen
———————————————————————(1)
Bei einem lächerlichen Gewinn von 76 Mrd. DM(4) (von den 76 Mrd. DM sind nach Auflösung der Treuhand noch nicht mal die Hälfte bezahlt worden) aber einem astronomischen Aufwand von 332 Mrd. DM(4), erzielte die Treuhand bei diesem vorläufigen Stand der vollständigen Enteignung des Volkes der DDR ein Defizit von 256 Mrd. DM.

Ankauf von großen Unternehmen der annektierten DDR durch westdeutsche Firmen mit der einzigen Zielsetzung:
Einnahme von Fördermitteln:

Am Beispiel der Warnow Werft:

– gekauft von der Kvaerner Deutschland GmbH für 1 Million DM
– Fördermittel bezogen 1,5 Billionen DM

Am Beispiel der Stickstoffwerte in Piesteritz

– gekauft für von der SKW Trostberg AG für 1 DM
– Fördermittel bezogen 953 Millionen DM

Am Beispiel der Niles Werkzeugmaschinen

gekauft von der Fritz Werner Werkzeugmaschinen AG für 50000 DM
Fördermittel bezogen 850 Millionen DM
————————————————————————————–(4)

Mit der Privatisierung begann ein Massensterben das voraus zusehen war, die Zunahme der Gesamtinsolvenzen allein im ersten Halbjahr 1995 betrug im Westen 2,9 dagegen im Osten 31,6 %(5)Dieser radikalen Kurs in Richtung vollständiger Privatisierung/Liquidierung des Volkswirtschaft der DDR entgegen jeglicher ökonomischer Vernunft stellt den politischer Auftrag der Treuhand dar – Enteignung der DDR-Bevölkerung , Vernichtung der Konkurrenz im Osten und die Wiederherstellung privatkapitalistischer Produktionsverhältnisse mit all ihren sozialen Folgen. In binnen von 5 Jahren (1990-95) vernichtete die Treuhand 3 Millionen Arbeitsplätze.

Quellennachweis
(1) Monatsinformation der Treuhand Februar 1994
(2) Neues Deutschland 31.04.1993
(3) WAS WAR DIE DDR WERT ? /S.Wenzel
(4) DIE LIQUIDATOREN /R. Hartmann
(5) Presseinformation des Verbandes der Vereine Kreditreform

Diskussionen

3 Gedanken zu “Die Annexion der DDR

  1. Die BRD-GmbH beraubt mich meiner Identität nach RuStAG §4 Abs.1 vom 22. Juli 1913
    die ich als Ehelich geborenes Kind von meinen Vater geb. 14.09.1912 bekommen habe.

    Die Wiedervereinigung ist nur ein Märchen der BRD, den die DDR war ein anerkannter Staat und da kann es keine einfache Wiedervereinigung gegen ohne einen Volksentscheid. Die DDR wurde einfach annektiert so sieht das ganze aus. Nur mal so eine Anmerkung, jeder der Vorfahren wie Opa und selbstverständlich der Vater der vor 1913 geboren wurde ist ein Reichs Deutscher, denn es gab keine Deutsche Staatsangehörigkeit vor 1913 da gab es nur Bürger in Bundesstaaten wie Sachsen, Preußen, Thüringer so weiter….., erst Adolf Hitler hat die Deutsche Staatsbürgerschaft 1937 eingeführt und die BRD macht damit weiter so. Die DDR hat dagegen die Deutsche Staatsbürgerschaft und das Deutsche Reich abgelöst und durch eine DDR-Staatsbürgerschaft ersetzt. DDR-Bürger sind also keine Reichsdeutschen mehr und eine Annektion hebt auch nicht ihre Staatsbürgerschaft auf.
    Das ist die ganze Wahrheit und die BRD stempelt die sichtigen ReichsBürger als Nazis ab, was eine Straftat ist nach §241a, Politische Verdächtigung. Die BRD hat noch so viele Nazi Gesetze von 1937 und beschimpft andere als Nazis, da kann ich nur sagen: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“

