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Von Mythen & Märchen – Sport

„Die DDR war eine Sportmacht“

Westpresse: Leistungssportler in der DDR wurden teilweise ohne ihr Wissen von Trainern und Sportärzten gedopt. Dabei wurden sogar Kindern ohne Wissen und Einverständniserklärung der Eltern regelmäßig Dopingmittel verabreicht.

Doping - Hetze im Land des Leugnens - der BRD

Doping – Hetze im Land des Leugnens – der BRD

Jahrzehntelang inszenierte sich die BRD als Land des sauberen Sports, indem sie mit dem Finger auf den Osten zeigte und dessen Sportler/innen mit sexistischen Vergleichen belegte.

Dabei hat sie im Gegensatz zur „Operation Leder“ schon 1954 kräftig ihre Sportler mit Pervitin zu Siegern gedopt, so z.b. beim „Wunder von Bern“ – in Wahrheit ein Doping-Wunder.
Und da alle Fussballer die selbe Spritze mit dem Dopingmittel bekamen, haben sie sich auch alle mit der selben Krankheit Hepatitis angesteckt und sind anschliessend gemeinsam heimlich in die Reha verschwunden. Bis heute wird das verheimlicht. Man nimmt an das mind. drei der Spieler aufgrund der Hepatitis C früh verstarben. Überhaupt war die Lebenserwartung der Fussballer signifikant zu niedrig.

Das Doping-Wunder von Bern 1954

Das Doping-Wunder von Bern 1954

Quelle: Doku – Die 10 größten Geheimnisse des Sports
Platz 1: Das Wunder von Bern
Dtsch Arzteblatt 2010; 107(23): A 1159–63
Fussballdoping.de
der Westen

Der Darstellung der Westpresse widersprechen zahlreiche Funktionäre aber auch die Untersuchungsberichte, so z.b. der ehemalige Weltklasse-Rodler und hoher Sportfunktionär Thomas Köhler in seinem Buch „Zwei Seiten der Medaille“.

Thomas Köhler war von 1968 bis 1976 Cheftrainer der DDR-Rennrodler. 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary war er Chef der Mission der DDR-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen. Bis 1990 gehörte er dem Nationalen Olympischen Komitee der DDR an. Er war der zweite Mann, Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) hinter dem DTSB-Chef Manfred Ewald und man sollte meinen, er weiss wovon er schreibt.

„Wenn die DDR weiterhin im internationalen Sportgeschehen erfolgreich mithalten wollte, blieb nichts weiter übrig, als den Einsatz von Dopingmitteln zu gestatten“, schreibt der inzwischen 70-jährige Rodel-Olympiasieger des DTSB. „Alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht. Mir ist aus meiner Tätigkeit im Leistungssport nicht bekannt, dass ein Trainer oder ein Sportler von oben angewiesen wurde, Dopingmittel zu verwenden“, schreibt Köhler weiter.
„Es stimmt nicht, dass Sportler, die es ablehnten, unerlaubte Mittel zu verwenden, ihre Kaderzugehörigkeit verloren hätten“. Auch das eine Behauptung die die Westpresse aufstellte.
„Wenn Sportler bereits ab dem 16. Lebensjahr beteiligt wurden, geschah das vor allem unter Beachtung ihres biologischen Reifegrades.“ Dies war vor allem im Schwimmen der Fall.

Doping Hetze gegen DDR und Russland im selben Stil

Doping Hetze gegen DDR und Russland im selben Stil

Laut Köhler waren kurz vor der Wende 90 Fachärzte in den Sportvereinen der DDR angestellt. „Die Vergabe von Medikamenten erfolgte unter strengster Beachtung der ärztlichen Sorgfaltspflicht.“ Schwere gesundheitliche Zwischenfälle oder sogar Todesfälle habe es in der DDR nicht gegeben. Diese Behauptung wurde auch nicht durch Prozesse geschädigter DDR-Sportlern widerlegt.

Doch ungeachtet aller Tatsachen wird Köhler prompt von der westlichen Presse der Lüge bezichtigt, die hier ein Mitgefühl für „Opfer“ zeigt, für deren Schicksal sie nicht ein Wort übrig hatte.
Noch dreister, kaum machen die Russen mal ärger, wird quasi exakt die selbe Hetze gegen die Russen aufgefahren.

Wer sich mal die Arte-Doku „Doping, Drogen, Depressionen – Spitzensportler packen aus“ anschaut, wird sehr schnell die tödliche Logik des Sportes im Westen begreifen. Und dann wird folgende Aussage des

Ex-Leichtathlet Kemper: "Doping im Westen schlimmer als im Osten"

auch sehr viel logischer.

Der Dopingbericht Deutschland 1950-1990 von 2013 bestätigt diese Aussage eindrucksvoll.

Quellen:

Berichte zum Projekt „Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation“ vom 06. August 2013
Zusammenfassender Bericht der WWU Münster und der HU Berlin zum Projekt „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ (PDF, 353KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Inhaltlicher Bericht der WWU Münster „Sport und Staat“ (PDF, 940KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Literaturverzeichnis zum Inhaltlichen Bericht „Sport und Staat“ der WWU Münster (PDF, 136KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Inhaltlicher Bericht der WWU Münster „Die Rezeptionsgeschichte des Dopings (PDF, 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)
Administrativer Bericht der HU Berlin (PDF, 996KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Inhaltlicher Bericht der HU Berlin (PDF, 791KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Das Wunder von Bern war Pervitin, Nebenwirkung Hepatitis C

Das Wunder von Bern war Pervitin, Nebenwirkung Hepatitis C

Arte-Doku „Doping, Drogen, Depressionen – Spitzensportler packen aus“

Sie stehen für Selbstüberwindung, Performance und Erfolg – Hochleistungssportler sind die Helden der Moderne. Doch wenn sie abtreten, ist ihr Absturz umso tiefer und der Preis des Erfolgs umso höher. Ein Preis, den sie vor allem mit ihrer Gesundheit bezahlen. Ehemalige Spitzensportler erzählen von den Kehrseiten der schwer verdienten Medaillen.
Wieso verfallen viele Spitzensportler nach ihrer Karriere in Depressionen? Der Film blickt hinter die Kulissen und spricht mit ehemaligen Spitzensportlern im Westen. Die Belastung auf den Körper ist Sportlern von aussen oft nicht anzusehen, besonders wenn während dem Wettkampf noch gedopt wird. Was den Athleten bei ihrem Wettlauf nach Erfolg und Medaillen alles abverlangt wird, ist meist erst nach ihrer Karriere erkennbar. Die Suche nach einer beruflichen Neuorientierung führt nicht selten zu Depressionen und entwickelt sich zu einem Sog aus Drogen. Die Dokumentation nimmt sich dem Tabuthema Doping, Drogen und Depressionen an und lässt ehemalige Spitzensportler der USA zu Wort kommen, die von ihren körperlichen und mentalen Entwicklungen erzählen.“
Doping - Hetze im Land der Lügner - Deutschland

Doping – Hetze im Land der Lügner – Deutschland

Die anhaltende Diskussion um einen Forschungsbericht zu westdeutschem Doping belegt eindrücklich, wie schwierig es ist, das eigene Weltbild an abweichende Erkenntnisse anzupassen.
Immer wieder kommen Fragen auf: War es so schlimm wie in der DDR, hat man vielleicht nur anders gedopt — ja, ist es überhaupt vergleichbar?
Dass man 2 deutsche Staaten miteinander vergleichen könne — diese Vorstellung bereit offenbar Angst, wenn die eigene moralische Position davon bedroht wird. Deswegen gibt es diese Vergleiche in der Westdeutschen Propaganda auch garnicht, weil dann würde man ja voll abstinken.

 

Zusammenfassend kam folgendes heraus:

Die Geschichte des Dopings in der Bundesrepublik beginnt nicht erst 1970, als das erste formelle Dopingverbot vom Deutschen Sportbund (DSB) beschlossen wurde, sondern bereits 1949. Die historische Dopingpraxis ist in dieser Phase also deutlich anders verlaufen, als es populäre Titel nahelegen. Die Quellenanalysen und Zeitzeugenbefragungen haben viele Desiderate der Forschung aufgearbeitet. Damit kann ein signifikant neuer Forschungsstand präsentiert werden, der zum Umdenken über die Rolle des Dopings im deutschen Sport anregt.

