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Rechtschreibung & Grammatik
Lorenzo detail von Michelangelo's Grab des  Lorenzo de' Medici.

Lorenzo detail von Michelangelo’s Grab des Lorenzo de‘ Medici.

Die deutsche Rechtschreibung geht auf Konrad Duden zurück. Duden selbst hatte während seiner Schulzeit eine Vier in Deutsch. Das im Jahre 1880 erschienene Werk „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ gilt als der „Urduden“ und enthält 28.000 Stichwörter auf 187 Seiten.  Bismarck verbot jedoch per Erlass, die in den preußischen Schulen gelehrte Orthographie in der Verwaltung anzuwenden. Erst 1901 nach seiner Abdankung beschlossen man eine einheitliche deutsche Rechtschreibung auf der Grundlage von Dudens Wörterbuch.

Moderne Kleinkarierte meinen das korrekte Rechtschreibung ein Zeichen von Intelligenz sei.
Schaut euch in der Politik um und ihr seht was diese Intelligenz anrichtet.
Wer meint das mehr Intelligenz bessere Politik zur Folge hat, sollte mal seine Weltsicht überdenken.

99,9% der Menschheit entwickelte sich ganz ohne Universitäten und Rechtschreibung.
Intelligenz erkennt man nicht an Hochdeutsch, Schönheit, Reichtum und Erfolg. Selbst Genies waren gewöhnlich eher – Sozialfälle – ohne Uni, Abitur und Ähnlichem. Aber es gibt eine Menge Leute die meinen sie wären klüger und begreifen nichtmal die Grundzüge der Politik.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl der Bundestag spricht ein völlig anderes Deutsch, aber dann denk ich, Gott schuf die CDU nur um unsere Standfestigkeit zu prüfen.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl der Bundestag spricht ein völlig anderes Deutsch. Was für eine Sprache spricht diese Frau eigentlich? Aber dann denk ich, Gott schuf die CDU nur um unsere Standfestigkeit zu prüfen.

Goethes Meinung über die Rechtschreibung:
„Mir, der ich selten selbst geschrieben was ich zu Druck beförderte, und, weil ich diktirte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig.
Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal gethan.“
Quelle: Vierzig Jahre 1845; fünfter Band, S. 61

merkelshirtLetztendlich wäre es doch schön, wenn wir alle etwas toleranter und entspannter wären.
Der Mensch hat das Recht Fehler zu machen.
Nehmen wir ihn doch einfach so wie er ist, ein fehlerhaftes Wesen.

Und mal ehrlich, was wäre Deutschland ohne all die schönen Dialekte?

Hier ein paar schöne Beispiele:

Delfine schwimmen schnell und leis
(man schreibt sie mit „ph“ -ich weiß;
doch schreibt man ja auch Tele“f“on,
und das bereits seit langem schon)-
sie schwimmen (wie gesagt mit „f“)-
sie schwimmen – vorn ihr alter Scheff
(wir schreiben schließlich auch „Schofför“)-
sie schwimmen also durch das Meer.
Was heißt durchs „Meer“? – Sogar durch „Meere“!
Und manche altgediente Mähre,
wie überhaupt so manches Ferd
(mit „V“ wär es total verkehrt)
glaubt, es sei schnell wie ein Delphien!
(das zweite „e“ ist schlecht für ihn.)
Ortogravieh – das sieht man hier –
ist nicht ganz leicht für Mensch und Tier!