    Völkerrechtssubjekt „Deutsches Reich“
    https://www.bundestag.de/presse/hib/2015_06/-/380964

    Verfasst von Harry | 30 Dezember, 2016, 3:29 pm
  2. Mal nachgedacht: Habe mich mal mit dem Buch vom Ex-Kommunisten Christian von Dithfurt „Die Mauer steht am Rhein – Deutschland nach dem Sieg des Sozialismus“ beschäftigt. Da kam es nach einer Absetzung Michael Gorbatschow durch „Stalinisten“ zu einer – durch Genehmigung der Westalliierten allerdings – zu einer Verschmelzung der BRD mit der DDR zur Demokratischen Republik Deutschland (DRD). Leider ist wird dieses fiktive Ereigniss aus der Sicht eines pro-westlichen Ex-Reporters der Rheinischen Sportzeitung erzählt, der in die Schweiz „geflüchtet“ ist und Propaganda gegen das sozialistische Gesamtdeutschland betreibt.

    Verfasst von Toby | 11 März, 2014, 5:09 pm
    • Tja, so läuft das immer. Man hat die DDR derart dämonisiert und dabei gelogen das sich die Balken biegen. Man redet den Leuten ein die Freiheit zu verteidigen, aber was für eine Freiheit ist das? Eine Freiheit in den Fängen der Globalplayern.
      Und wenn du dagegen protestierst, verbieten sie die Demonstration, unterstellen ihnen Weltherrschaftsabsichten oder werfen die Rebellen ins Gefängnis.
      Das ist die Freiheit des Kapitalismus und die unterscheidet sich kaum von der Freiheit des Feudalismus, sie ist nur moderner.
      Der Bürger wird via Herdenwirtschaft maximal ausgebeutet und diese Insassen muss man so dumm wie möglich halten, am besten sie bitten wieder Gott um Hilfe.
      Wenn Christian von Dithfurt also konsequent wäre würde er heute in die Schweiz flüchten, nicht vor dem Sozialismus sondern vor dem Kapitalismus. Allerdings würde ihm das nicht Freiheit verschaffen, denn die Schweizer haben ja auch Kapitalismus.
      Kapitalismus hat grundsätzlich leider die unangenehme Eigenschaft das nicht der Klügste oder Beste gewinnt, sondern der Gnadenloseste, der überhaupt keine moralischen Regeln akzeptiert und nur an sich denkt. Und genau die werden stinkreich und zum Vorbild für alle anderen. Das produziert eine gnadenlose egozentrische Gesellschaft ohne jede Moral.

      Wir kommen aus diesem System nur raus wenn wir das ganze gnadenlose Pack entmachten und ein neues Gesellschaftssystem etablieren dessen Ziel nicht der wachsende Profit, sondern der Wohlstand der Bevölkerung ist. Und damit die Bevölkerung auch hinter diesem Konzept steht, muss sie mitbesitzen und mitreden wie man das am besten verwirklicht. Man sollte also einfach jeden Bürger fragen, jedes Gesetz durch Bürger beschließen. Eine Diskussionsplattform quer durch die ganze Gesellschaft etablieren.
      Man könnte auch ein Spiel rausbringen, wo jeder mal seine Ideen und die mit Auswirkung auf die Gesellschaft durchspielen kann, damit er sieht, wohin das führt und ob das überhaupt funktioniert.
      Man braucht einen kreativen flexiblen Sozialismus an dem alle mitdenken wie man ihn besser machen kann und die klügsten Vorschläge sollte man umsetzen. Aber dazu muss man erstmal alle Möglichkeiten wie Kapitalisten die Bevölkerung manipulieren, ausschliessen. Einen solchen Punkt hatten wir 1990. Wenn wir dahin zurück gehen, können wir die Weichen für ein neues Gesellschaftssystem stellen.

      Verfasst von monopoli | 12 März, 2014, 10:17 am

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