 
Ergebnisse zur frühen anabolen Phase 1952 – 1960
Die oft aufgestellte These, es sei der Erfolg des DDR-Sports gewesen, der den westdeutschen Sport und seine Mediziner und Funktionäre dazu veranlasst habe, Anabolika anzuwenden, wurde durch die Befunde des Projekts widerlegt.
Im Gegenteil: Es konnte gezeigt werden, dass es bereits während der „präanabolen Phase“ in der Bundesrepublik verbreitete Hormon-Dopingpraktiken gab.
Folgt man den Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen, die im Berliner Teilprojekt realisiert wurden, kam bereits Anfang der 1960er Jahre
das Anabolika-Doping auf. Dabei teilten sich die Spitzensportler bald in Anhänger und Gegner, weshalb durchaus auch von einem ‚heimlichen Wettkampf‘ der Befürworter und Gegner innerhalb der Auswahlmannschaften der Verbände gesprochen werden kann.
Bislang fehlten für die 1960er-Jahre verlässliche Daten und Primär-Dokumente über die Verbreitung anaboler Steroide in den Sportarten. Im Berliner Teilprojekt konnten erstmals schriftliche Zeugnisse recherchiert und ausgewertet werden: Laut einer unveröffentlichten Diplomarbeit der Sporthochschule wurden mit Wissen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) 1959 Anabolika verwendet. Zeitzeugen berichten zudem über eine Anabolika-Debatte bereits seit 1960 unter Sportlern, Trainern, Sportmedizinern und Funktionären. Einen Wendepunkt in der Verbreitung stellt der Vortrag „Wirkungen anaboler Steroide auf Skelettmuskel, Kraft
und Leistung“ des tschechischen Sportmediziners Dozent Dr. Jaromir Fric dar; er hielt diesen 1968 vor dem „DLV-Leistungsrat“ in Anwesenheit des Präsidenten, Dr. med. Max Danz. Hier konnte ein Schlüsseldokument der frühen bundesdeutschen Dopinggeschichte recherchiert werden; denn die neuen und validen Informationen zum Thema Anabolika wurden damals von Fric kontextualisiert und bewertet; zudem wurde die Steigerung von Kraft- sowie Ausdauerleistungen belegt. So zeigte Fric (selbst ehemaliger Kugelstoßer),
dass der Einsatz von Anabolika in den 1960er Jahren keineswegs auf die Wurfdisziplinen beschränkt war. Unter den Spitzensportlern mit „längerem“ Anabolika-Konsum seien auch „einige Mittelstreckler“, Fußballer,
Ruderer und Straßenradrennfahrer gewesen. Weiterhin soll ein westdeutscher Ruder-Olympiasieger vor Tokio
1964 die neuartigen anabolen Steroide eingenommen haben; deshalb habe er eine Blutdruck-Erhöhung
gezeigt. Das Referat belegt umgekehrt, dass Spitzenathleten seit Mitte der 1960er Jahre Anabolika-„Beratungswünsche“
bei Sportmedizinern äußerten.

Ergebnisse zur Phase II 1972/76 – 1989/90: Entwicklung systemischer Dopingstrukturen mit

BISp-Finanzierung
Der vielbeachtete Aufsatz des Mainzer Trainers, Wissenschaftlers und Sportmediziners Prof. Dr. med. Manfred Steinbach (1968) hätte zu diesem Zeitpunkt eine Abkehr von Anabolika begründen können: Der Autor stellte ausführlich gesundheitliche Risiken und auch Gefährdungspotenziale vor. Trotzdem propagierte Prof. Dr. med. Joseph Keul, Freiburg, der bis zu seinem Tod in Dopingzusammenhängen einflussreichste Sportmediziner,
die Anabolika. Trotz Steinbachs Bedenken „klammerte Keul die Gefahren nahezu vollständig aus“, wie Erik Eggers in seiner Bestandsaufnahme feststellt. Folgt man Eggers, propagierte Keul spätestens seit 1970 „die Anwendung anaboler Steroide im Leistungssport auch öffentlich sehr offensiv“ (Spitzer 2013, S. 215).
Noch in einem Aufsatz für die Medizinische Klinik (1976) vertraten er und sein Schüler Dr. med. Winfried Kindermann sowie B. Deus die folgende Position: Die Nebenwirkungen, über die zahlreich berichtet worden war, würden ein Verbot nicht rechtfertigten (vgl. Keul, Deus & Kindermann 1976). Allein für Frauen und Kinder, so die Autoren, sei der Einsatz von Anabolika wegen „fehlenden Wissens“ abzulehnen – eine Empfehlung,
die in der Praxis jedoch kaum beachtet wurde.
Mit vergleichsweise geringen Fördergeldern erforschte Prof. Dr. J. Nöcker unter Mitwirkung seines Doktoranden Reinhard die Gefahren der Anabolika-Verwendung. Er übermittelte dem Auftraggeber BISp 1974 einen auf der Basis von Ejakulationsuntersuchungen generierten Gefahrennachweis für Organsysteme und Fertilität, der klinisch fundiert war: Danach konnte der Abfall des körpereigenen Testosteronspiegels in den
pathologischen Bereich nachgewiesen werden sowie die Abnahme des Hodenvolumens um 12,35 Prozent und bei einigen Sportlern ebenso eine starke Abnahme der sexuellen Potenz. Diese im August 1974 übermittelten Resultate Nöckers über große gesundheitliche Gefahren kommunizierte der Auftraggeber BISp nicht angemessen in den Sportbereich; statt dessen verblieben sie außerhalb der Sportmedizin, also in der medizinischen Fachliteratur. Das, was in Unterlagen als „Porno-Studie“ von Reinhard und Mitarbeiter erscheint, hatte einen sehr ernsten Hintergrund: Mit Hilfe eines sog. „Phallographen“ sollte der Grad an Erektionsfähigkeit gemessen werden, der dem Konsum von (in Deutschland damals verbotenen Porno-Filmen) folgte. Das Projekt wurde weitestgehend verheimlicht und für Forschung und Anwendung im Sport nicht dokumentiert.
Folgt man der ausgewerteten Aktenlage, wurden auch die belastbaren klinischen Fakten der Nöcker-Studie nicht kommuniziert. Die für die Aufarbeitung der Dopingfrage gebildete „Dreier-Kommission“ von NOK und DSB (vgl. Abschnitt 4.1.3) hinterließ ebenfalls keine Hinweise auf eine Auseinandersetzung
mit den negativen Ergebnissen zu Anabolika. So ist es nur folgerichtig, das Eggers den folgenden Schluss zieht: „Das BISp und die Anabolika-freundlichen Sportmediziner vermieden hier eine größere Aufmerksamkeit, um ihr wissenschaftliches Ziel, die Anabolika-Gabe an Sportler zu begründen, nicht zu gefährden. Mit dieser Entscheidung nahmen die verantwortlichen Personen die gesundheitliche Schädigung vieler Athleten billigend in Kauf“ .(Spitzer 2013, S. 216.).
Aus den vorliegenden Daten und den detaillierten Rekonstruktionen zur einschlägigen Forschung, Antragstellung
und konfliktlosen Bescheidung für die Jahre bis 1977 kann geschlossen werden: Wenn es um Anträge
aus der Sportmedizin ging, die mit Leistungssteigerung durch Medikamente oder Substanzen in Verbindung
standen, bestand das Ziel des BISp laut Eggers „offensichtlich darin, die Anwendung der Anabolika im Leistungssport wissenschaftlich begründen zu lassen“ (Spitzer 2013, S. 216.).
Ein Beleg für diese Interpretation der Aktenlage ist die Genehmigung eines Antrags Nöckers durch das BISp, in dem 1973 die „Nutzanwendung für die Praxis“ ausdrücklich als Ziel formuliert wurde (Akte „0408/01 Forschungsauftrag Medikament“ im BISp-Archiv). Die Vergabe der sportmedizinischen Projekte zu Forschung mit Anabolika erfolgte offensichtlich weitgehend durch nicht schriftlich dokumentierte Kommunikation unter den Antragstellern. In der Rückschau formulierte Prof. Dr. Ommo Grupe kritische Worte zu dieser Ausgestaltung staatlicher Forschungsförderung für die bundesdeutsche Sportmedizin, die das BISp für fast 35 Jahre prägte. Sein Wort hat Gewicht; denn er war von Anfang an Vorsitzender des BISp-Direktoriums. In
Gesprächen mit dem Berliner Projektteil äußerte er sich zur Vergabe wie folgt:
„Mir schien also manches von dem, was die Sportmediziner machten – man kann es ja nicht eindeutig der Sportmedizin insgesamt zuordnen, aber es hatte mit Reindell und Hollmann natürlich einen guten Namen – mir kam es eher vor, als wenn die unter sich ausmachten, wie das Geld, das ihnen zur Verfügung stand, halbwegs angemessen auf alle Standorte verteilt wird“ (Spitzer 2013, S. 217).
Andere Zeitzeugen äußerten sich noch kritischer, wie hier ein Sportmediziner:
„Das war ja auch abenteuerlich (…). So’n Antrag beim BISp zu stellen, das war dann immer meine Aufgabe. Dann habe ich mich dann zwei Tage hingesetzt und unheimlich viele Ideen aufs Papier gebracht. Dazu einen kleinen Absatz geschrieben. Und waren eben zehn bis 15 Projekte, meine Kollegen noch mal befragt: Was habt Ihr noch, was Ihr da reinbringen könnt? Weil es war ja vor dem abgesprochen. Das war vor dem abgesprochen!
Das gab so und so viel Geld. Was braucht das Institut in (Name)? Was braucht das Institut in (Name)? Was braucht (Name)? Und was braucht (Name)? Das wurde abgesprochen. Ist egal, was da auch dem Papier stand. Im Prinzip…“ (Spitzer 2013, S. 217-218).
Im Rückblick auf die in Berlin durchgeführten Studien und die begleitenden Interviews von Zeitzeugen muss betont werden: Zufälligkeit und individuelle Fehler scheiden als ‚Entschuldigungsgründe‘ weitestgehend aus; denn über Jahre hinweg und dies mit hoher personeller Stabilität wurde Forschung realisiert und auch finanziert, die Doping begünstigte und Hinweise darauf gab, wie die Praktiken zur Verwendung von nachweislich zumindest Anabolika optimiert werden könnte. Im folgenden Abschnitt 4.1.3 wird zudem deutlich, dass die Akteure i. d. R. nicht zufällig handelten; stattdessen ist nachweisbar, dass sie das Verbotene ihres Handels kannten und Doping in der Bundesrepublik Deutschland förderten, anstatt es – wie meist öffentlich bekundet wurde – zu be- oder zu verhindern. Denn, auch dies ist eindeutig, Anabolika-Gebrauch war gemäß der „Grundsatzerklärung des deutschen Sports“ des Deutschen Sportbundes unzulässig.
Im Berliner Teilprojekt werden auch die Mechanismen dargestellt, die sich anhand der Skandale um „Luft in den Darm“ oder die „Kolbe-Spritze“ bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal rekonstruieren lassen.
4. Diese lösten die erste große öffentliche Dopingdebatte in der Bundesrepublik aus (vgl. hierzu auch die Darstellung der Teilprojekte aus Münster im Kapitel 5).
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4 Vgl. die folgenden Beiträge dazu in Spitzer (2013, in Vorb.): Eggers, E.: Die ‚Kolbe-Spritze‘ als Auslöser der Dopingdebatte in der Bundesrepublik Deutschland; Schnell, H. J.: Die ethische Problematik des Dopings: von der ‚Kolbe-Spritze‘ über die Grundsatzerklärung bis zu den BISp-finanzierten Anabolika- und Testosteronstudien; Wisniewska, Y.: Doping von 1972 bis 1990 – Eine rechtshistorische Stellungnahme.
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Weiter legte das hier diskutierte Geschichtsprojekt einen Schwerpunkt auf die BISp-Studien „Untersuchungen zur Regeneration bei Hochleistungssportlern“ bzw. „Regeneration und Testosteron“. Sie wurden systematisch deshalb untersucht, weil sie das illustrativste Beispiel für Doping in den 1980er Jahren darstellen, als die Einführung von Trainingskontrollen bevorstand und ein Ersatz für die Anabolika gesucht wurde: Letztlich
ging es dabei um die Untersuchung von leistungsfördernden „Kandidatenmedikamenten“ wie das damals nicht nachweisbare Testosteron.
Die drei Teil-Studien wurden ab 1985 vom BISp unter Beteiligung und
mit Zustimmung von DSB, NOK und mit Wissen des BMI unter Berufung auf die „Grundsatzerklärung“ von 1983 mit öffentlichen Mitteln gefördert.1986 und 1987 beauftragte das BISp Sportmediziner, Antworten auf die Frage zu geben, ob Testosteron ein „Substitutions-und Regenerationsmittel“ sei. Dieser Stoff war dasselbe Testosteronpräparat, dessen Missbrauch bei der deutschen Rudermeisterschaft 1952 zu einem Skandal geführt hatte. In den Publikationen zur BISp-Studie 1985 – 1993 wurde der Eindruck vermittelt, dass Testosteron im Ausdauersport nicht hinreichend wirksam sei. Berücksichtigt man bei der Analyse der einschlägigen Forschung, dass der Doktorand V. Fuchs in seiner Dissertation von 1988 bereits für die 1. Teilstudie in Freiburg eine signifikante Erhöhung hämatologischer
Parameter belegte und dass der Freiburger Georg Huber 1987/88 bekanntlich bei einigen Ausdauersportlern Testosteron anwendete, obwohl sie doch dort keine Wirkung haben sollten, werden die Widersprüche mehr als sichtbar.
Die Rekonstruktion der analysierten Dokumente und einschlägigen Aussagen von Zeitzeugen legt eine entscheidend neue Beurteilung dieser Phase nahe: Das angesprochene BISp-Projekt war nicht etwa eine ‚Verschwendung‘ von Steuergeldern, wie Kritiker wie Andreas Singler und Gerhard Treutlein noch 2010 ohne genauere
Kenntnis der BISp-Akten kritisierten. Im Gegenteil: Die erstmals durch das Berliner Geschichtsprojekt bearbeiteten BISp-Originalquellen und der Vergleich mit aus den Arbeiten hervorgegangenen Dissertationen legen einen anderen Schluss nahe; unternommen wurde ein verdeckter Versuch systemischen Dopings, der die Sphäre von Grundlagenforschung hinter sich gelassen hatte. Denn die „Anwendung“ von Testosteron spielte bereits im bislang unveröffentlichten Konzept des späteren Leiters Keul eine wichtige Rolle.
 
