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Propaganda gegen DDR

Die Brunnenvergiftung begann schon vor Gründung der DDR

von Johann Weber

Fünfundzwanzig Jahre nach dem als Wiedervereinigung bezeichneten Anschluß der DDR an die BRD überschlugen sich die „Unrechtsstaats-Experten“ mit ihren Berichten über die SED-Diktatur. Fast übereinstimmend schilderten sie die letzten Jahre des Bestehens der DDR in den düstersten Farben. Dabei ist es doch eine alte Weisheit, daß das Ende einer Geschichte nur richtig zu verstehen ist, wenn man sich zuvor mit deren Anfang vertraut gemacht hat. Dieses aber wird von den „Fachleuten“ in Sachen DDR-Diffamierung tunlichst vermieden. Um so wichtiger ist es, sich darüber zu informieren, welche Haßtiraden vor und nach Gründung der DDR gegen sie vom Stapel gelassen wurden.

DDR Hetze der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“

DDR Hetze der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“

Bereits am 6. Oktober 1949 lieferte das Hamburger Wochenblatt „Die Zeit“ eine in ihrem Haß kaum zu überbietende Schlagzeile: „Moskaus Bastard-Regierung“. In dem Artikel hieß es: „Die Ebert, Ulbricht, Grotewohl, Pieck sowie Hitlers Generale Müller und Lenski haben lautstark die Einsetzung einer Sowjetzonen-Regierung verlangt, selbstverständlich – und dies wurde ihnen auch von ihren russischen Herren Semjonow und Tulpanow bereits gewährt – ohne daß Wahlen abgehalten werden, vor denen nun einmal deutsche wie russische Kommunisten eine erklärliche Scheu haben.“

Die Absicht lag auf der Hand: Man wollte den Ostdeutschen das Recht auf einen eigenen Staat mit der Begründung absprechen, dort hätten ja gar keine Wahlen stattgefunden. Dabei waren die 400 Abgeordneten des Deutschen Volksrates, der sich am 7. Oktober 1949 zur Provisorischen Volkskammer umbildete und die DDR ins Leben rief, aus Wahlen zum III. Deutschen Volkskongreß hervorgegangen.

DDR laut Hetzschrift „Tarantel“

DDR laut Hetzschrift „Tarantel“

Mit den folgenden zwei Sätzen versuchte „Die Zeit“, der DDR jegliche Legitimität abzusprechen: „Bisher, solange die Behörden der Sowjetzone sich selbst als von der Besatzungsmacht ernannte Zentrale Verwaltungsstellen bezeichneten, konnten von den westdeutschen Regierungen mit ihnen Verhandlungen geführt und gewisse Verabredungen getroffen werden. Sobald es aber diesen Sowjetverwaltungen einfällt, sich deutsche Regierung zu nennen, besteht für alle westdeutschen Stellen die Pflicht, die Legitimität dieser Regierung nachzuprüfen.“

Der Artikel schließt mit dem Aufruf zu direkter Einmischung: „Ist sie nicht aus freien Wahlen hervorgegangen, kann sie unmöglich anerkannt werden. Damit aber stellt sich von selbst die Frage, mit welcher Instanz der Sowjetzone wir dann noch verhandeln und Verträge abschließen können. Mit den kommunistischen Diktatoren doch wohl keinesfalls, denn das hieße ja, sie anzuerkennen. … Im Gegenteil, solange in der Sowjetzone nicht freie Wahlen durchgeführt werden, hat jede deutsche Regierung im Westen die Pflicht, alles zu tun, um die kommunistischen Usurpatoren von Karlshorsts Gnaden zu stürzen.“

Was beinhaltet der letzte Absatz?

  • Erstens enthält er die Festlegung, aus Sicht der BRD-Regierungen werde es in der DDR niemals freie Wahlen geben.
  • Zweitens wird die Pflicht der im Westen am Ruder Befindlichen verkündet, „die kommunistischen Usurpatoren“ mit allen Mitteln von der Macht zu entfernen.

Am 6. Oktober 1949 – dem Tag vor der DDR-Gründung – gab „Die Zeit“ damit bereits den Startschuß, eine noch gar nicht etablierte Regierung zu Fall zu bringen.

Wahlplakate 1954 CDU und CSU

Wahlplakate 1954 CDU und CSU

Der Theorie folgte die Praxis: der Umsturzversuch vom 17. Juni 1953. Bereits am 20. Oktober 1949 verkündete das erwähnte Blatt: „Der von der SED besonders gehaßte Rundfunk im amerikanischen Sektor Berlins kann seit kurzem von jedem Telefon­besitzer im West- und im Ost-Sektor der Stadt abgehört werden, wenn er die Nummer 23 wählt. Die Nachrichten werden vom RIAS an das Fernamt gegeben und dort auf ein Magnetofonband gesprochen.“ Der US-Sender RIAS knüpfte hier nahtlos an Goebbelsschen Hasstiraden an.

Auch wenn der geplante Umsturz am 17. Juni 1953 fehlschlug, war die DDR bis zum Ende ihrer Tage (und ist es auch noch 25 Jahre danach) unablässigen Attacken von BRD-Seite ausgesetzt. Die Hetzkampagne ging, wie jedermann weiß, unverdrossen weiter. Heinz Heitzer beschreibt in seinem Buch „Andere über uns“ (VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1969) ausführlich, welchen medialen Angriffen sie sich damals gegenübersah.

Reaktion auf das Angebot Stalins 1952

Reaktion auf das Angebot Stalins 1952

Heinrich Böll äußerte sich in dem Büchlein von Klaus Staeck „Die Leiden des Axel Cäsar Springer“ (Steidl-Verlag 1981), zum Machwerk des BRD-Medienmoguls „Sorgen um Deutschland“ folgendermaßen: „Wer dieses Buch nur flüchtig liest oder durchblättert, gelegentlich in den einen oder anderen Aufsatz oder die eine oder andere Rede hineinschaut, muß den Eindruck gewinnen, daß die DDR das Zufallsprodukt einer unklaren Geschichte ist, sozusagen als böser Satellit des Bolschewismus vom Himmel gefallen. Man könnte doch wenigstens darauf hinweisen, daß Hitler, als er im Juni 1941 die Sowjetunion angriff, die Rote Armee geradezu eingeladen hat. Auch die DDR ist nicht zufällig entstanden. Schließlich hat es … Jalta und Potsdam gegeben, und es waren Konferenzen zwischen Mächten, die sich einig waren in der Absicht, Deutschland zu teilen. Es hat doch wenig Sinn, sich darüber hinwegtäuschen zu wollen, welchen Schrecken Deutschland zwischen 1933 und 1945 in der Welt verbreitet hat.“

Diese geschichtliche Wahrheit wird von all denen, die seit Jahrzehnten unablässig gegen die DDR zu Felde ziehen, tunlichst verschwiegen. Besonders nachdenklich macht es mich, dies oftmals auch von Menschen lesen oder hören zu müssen, die selbst in der DDR gelebt haben und um den Gang der Dinge wissen – oder wissen müßten.

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