– Heinz Erhardt –

Ick liebe dir, ick liebe dich,
wie’s richtig is, det weeß ick nich,
det is mir völlig Pomenade,
Mann lass de Fünfe mal jerade.
Sei nicht so knickrick Menschenskind,
reißt Bäume aus, wo keene sind.
Ick lieb nich uff’n erst’n Fall,
ick kann et nich im zweeten Fall,
doch kloppt meen Herze uff de schnelle,
ick lieb dich doch, uff alle Fälle.
Gibt dir dat Leben mal nen Knuff,
so weene keene Träne,
Lach dir `nen Ast und setz da druff
und baumle mit de Beene.
– Verfasser unbekannt –
Reichston

Ich saz ûf eime steine,
und dahte bein mit beine,
dar ûf satzt ich den ellenbogen;
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dô dâhte ich mir vil ange,
wie man zer welte solte leben;
deheinen rât kond ich gegeben,
wie man driu dinc erwurbe,
der keines niht verdurbe.
diu zwei sind êre und varnde guot,
daz dicke ein ander schaden tuot;
das dritte ist gotes hulde,
der zweier übergulde.
die wolte ich gerne in einen schrîn.
jâ leider, desn mac niht sîn,
daz guot und weltlich êre
und gotes hulde mêre
zesamene in ein herze komen.
stîg unde wege sint in benomen:
untriuwe ist in der sâze,
gewalt vert ûf der strâze:
fride unde reht sint sêre wunt.
diu driu enhabent geleites niht,
diu zwei enwerden ê gesunt.

– Walter von der Vogelweide –
Übersetzung:

Ich saß auf einem Steine
und tat Bein mit (dem) Beine.
Darauf setzt ich den Ellbogen;
ich hatte in meine Hand geschmiegt
das Kinn und eine meiner Wangen.
Da dachte ich viel (und) lange,
wie man zur Welte sollte leben;
den einen Rat konnt ich gegeben,
wie man drei Ding erwerbe,
dass keines nicht verderbe.
Die Zwei sind Ehre und fahrendes Gut,
das dick (groß) einander Schaden tut,
das Dritte ist Gottes Huld (Glück),
den Zweien übergolden (überlegen).
Die wollt ich gern in einem Schrein
ja leider, dies mag nicht (so) sein,
dass Gott und weltlich Ehre
und Gotes Huld (Glück sich) mehre
zusammen in ein Herz kommen.
Steig und Weg in benommen(fortgenommen)
Untreue ist in der Saße
(lauert im Schlamm)
Gewalt fährt auf der Straße
Friede und Recht sind seiner wund.
Die Dritte zu haben geleitet(reicht) nicht
die Zwei nicht werden eh gesund.
Sasse = schlammige Wegverengung abseits der Dörfer, gern für einen Hinterhalt auf fahrendes Volk genutzt

Diskussionen

2 Gedanken zu “Rechtschreibung & Grammatik

  1. Ich finde, die Bertelsmannsche „Reschreiref“ ist die genialeste Erfindung seit der Einführung des Dollar als Einheitswährung. Wir sollten uns bemühen, den Stängel immer mit „ä“ (weil das von dem änglischen Begriff Ängel herkommt!) zu schreiben, und künftig der Rationalisierung halber auf sämtliche Punkte und Kommas zu verzichten. Ein weitere Schritt wäre dann der Verzicht auf Groß und Kleinschreibung, und wegen die Digitalisierung könnte man auch auf sämtliche Leerzeichen verzichten. Das wär doch mal was, oder? Im übrigen – Dein Blog gefällt mir! Gruß Norbert.

    Verfasst von sascha313 | 19 Dezember, 2013, 8:00 am
    • Ja unsere Kleinkariertheit ist schon enorm engstirnig. Im Schnitt macht jeder Mensch pro 20 Worte 1 Fehler (gratuliere zum Durchschnitt :-).
      Dafür hat es der fehlerfreie Koalitionsvertrag fertig gebracht auf hundert Seiten etwas zu formulieren was kein Mensch mehr versteht.
      Mehr Rechtschreibung geht jedenfalls nicht mit mehr Intelligenz einher, genauso wie Anzug und Krawatte nicht auf Moral schließen lässt.
      Daher lob ich mir die Unvollkommenheit der einfachen Menschen, die so schreiben wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.
      Dein Blog gefällt mir auch, bedien dich ruhig. Gruß Monopoli

      Verfasst von monopoli | 19 Dezember, 2013, 7:58 pm

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Militär-Etat Ger 2017:... 488,09$
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