Ergebnisse zur Phase III: 1989/90 – 2007
Die Analysen zu dieser Phase konnten durch das Berliner Teilprojekt im Rahmen des geförderten Projekts nicht vollständig durchgeführt werden: Vor diesem Hintergrund kommt den im Folgenden dargestellten Auswertungen eher richtungsweisender Charakter in dem Sinne zu, dass die Befunde eine erste Basis für ausdifferenzierte Hypothesen bieten.
Die im Berliner Teilprojekt vorgelegte Fallstudie reicht in die Phase III hinein. Auf der Basis umfänglicher und belastbarer Quellen erhellt sie die teils proaktive Beteiligung der Akteure an Experimenten mit Dopingpräparaten. Sie gibt auch Aufschluss darüber, wie die Beantwortung der Kleinen parlamentarischen Anfrage der SPD von 1991 verlief, ebenso über die Informationspolitik des BISp. Letztere – so könnte man einfordern –
sollte sich spätestens mit Vorgängen, die dem BISp vom Berliner Teilprojekt gemeldet wurden, grundlegend geändert haben. Inwiefern sich dies eingestellt hat, mag weiteren Analysen anheim gestellt werden.Da die Analysen zur dritten Phase seitens des Berliner Teilprojekts nicht abgeschlossen werden konnten, bleibt auch die Frage ungeklärt, ob die Sportmedizin bei den umstrittenen Testosteron-Forschungen auch nach 1990 noch Steuermittel erhielt. Ein Zeitzeuge berichtete beispielsweise, dass Forschungsgelder und BA-L-Mittel auf Privatkonten von [Name] geflossen seien, um von dort die definierten Leistungen zu bezahlen:
„Das habe ich eh nie verstanden. Weil wir ja dann … Es geht ja dann auch um den DSB in Frankfurt bzw. um BAL, und das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, dass dann der DSB auf Privatkonten von [Name] die Gelder überwiesen hat für die Sportleruntersuchungen. Also, wenn wir, wie es immer noch üblich ist (…), wir haben ja dann unseren Untersuchungsbogen, und dann wird das dann abgerechnet, und dann geht es dann entsprechend für Kadersportler, die Summe dann auf ein Konto. Und die Arbeitsleistung dafür, die hat ja die Abteilung gemacht. (…) Und das ging für [Name] auf ein privates Konto“ (Spitzer 2013, S. 220).
Inwieweit dieser Bericht belastbar ist, mag z. Z. nicht vollständig gesichert sein. Gleichwohl verweist er über den individuellen Vorgang auf systemische Strukturen hinsichtlich der Verwendung öffentlicher Gelder; diese dienten eher der Kaschierung als der transparenten Gestaltung der Mittelverwendung und einer differenzierten Rechenschaftslegung.
Schon vor Beginn des Projektes war für die Berliner Wissenschaftler erkennbar: Die historische Bearbeitung der in die Gegenwart reichenden Phase würde erwartbar mit methodischen Problemen behaftet sein.
Schließlich gilt für Archivalien offizieller Stellen für gewöhnlich eine Sperrfrist von 30 Jahren. Die historische Arbeit wird zudem dadurch erschwert, dass viele Verantwortliche in den Verbänden oder in anderen relevanten Institutionen (wie z. B. in der Dopinganalytik) noch aktiv sind. Anders gesagt: Von Personen, die möglicherweise in der Frage des Dopings belastet sind, kann i. d. R. Mitarbeit bei der Doping-Aufklärung nicht
bzw. nur bedingt erwartet werden; uneingeschränkte Mitarbeit ist nur in Einzelfällen erwartbar. Darüber hinaus muss festgestellt werden, dass die historische Aufarbeitung seitens des Projekts bei einigen Sportverbänden und Institutionen nicht auf die gewünschte Unterstützung stieß. Das betrifft ausdrücklich nicht den Initiator des Projektes, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bzw. das BISp, wohl aber die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA); letztere ist zwar im Beirat des Gesamtprojektes vertreten, hat jedoch für die einschlägige Archivalien aus der Zeit nach 1990 nur Einsicht gewährt, aber keine Kopien zur Verfügung gestellt.
Rückblickend ist zur Grundstimmung hinsichtlich systemischen Dopings in der zweiten Phase anzumerken, deren Wirken sicherlich weit in die hier nicht weiter analysierte dritte Phase hineinreicht: Noch 1977 votierte das BISp während der vertraulich durchgeführten Gespräche der Dreier-Kommission für eine weitere Nutzung der anabolen Steroide im westdeutschen Leistungssport. Der hochrangige Beamte Dr. med. Richard Felten führte in einem der wenigen erhaltenen Dokumente als Begründung für den Einsatz von Anabolika im deutschen Leistungssport die „Macht der Zwänge“ an (Spitzer 2013, S. 221). Felten gehörte zur BISp-Leitung; dort war er für Sportmedizin zuständig.
Das systemische Zusammenwirken von Sportmedizin, BISp und in den Dopingkontext eingebundenen Nachfragern aus dem organisierten Leistungssport verlief i. d. R. äußerst vertraulich, wenn auch teils mit offenen Schreiben und Vermerken. Insgesamt kann gesichert angenommen
werden, dass der Kreis der Mitwisser groß war: Im Sport waren dies die Spitzen im DSB und NOK, der BA-L, das BISp und über die Anwesenheit der BMI-Vertreter letztlich auch die Fachaufsicht. Dabei koordinierte das BISp Forschungen mit Anabolika, Testosteron und anderen für Dopingzwecke geeigneten bzw. als geeignet eingeschätzten Substanzen. Diesem Prozess der sportmedizinischen Zweckforschung mit verbotenen Stoffen kann aufgrund des langen Zeitraums, in dem das Berliner Teilprojekt das Zusammenwirken von BISp und Sportmedizin rekonstruieren konnte, systemischer Charakter zugeschrieben werden:
§ Eine kleine Gruppe von Sportmedizinern stellte das Knowhow für Doping in Deutschland bereit.
Den Projektanträgen, deren Forschung nicht auf Dopinginhalte zielte, wurden nur wenig Chancen auf Genehmigung gelassen. Aus kritischer historischer Sicht liegt es nahe, die so etablierte „Zweckforschung“ mit verbotenen Substanzen wesentlich als verdeckte Dopingforschung zu deuten.
Von der Berliner Projektgruppe wird dies angesichts der ausgewerteten Faktenlage zum damals verfügbaren Wissen über Gefahren hinsichtlich der Verwendung (verbotener) leistungssteigernder Mittel als systemisches Doping gewertet.
 
In den frühen 1970er Jahren wiesen die vom BISp geförderten Anabolikastudien bereits gesundheitliche Gefahren nach. Die Forschungen folgten damals der Programmatik des BISp, sportwissenschaftliche Zweckforschung zu fördern; allerdings sind sie zu wichtigen Teilen als nutzungsorientierte Dopingforschung anzusehen. Die Geheimhaltung forschungsseitig belegter gesundheitlicher Schädigungsgefahren verstieß nicht nur gegen
den Veröffentlichungsauftrag des BISp, sondern war auch ärztlich wie sportethisch keinesfalls vertretbar. In diesen Kontext trat in dieser Phase II eine neue Form der Zielbestimmung von (Spitzen-)Sportförderung hinzu: Die Endkampfchance.
Viele Sportler sahen sich deshalb in den 1980er Jahren subjektiv ‚gezwungen‘ zu dopen und sich damit der „instrumentalisierenden Degradierung“ zu unterwerfen. Diese Entwicklung wurde durch das Agieren des DSB und des BMI mitbegünstigt. Zwar bot die „Grundsatzerklärung“ von 1977 anerkennenswerte Argumente gegen die pharmakologische Leistungsbeeinflussung; mit der Freigabe ärztlich indizierter „Substitution“ wurde diese jedoch unterlaufen.
„Dies förderte eine Entwicklung, die in deutlichem Gegensatz zur erklärten Antidoping-Politik des BMI wie auch der Grundsatzerklärung stand“ (Spitzer 2013, S. 227).
Die frühe Dopingbekämpfung des DLV bis 1977 wurde durch das Berliner Teilprojekt untersucht. Als zusammenfassendes Ergebnis ist festzuhalten:
Diese Geschichte stellt keineswegs eine Erfolgsgeschichte dar.
Das Resümee des Bearbeiters Eggers lautet nach Auswertung der Quellen:
Während die Funktionäre, „die Verstöße gegen das Anti-Doping-Reglement toleriert bzw. nicht geahndet hatten (…), im Deutschen Leichtathletik-
Verband weiter im Amt verblieben, wurden die beiden konsequentesten Dopinggegner 1977 aus dem Verband ausgeschlossen“ (Spitzer 2013, S. 230).
Nicht im juristischen, wohl aber im politischen Sinne kann die Frage nach der „Beihilfe“ des Staates für äußerst problematische Praktiken mit gesundheitsgefährdenden Folgen gestellt werden…

Mit anderen Worten, alles was man dem DDR-Sport so gern unterstellte und vorwarf, war in etwas anderer Organisation auch im Westen üblich oder wie Ex-Leichtathlet Kemper es ausdrückte: „Doping im Westen war schlimmer als im Osten“

 

Quellen:
Berichte zum Projekt „Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation“ vom 06. August 2013
Zusammenfassender Bericht der WWU Münster und der HU Berlin zum Projekt „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ (PDF, 353KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Inhaltlicher Bericht der WWU Münster „Sport und Staat“ (PDF, 940KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Literaturverzeichnis zum Inhaltlichen Bericht „Sport und Staat“ der WWU Münster (PDF, 136KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Inhaltlicher Bericht der WWU Münster „Die Rezeptionsgeschichte des Dopings (PDF, 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)
Administrativer Bericht der HU Berlin (PDF, 996KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Inhaltlicher Bericht der HU Berlin (PDF, 791KB, Datei ist nicht barrierefrei)

 

Der Sport genoss der DDR hohe Wertschätzung, sowohl der Bevölkerung, wie auch der Regierenden. Dies fand auch seinen Ausdruck im (Artikel 25) der Verfassung der DDR: „Freude, Frohsinn, Entspannung, allseitige Entwicklung des Menschen, Gesundheit, Stärkung des Ansehens unserer Republik, bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat“ bildeten die erklärten Ziele des Sports.

Die DDR, das heißt deren Führung sah sich zunächst in der Tradition der früheren Arbeitersportbewegung und förderte daher vorrangig den Breiten- und Massensport. Auch den soll es angeblich laut Westpropaganda nicht gegeben haben.

Bis zuletzt wurde der Profi-Sport verurteilt und Wert darauf gelegt, dass alle aktiven Sportler den Amateurstatus hatten. Das hatte natürlich wenig mit Trainingsmethoden und -möglichkeiten zu tun als lediglich damit, dass alle Sportler ein Arbeitsverhältnis hatten und offiziell Lohn/Gehalt bezogen und keine Siegprämien bekamen. Natürlich wirkte die damalige Systemauseinandersetzung auf die Entwicklung des Leistungssports in der DDR ein. Das galt aber auch für andere im Sport führende Länder, wie sich an Programmen und praktischen Maßnahmen des Sports in den USA, der alten BRD und vielen weiteren Ländern belegen läßt. Zugleich erfaßt jede Überbetonung dieses Faktors völlig ungenügend das weitaus komplexere Einflußgefüge, das objektiv zu den langjährigen Erfolgen des DDR-Leistungssports führte.

Später konzentrierte sich die DDR-Sportpolitik auch auf den Leistungssport und schuf damit die Grundlage für zahlreiche internationale Erfolge bei sportlichen Wettkämpfen. Sie trugen wesendlich zur internationalen Anerkennung der DDR bei, was sich in dem sprachlichen Klischee „Diplomaten im Trainingsanzug“ niederschlägt.
Grundlage dieser Erfolge waren systematische Nachwuchsförderung und -sichtung in den Schulen, wissenschaftliche Trainingsmethodik (DHfK) und natürlich medizinische Begleitung (später auch mit unerlaubten leistungssteigernden Mitteln wie Doping).
Man muss dabei durchaus betonen, das dies nicht nur eine negative Begleiterscheinung des Ostblock-Sports war, sondern international üblich war und ist, einschliesslich sämtlicher negativen Auswirkungen.

Im Zeitraum zwischen 1968 und 1971 wurde aus diesem Grund das DDR-Sportsystem reorganisiert: Die Förderung nichtolympischer und/oder materiell oder personell aufwendiger Sportarten wurde eingeschränkt (z. B. Pferdesport, Eishockey, Hockey, Basketball, Wasserball), sattdessen wurde die Förderung solcher Sportarten forciert, die viele (insbesondere olympische) Medaillen ermöglichten (z. B. Eisschnelllauf und Eiskunstlauf anstelle von Eishockey, Rudern, Kanu, Leichtathletik, Schwimmen, nordischer Skisport).

Die Förderung von Leistungssportlern und jener Talente, die dies werden sollten, erfolgte schwerpunktmäßig in den Kinder- und Jugend-Sportschulen der Sportklubs. Sonstiger Wettkampfsport sowie Breiten- und Gesundheitssport spielte sich in Betriebssportgemeinschaften ab wobei die Kinder- und Jugendspartakiaden eine Art Jahreshöhepunkt des Breitensport-Wettbewerbes darstellten zu der die Sportklubs ihre Sporter entsandten.

Disziplinen, in denen sich die DDR keine internationale Erfolge versprach, wurden nur in Ausnahmefällen gefördert, Segeln, Motorsport und Tennis beispielsweise.

Nichtdestotrotz wurde auch der Breitensport durchaus im Sinne von Spiel, Spaß und Erholung gefördert, sodaß es jedem möglich war nach Lust und Laune einem der vielen Sportvereine beizutreten und davon gab es Zigtausende.
So viele das die BRD 1990 sofort tausenden Clubs jegliche Kulturgelder strich.

Der auch in der DDR zu verzeichnende Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit vermag nichts daran zu ändern, daß sie in vieler Hinsicht durchaus eine „Leistungsgesellschaft“ war und auf wirtschaftlichem, wissenschaftlich-technologischem und geistig-kulturellem Gebiet nach Spitzenleistungen strebte.

Das galt auch, und insbesondere für den sportlichen Wettbewerb. Dieser empfängt vielfältige Impulse durch den internationen Vergleich und wirkt mit seinen Erfolgen nach innen leistungsstimulierend zurück. Aus solchen Rückwirkungen erklärt sich maßgeblich das Gewicht des Sports im Leben der DDR und das gesellschaftliche Interesse an hohen sportlichen Leistungen. In diesem kultur- und sportpolitischen Konzept nahm die Anerkennung und Förderung individueller Begabungen und des sportlichen Talents einen festen Platz ein.

Unabhängig von der soziale Stellung der Eltern sollten alle Talente des Volkes gefördert werden. Schon außergewöhnlich früh (1952, also lange bevor der „Wettstreit zwischen den zwei Gesellschaftsordnungen“ seinen Höhepunkt erreichte) entstanden in der DDR mit den Kinder- und Jugendsportschulen Spezialschulen des sportlichen Nachwuchses aus denen Generationen hervorragend ausgebildeter Athleten hervorgingen. Dabei wird selbstverständlich, daß diese Motivierung einzelner Sportler sehr unterschiedlich gewichtet und sehr individuell waren. Die Illusion von einem Erfolgsstreben „nur für den Staat“ wäre schlichtweg illusorisch. Der Erfolg eines Sportlers beruht auf vielseitige ideelle oder materielle Motivierung, die von den jeweiligen Trainern gezielt gefördert wurde.
Die Erfolge liessen auch nicht lange auf sich warten.

Jürgen Sparwasser und sein Jahrhunderttor traumatisiert die BRD die heute noch nach Ausreden sucht

Jürgen Sparwasser und sein Jahrhunderttor traumatisiert die BRD die heute noch nach Ausreden sucht

So war die DDR-Fussballmannschaft, (die ja angeblich nur durch die Stasi die BRD-Fussballmannschaft schlagen konnte) schon zuvor 1972 die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen und wurde 1974 Europapokalsieger. Der Torschütze selbst kam aus dem 1. FC Magdeburg der 1969 und 1973 DDR-Pokalsieger gewesen war.
Mit diesen Leistungen ging die DDR-Mannschaft ins Spiel der Weltmeisterschaft 1974 und gewann gegen die Mannschaft der BRD durch das Tor des 26jährigen Jürgen Sparwasser am 22. Juni 1974 im Volksparkstadion in Hamburg.
90 Minuten Klassenkampf, Jürgen Sparwassers Jahrhunderttor das um 21.03 Uhr fiel, traumatisiert die BRD so sehr, das sie heute noch nach Ausreden sucht, und sich nicht scheut das ganze als Geheimdienstaktion zu inszenieren.
Absolut lächerlich denn es gab weder eine Wanze im Ball noch spielte da ein IM Torschütze.

Wenige Tage später schied das Team der DDR jedoch aus dem Wettbewerb aus. Die Spieler der Bundesrepublik sollten sich dagegen im Finale durch einen 2:1-Erfolg gegen die Niederlande den Weltmeistertitel holen.
Trotzdem hatte das „goldene Tor von Hamburg“ Symbolcharakter:
Keiner rechnete damals mit einem Sieg der Fußballer aus der Ostzone.
„Diese Deutschen werden uns nie schlagen“ titelte die Bild-Zeitung noch hochmütig am Tag des Spiels. Nach der Niederlage saß der Schock für die Bundesrepublik tief, doch zu einer Revanche sollte es nie kommen. Die DDR 1974 Europapokalsieger hatte den frisch gekürten Weltmeister von 1974 die einzige Niederlage zugefügt. Nur rund 1500 „handverlesene Fans aus dem Osten“waren beim Sieg der DDR-Mannschaft in Hamburg dabei. Eine Flucht von Fans wäre für die BRD Medien ein gefundenes Fressen gewesen. Das wollte man schon im Vorfeld ausschliessen.

Als er in der 78. Spielminute die Fussballlegenden Franz Beckenbauer, Berti Vogts und Horst-Dieter Höttges stehen ließ und schließlich auch noch Torwart Sepp Maier verlud, schrieb Sparwasser Fußballgeschichte. Es war das einzige Tor im ersten und letzten deutsch-deutschen Länderspiel.

Seine Flucht 1988 in den Westen brachte ihm kein Glück ein – so wie vielen denen die Flucht auch kein Glück brachte. Während ihm die DDR mehrfach anbot Trainer zu werden und ihn trotzdem er dies ausschlug quasi mit einer Lebensstellung der Magdeburger Pädagogischen Hochschule versorgte, endete seine „Trainerlaufbahn“ im Westen schon nach nur 3 Jahren wo er nur in mittelmässigen Clubs assistierte.

2003 ersteigerte ein Krefelder Unternehmer Sparwassers Trikot mit der Nr. 14, das dieser 1974 im Spiel gegen die DFB-Auswahl getragen hatte und überließ es dem Bonner Haus der Geschichte, wo es seither ausgestellt ist. Trikots sind im Westen eben mehr gefragt als Menschen.

Waren Sportler in der DDR abgesichert?

Um es gleich vorneweg zu nehmen, ja. DDR Sportler waren in jedem Fall immer auch in ihrer Existenz voll abgesichert, indem sie in DDR-Betrieben oder DDR-Behörden (z.b. die NVA, nationale Volksarmee) angestellt waren, sodaß sie im Falle ihres sportlichen Karriereendes auch in den normalen Alltag des Volkes zurück kehren konnten. Üblicherweise erleben Sportler an diesem Punkt die Kehrseite des Sportes, Spätfolgen seelische und finanzielle Abstürze usw. denn nicht jeder Sportler wechselt in die Trainerlaufbahn.
Der Sozialismus fängt seine „Helden“ gewissermaßen so gut wie möglich wieder auf und integriert sie wieder ins normale Arbeitsleben. Im Westen existert kein „Netz“ nach der Sportlerkarriere. Dort ist der Absturz praktisch vorprogrammiert. Entweder der Sportler hat soviel verdient um „finanziell ausgesorgt“ zu haben (was den seelischen Absturz aber nicht verhindert) oder er fällt ins Bodenlose.

Ein Beispiel dafür ist die Karriere von Jürgen Sparwasser, dem Fussballer der 1974 das Tor gegen die BRD-Mannschaft schoss.

Noch vor seinem 18. Geburtstag kam Sparwasser am 26. Februar 1966 zu seinem ersten Einsatz in der DDR-Oberliga. Am 16. Spieltag der Saison 1965/66 wurde er beim 0:0 beim FC Hansa Rostock als linker Halbstürmer eingesetzt. Bis zum Saisonende wurde er noch in weiteren fünf Oberliga-Punktspielen der Magdeburger aufgeboten, die inzwischen als 1. FC Magdeburg antraten. Sein erstes Oberligator erzielte er beim Spiel Rot-Weiß Erfurt – FCM (2:1) am 12. März 1966.

Am 22. Juni 1969 wurde Sparwasser zum ersten Mal in der A-Nationalmannschaft eingesetzt. Im Spiel DDR – Chile (0:1) wurde er auf der linken Sturmseite aufgeboten. Trotz seiner konstanten Leistungen in der Oberliga wurde Sparwasser nie Stammspieler in der DDR-Auswahl. Andererseits entpuppte er sich als zuverlässiger Turnierspieler. Sowohl beim olympischen Fußballturnier 1972 als auch bei der Weltmeisterschafts-Endrunde 1974 bestritt er sämtliche Spiele. Mit der Olympiaauswahl, für die er zwischen 1968 und 1975 elf Länderspiele bestritt, gewann er 1972 die Bronzemedaille. Bei der Fußballweltmeisterschaft 1974 war er der 1:0-Siegesschütze im Vorrundenspiel DDR – Bundesrepublik und wurde damit zum Volkshelden im ostdeutschen Staat.

Mit dem 1. FC Magdeburg war Sparwasser zweimal Oberliga-Meister (1972 und 1974) und zweimal DDR-Pokalsieger (1969 und 1973) geworden. Bereits vor der Weltmeisterschaft hatte er mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger am 8. Mai 1974 durch einen 2:0-Sieg über den AC Mailand den größten Erfolg seiner Fußball-Laufbahn errungen. In den Spielzeiten 1973/74 und 1975/76 wurde Sparwasser erneut bester Torschütze der Magdeburger, dazwischen holte er sich 1975 seinen dritten DDR-Meister-Titel. Ab 1976 bildete er mit Streich und Hoffmann den Paradesturm des FCM und wurde 1978 und 1979 zum dritten und vierten Mal DDR-Pokalsieger. Die Saison 1978/79 war Sparwassers letzte Saison in der Oberliga, denn wegen eines Hüftleidens musste er 31-jährig den Leistungssport beenden. Damit hatte er für den 1. FC Magdeburg 271 Oberligaspiele mit 111 Toren, 27 DDR-Ligaspiele (22 Tore), 49 nationale Pokalspiele (20 Tore) und 41 Europapokalspiele (20 Tore) bestritten.

Seine Karriere dauerte also von 1966 bis 1979, mehr als 13 Jahre. Dazu kamen 2 Jahre bei den DDR-Junioren. Sehr lang für einen Fussballer aber im Osten durchaus üblich.

Während seiner aktiven Zeit hatte Sparwasser ein Ingenieurstudium als Maschinenbauer absolviert und 1980 eine Ausbildung zum Sportlehrer abgeschlossen. Erst 1973 trat Sparwasser in die SED ein. Damals wurde vermutlich Druck auf ihm ausgeübt, so wie auf alle die gegen die BRD-Mannschaft spielen wollten.
1974 trat er für die DDR zur Fussballweltmeisterschaft gegen die BRD an und schoss ein Jahrhunderttor, das der Westen bis heute noch traumatisiert.

Der 1. FC Magdeburg stellte den Sportlehrer nach dem Ende seiner Sportlerkarriere als Assistenztrainer an, mehrfache Angebote, den Cheftrainerposten zu übernehmen, lehnte Sparwasser ab, da er das damit verbundene politische Engagement vermeiden wollte. Stattdessen wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Magdeburger Pädagogischen Hochschule.

Als seine Tochter einen Ausreiseantrag stellte, wurde auch Sparwassers berufliche Stellung gefährdet. Daher entschloss er sich 1988 zur Flucht in die Bundesrepublik. Anlässlich eines Spiels der Altherrenmannschaft des 1. FC Magdeburg in Saarbrücken gelang dieses Vorhaben zusammen mit seiner Frau, die zur gleichen Zeit auf Verwandtenbesuch in der Bundesrepublik war.

In der Bundesrepublik arbeitete Sparwasser zunächst auch wieder als Trainer, von 1988 bis 1990 als Co-Trainer beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt unter Karl-Heinz Feldkamp, danach bis zu seiner Entlassung im November 1991 beim Zweitligisten SV Darmstadt 98.
Für kurze Zeit trainierte er anschließend den Amateurverein Rot-Weiß Walldorf, um dann bei einer Versicherung im Bereich Sportmarketing zu arbeiten. 1997 wurde Sparwasser Präsident der Vereinigung der Vertragsfußballspieler VdV. Dieses Amt übte er bis 1999 aus und betätigte sich später als Spielerberater.
Im Westen hatte Jürgen Sparwasser also nur von 1988 bis 1991 als Fussballtrainer gearbeitet.
Seine Flucht in den Westen hatte sich wahrlich nicht gelohnt.

 

Die wichtigsten systemspezifischen Wirkfaktoren für den langjährig Erfolg des Leistungssports in der DDR

  • Das Fördersystem des Leistungssports in seinen drei Stufen und mit den entsprechenden Struktureinheiten Trainingszentren/Trainingsstützpunkte, Sportclubs/Kinder- und Jugendsportschulen, Sportschulen und Auswahlmannschaften der Sportverbände.
  • Das Konzept eines langfristigen Leistungsaufbaus und seine Umsetzung über 4 Trainingsetappen (Grundlagen-, Aufbau-, Anschluß- und Hochleistungstraining) mit dem Ziel, auf diesem Weg Sportler systematisch zu internationalen Spitzenleistungen zu führen.
  • Die nahezu flächendeckende Sichtung und Auswahl sportlicher talentierter Kinder und Jugendlichen in allen Bezirken mit der von DTSB und Volksbildung gemeinsam getragenen Einheitlichen Sichtung und Auswahl (ESA) als Hauptform.
  • Die in der Mehrzahl der Sportarten ganzjährigen Wettkampfsysteme mit den Spartakiadewettkämpfen in den Kreisen, Bezirken und auf DDR-Ebene als Höhepunkte im Nachwuchsleistungssport.
  • Das Training als komplexer Bildungs- und Erziehungsprozeß unter Führung des Trainers, das in allen Trainingsetappen als aktivstes Element der sportlichen Leistungsentwicklung planmäßig gestaltet und zugleich ständig vervollkommnet und erneuert wurde.
  • Die hohe Leistungs-, Trainings- und Belastungsbereitschaft der Sportler, die durch vielfältige erzieherische Einflüsse, durch individuelle Selbstmotivation sowie durch die in den verschiedenen Sportarten und Trainingskollektiven bestehenden Leistungsmaßstäbe auf sehr hohem Niveau ausgeprägt war.
  • Die Einheit von sportlicher, schulischer und beruflicher Entwicklung der Sportler und ihre gesicherte berufliche und soziale Perspektive durch umfangreiche Fördermaßnahmen des Staates.
  • Die engagierte Tätigkeit der Trainer, ihre Maßstäbe und ihre fachlichen und pädagogischen Fähigkeiten bei der Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung der Sportler.
  • Die enge und vertrauensvolle Gemeinschaftsarbeit von Trainern, Sportmedizinern, Sportwissenschaftlern und weiteren Spezialisten im Prozeß der Vorbereitung und der inhaltlichen und organisatorischen Sicherung hoher sportlicher Leistungen.
  • Die planmäßige Aus- und Weiterbildung der im Leistungssport tätigen Trainer, Übungsleiter sowie von weiteren Fachleuten unter der hauptsächlichen Verantwortung der DHfK und der Sportverbände.
  • Die auf wissenschaftlichen Vorlauf ausgerichtete Forschung im Hoch- und Nachwuchsleistungssport, die sich durch ihre Praxisgerichtetheit und ihren interdisziplinären Charakter auszeichnete und in deren Mittelpunkt eine angewandte sportartspezifische Forschung stand.
  • Die breite Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis und die ständige Verallgemeinerung der gewonnenen Erfahrungen auf den verschiedenen Arbeits- und Leitungsebenen unter aktiver Mitarbeit der Wissenschaftler.
  • Die umfangreiche sportmedizinische Betreuung aller Leistungssportler durch den Sportmedizinschen Dienst, die über hauptamtlich arbeitende Kreis-, Sektions- und Verbandsärzte und entsprechend Beratungsstellen alle drei Förderstufen umfaßte und die vor allem auf die Sicherung einer hohen Belastbarkeit und die optimale Wiederherstellung der Trainierenden ausgerichtet war.
  • Die professionelle, im hohem Maße zentral geleitete Führung des Hoch- und Nachwuchsleistungssports auf der Basis von weitgehend wissenschaftlich gestützten Beschlüssen, Plänen und Konzepten.
  • Die Planung und Auswertung des Trainings und der Leistungen mit sportartspezifischen Plandokumenten, zentraler und dezentraler Leistungsdiagnostik, Trainingsdokumentation und weiteren Arbeitsformen einer prozeßbegleitenden Arbeit (Trainerräte, Arbeitskreise, Steueraktive u. a. m.).
  • Die ideelle und materielle Stimulierung hoher Wettkampfleistungen der Sportler sowie der daran unmittelbar beteiligten Trainer, Wissenschaftler, Sportmediziner, Techniker und Funktionäre.
  • Der auf Schwerpunkte konzentrierte Einsatz der materiell-technischen Voraussetzungen, der finanziellen Mittel und der personellen Möglichkeiten und deren optimale Nutzung für die Trainings- und die Wettkampftätigkeit, für die Sport- und Meßgeräteentwicklung sowie für die wissenschaftliche und sportmedizinische Arbeit.

Tja, wie man sieht unterscheidet es sich nicht wirklich von dem, was man auch im Rest der Welt als Vorraussetzung für sportlichen Erfolg ansieht. Nur war die Planwirtschaft eben besser organisiert, da sie nicht primär auf Sponsoren angewiesen war.

Das dies funktioniert zeigte sich bei den deutschen Skispringern, die unter dem DDR-Trainer herausragende Spitzenleistungen erbrachten. Als man diesen endlich weggemobbt hatte und durch einen Westtrainer ersetzt hatte, versagten Schmitt und Hannawald, was bei Hanni geradezu einen psychologischen Kollaps auslöste und zu seinem vorzeitigem Karriereende führte. Auch für Schmitt war es sicher demütigend nun teilweise sogar in die B-Mannschaft zurückzufallen. Auch der Rest sprang jahrelang fast kontinuierlich hinterher, während die Österreicher eine vernünftige Jugendarbeit leisteten und damit gleich Reihenweise Spitzenspringer lieferten. Erst als sie diese Trainer aus Österreich holten und die Jugendarbeit wieder aufbauten, stellten sich wieder mehr Erfolge ein.

Die Reihenfolge dieser Faktoren enthält keine Aussage über ihre Rangfolge. Sie soll vor allem ihre Komplexität und ihren Systemcharakter widerspiegeln. Dem Training und dem Trainer kam in diesem System eine zentrale Rolle zu. Aber auch sie waren Bestandteile eines Ensembles von Faktoren, das erst in seiner Ganzheit voll wirksam wurde. Nicht einzelne Faktoren oder gar ein Wirkungsfaktor waren also ausschlaggebend. Völlig zu Recht sagt Erbach, die „Systemwirkung war entscheidend für den Erfolg“ des Leistungssports in der DDR. (Erbach, G.: a.a.O. S.86). Bei den olympischen Spielen stand die DDR regelmässig im Medallienspiegel vor der BRD. Wir haben Weltmeister in Eiskunstlauf, Skispringen, Schwimmen, Rodel, Bob, Skispringen, Nordisch Kombination, Eiskunstlauf und Eisschnellauf und vielen anderen Disziplinen gehabt. Natürlich gab es Dopingfälle und insbesondere wohl in der Leichtathletik. Das aber für DDR oder Ostblock-Sport zu verallgemeinern ist schlichtweg ein Witz. Doping ist nunmal eine negative Begleiterscheinung des Spitzensports, was nicht zuletzt auch an dem Ergeiz von Trainern und Athleten liegt, die sich dem Ziel verschreiben, um jeden Preis zu gewinnen. Man muss sich auch nur mal die Dopingfälle im Westen anschauen, die Tour de France war offensichtlich ein einziger Dopingsumpf und die Leichtatlethik ist generell extrem drogenanfällig wie auch da die vielen Fälle zeigen. Gleiches gilt für den Schwimmsport. Tatsächlich hinken die Kontrolleure permanent hinterher um die ganzen Dopingfälle weltweit überhaupt aufzudecken. Der westen ist also keinesfalls besser und er ist übrigens auch der Lieferant der Dopingscene, natürlich nicht direkt sondern über dunkle Kanäle. Auch in der DDR wurden Sportler des Jahres ermittelt. Dies geschah durch eine Leserumfrage der Tageszeitung Junge Welt nach einer von Journalisten aufgestellten Kandidatenliste ab 1953, ab 1958 wurde auch eine Sportlerin und ein Jahr später auch eine Mannschaft des Jahres gekürt.

    1. Als Sportler des Jahres wurden von den Lesern gewählt: 1953 bis 1961: Gustav Adolf Schur „Täve“ (Straßenradsport) 1958: Karin Beyer (Schwimmen) 1959: Gisela Birkemeyer (Leichtathletik, Hürdenlauf) 1960: Ingrid Krämer-Gulbin (Turmspringen) 1961: Ute Starke (Turnen) 1962: Ingrid Krämer-Gulbin ;Helmut Recknagel (Skispringen) 1963: Ingrid Krämer-Gulbin; Klaus Ampler (Straßenradsport) 1964: Ingrid Krämer-Gulbin; Klaus Urbanczyk (Fußball) 1965: Hannelore Suppe (Leichtathletik, 400/800 m); Jürgen May (Leichtathletik, Mittelstrecke) 1966: Gabriele Seyfert (Eiskunstlauf); Frank Wiegand (Schwimmen) 1967: Karin Janz (Turnen); Roland Matthes (Schwimmen) 1968: Margitta Gummel (Leichtathletik, Kugelstoßen); Roland Matthes (Schwimmen) 1969: Petra Vogt (Leichtathletik, Sprint); Roland Matthes (Schwimmen) 1970: Erika Zuchold (Turnen); Roland Matthes (Schwimmen) 1971: Karin Balzer (Leichtathletik, Hürdenlauf); Roland Matthes (Schwimmen) 1972: Karin Janz (Turnen); Wolfgang Nordwig: (Leichtathletik, Stabhochsprung) 1973: Kornelia Ender (Schwimmen); Roland Matthes (Schwimmen) 1974: Kornelia Ender (Schwimmen); Hans-Georg Aschenbach (Skispringen) 1975: Kornelia Ender (Schwimmen); Roland Matthes (Schwimmen) 1976: Kornelia Ender (Schwimmen); Waldemar Cierpinski (Leichtathletik, Marathon) 1977: Rosemarie Ackermann (Leichtathletik, Hochsprung); Rolf Beilschmidt (Leichtathletik, Hochsprung) 1978: Marita Koch (Leichtathletik, Sprint); Udo Beyer (Leichtathletik, Kugelstoßen) 1979: Marita Koch (Leichtathletik, Sprint); Bernd Drogan (Straßenradsport) 1980: Maxi Gnauck (Turnen); Waldemar Cierpinski (Leichtathletik, Marathon) 1981: Ute Geweniger (Schwimmen); Lothar Thoms (Straßenradsport) 1982: Marita Koch (Leichtathletik, Sprint); Bernd Drogan (Straßenradsport) 1983: Marita Koch (Leichtathletik, Sprint); Uwe Raab (Straßenradsport) 1984: Katarina Witt (Eiskunstlauf); Uwe Hohn (Leichtathletik, Speer) 1985: Marita Koch (Leichtathletik, Sprint); Jens Weißflog (Skispringen) 1986: Heike Drechsler (Leichtathletik, Sprint/Weitsprung), Olaf Ludwig (Straßenradsport) 1987: Silke Möller (Leichtathletik, Sprint); Torsten Voss (Leichtathletik, Zehnkampf) 1988: Kristin Otto (Schwimmen); Olaf Ludwig (Straßenradsport) 1989: Kristin Otto (Schwimmen); Andreas Wecker (Turnen)
    2. Olympiasieger (1956 bis 1964 gesamtdeutsche Olympiamannschaften) Sommerspiele: 1956 Melburne: Wolfgang Behrendt, Boxen 1960 Rom: Igrid Krämer, Turmspringen (3m und 10m) 1964 Tokio: Ingrid Krämer, Turmspringen; Karin Balzer, Leichtathletik (Hürdenl.) 1968 Mexico: Margitta Gummel, Kugelstoßen; Christoph Höhne, Leichtathletik 50 km Gehen; Manfred Wolke, Boxen; Roland Matthes, Schwimmen (100/200 m Rücken); Lothar Metz, Ringen (Class.); Rudern 2er ohne (Bothe/Lucke) und Rudern 4er ohne (Forberger/Grahn/Rühle/Schubert) 1972 München: 20 Goldmedaillen (23 Silber; 23 Bronze) 1976 Montreal: 40 Goldmedaillen (je 25 Silber und Bronze) 1980 Moskau: 47 Goldmedaillen (37 Silber, 42 Bronze; unreal weil vom Westen boykottiert) 1984 Los Angelos: keine Teilnahme (Olympiaboykott des Ostens) 1988 Seoul: 37 Goldmedaillen (35 Silber, 30 Bronze) Winterspiele: 1956 Cortina d’Ampezzo: Harry Glass, Skispringen (Bronze erste Olympiamedaille für einen DDR-Sportler) 1960 Squaw Valley: Helmut Recknagel, Skispringen; Helga Haase, Eisschnelllaufen 1964 Innsbruck: Ortrun Enderlein, Rodeln; Thomas Köhler, Rodeln 1968 Grenoble: Klaus-Michael Bonsack/Thomas Köhler, Rodel Doppelsitzer 1972 Sapporo: Ulrich Wehling, nord. Kombination; Rodeln: Anna-Maria Müller, Rodeln: Wolfgang Scheidel, Rodeln: Reinhard Bredow/Horst Hörnlein 1976 Innsbruck: Ulrich Wehling, nord. Kombination; Rodeln: Margit Schumann, Rodeln: Detlef Günther und Rodeln: Hans Rinn/Norbert Hahn; 2er Bob (Meinhard Nehmer/Bernhard Germeshausen); 4er Bob (Nehmer/ Germeshausen/Babock/Lehmann) Hans-Georg Aschenbach Skispringen 1980 Lake Placid: Ulrich Wehling, nord. Kombination; Frank Ullrich, Biathlon; Anett Pötzsch, Eiskunstlauf; Karin Kania, Eisschnelllauf; Bernhard Glass und Rinn/Hahn, Rodeln; Barbara Petzold, 10 km Langlauf; 4×10 km Damen (Rostock/Anding/Schmidt/Petzold); 4er Bob (Nehmer/Musiol/Germeshausen/Gerhardt) 1984 Sarajewo: Katarina Witt, Eiskunstlauf; 2er Bob; 4er Bob; Steffi Walter, Rodeln; Jens Weißflog, Skispringen; Karin Kania, Andrea Ehrig, Christa Luding alle Eisschnelllauf 1988 Calgary: Jens Müller, Jörg Hoffmann/Jochen Pietzsch, Steffi Walter alle Rodeln; Frank-Peter Roetzsch, 10 und 20 km Biathlon; Christa Luding, André Hoffmann und Jens-Uwe Mey, Eisschnelllauf; Katarina Witt, Eiskunstlauf
  1. Jens Weißflog bei DDR-Skimeisterschaften 89 Sehr populäre Sportarten mit zahlreichen Weltmeistern waren neben Radfahren, Eislaufen, Schwimmen und Leichtathletik noch Skispringen.SkispringenDDR-Sportler gewannen elf Mal die Vierschanzentournee (Jens Weißflog weitere zwei für Deutschland) und errangen zehn zweite und neun dritte Ränge in der Gesamtwertung. Die Gewinner der Vierschanzentournee waren: Jens Weißflog (2+2), Helmut Recknagel (3), Jochen Danneberg (2), Manfred Deckert, Hans-Georg Aschenbach, Reiner Schmidt und Horst Queck.Weltmeister von der Normalschanze waren: Helmut Recknagel, Mathias Buse, H-G. Aschenbach (2) und J. Weißflog (2) Weltmeister von der Großschanze waren: Helmut Recknagel und H-G. AschenbachSkiflugweltmeister waren: Klaus Ostwald und H-G. Aschenbach
  2. Straßenradrennen (besonders Friedensfahrt) Friedensfahrt-Sieger waren: 1955 und 1959: Gustav Adolf Schur („Täve“) 1960: Erich Hagen 1963: Klaus Ampler 1968: Axel Peschel 1976: Hans-Joachim Hartnick 1982: Olaf Ludwig 1983: Falk Boden 1986: Olaf Ludwig 1989: Uwe Ampler Die DDR Mannschaft gewann 1953, 1960, 1963, 1964, 1969, 1982, 1983 und 1989 Von den Radfahrern der DDR ragt besonders Gustav Adolf Schur, genannt Täve, hervor. Er war Amateur-Weltmeister 1958 und 1959 und Vize-Weltmeister 1960. Die WM 1960 fand auf dem Sachsenring statt und wurde legendär, weil Täve als amtierender Weltmeister die Aufmerksamkeit des starken Belgiers van den Bergen auf sich zog und damit uneigennützig seinem Teamkollegen Bernhard Eckstein einen Sprintsieg und den Weltmeistertitel ermöglichte. Kurz vor dem Ziel überholte er noch den entnervten van den Bergen. Bei den Olympischen Spielen holte er 1956 Bronze und 1960 Silber jeweil im Straßen-Mannschaftsfahren. Er war mehrfacher Friedensfahrtsieger und oftmaliger DDR-Sportler des Jahres.
  3. Enduro Six Days (Motorradgeländesport) Die Werksmannschaften von MZ und Simson gewannen sieben Mal die Six Days-Trophy (1963, 1964, 1965, 1966, 1967, 1969 und 1987) und sechs Mal die Silbervase/Juniortrophy (1964, 1965, 1981, 1984, 1985 und 1987). Außerdem wurden die erfolgreichsten Motorradpiloten der DDR 18 Mal Europameister. Die bekanntesten Namen sind: Peter Uhlig Werner Salevsky Fred Willamowski Ewald Schneidewind Hannes Mauersberger
  4. Eröffnung in Seoul Seoul, der Zweikampf mit der USA-MannschaftÜber das glanzvolle Abschneiden der DDR Sportler und Mannschaft ist seinerzeit viel geschrieben und gesprochen worden. Jedes zweite Mannschaftsmitglied errang eine Medaille. Insgesamt waren es 102! Ein eindrucksvoller Beleg für die Leistungsfähigkeit der DDR und die -die Wirksamkeit unseres Vorbereitungssystems. Der sportliche Wettstreit mit dem USA-Team wurde erwartungsgemäß hart und spannend bis zum Abschluß der Spiele. An den letzten beiden Wettkampftagen waren unsere Sportler nur noch in wenigen Disziplinen an den Wettkämpfen beteiligt, während die US-amerikanischen Athleten in allen noch ausstehenden Sportarten starteten. So schmolz unser Vorsprung mehr und mehr. Am Ende betrug er nur noch eine Goldmedaille. Die Olympiasiege von Henry Maske und Andreas Zülow im Boxen, von Jürgen Schult im Diskuswerfen und im Kajak-vierer der Frauen mit Birgit Fischer als Schlagfrau gaben den Ausschlag. Unsere Mannschaft behielt die Nase vorn!

Diskussionen

2 Gedanken zu “Von Mythen & Märchen – Sport

  1. Es ist gut, dass die heuchlerische Praxis in „Westdeutschland“, die eigene Doping-Praktiken zu leugnen bzw. wegzuschauen, hier an den Pranger gestellt wird. Allerdings scheint die Darstellung durch die Heuchlerei im Westen das strukturelle Betrügen im „Osten“ relativieren zu wollen. Diese Moral ist allerdings fragwürdig. Leider wird nicht der Doping-Wahnsinn und Vertuscherei gebrandmarkt sondern offenbar eine „es war nicht alles schlecht in der DDR“-Haltung unterfüttert. Schade.

    Verfasst von Harry Ap | 16 Juni, 2016, 12:08 pm
    • Das liegt wohl daran, das dir grundsätzlich Vorurteile eingeimpft wurden, das die DDR in unglaublichem Maßstab gedopt haben soll – wie ja alles in der DDR böse war.
      Natürlich war auch dort nicht alles eitler Sonnenschein denn wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Doch es liegt in der Natur der Sache, das es unter den Nationen einen Wettbewerb gab/gibt und da schaut man bei Amis und Wessis grundsätzlich über jegliches Doping hinweg. Im Zweifel sind die unter Druck gesetzten Sportler dort jener Kopf, der als Erstes rollt.
      Den Ossis dichtet man jedoch eine Geheimdienst-„Operation Leder“ an, als würde die Stasi selbst auf dem Fussballplatz spielen. Aber die Wahrheit ist – es standen gedopte Wessis auf dem Fussballplatz und eigentlich müsste man ihnen die damals gewonnene Weltmeisterschaft aberkennen, so wie man Ossis – auf Betreiben der Sieger – zahlreiche Weltmeisterschaftstitel aberkannte.
      Und das gleiche passiert ja jetzt mit den Russen die man von Olympia ausschliessen will. Das ist nichts weiter als der Versuch die ungeliebte Konkurrenz loszuwerden. Die Argumente sind ebenso fadenscheinig.
      Was die Menschen wirklich lernen müssen, ist zu relativieren und nur dann können sie auch erkennen, wie sehr ihnen ihre Vorurteile schaden, denn ein Sportler, ein Arbeiter aber auch ein Student fährt mit einem Solidarsystem besser, schlechter gehts nur den Superreichen. Sie sind es die Meinungen verfälschen um Ungerechtigkeit zu erhalten und auszubauen.

      Verfasst von monopoli | 21 Juli, 2016, 7:03 pm

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NATO verlangt 2% des Haushaltes
für das Militär auszugeben,

das wären 65 Mrd. Euro jährlich
derzeitiger Militär-Etat: 36,6 Mrd.$
Militär-Etat USA 2015: 1839,53$
Militär-Etat Ger 2017:... 488,09$
Militär-Etat Rus 2015:... 466,44$
(Angaben pro Einwohner des Landes.)

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