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Nestlé wegen Mordes angeklagt

Nestlé wegen Mordes angeklagt

Nestlé: Anatomie eines Weltkonzerns / Attac-Texte

Nestlé: Anatomie eines Weltkonzerns
Attac-Texte, Taschenbuch: 128 Seiten, ISBN-10: 385869293X


Nestlé, die weltweite Nummer 1 im Lebensmittelsektor, ist das Musterbeispiel eines Weltkonzerns. Er pflegt das Image eines qualitätsbewussten Unternehmens, das gute Arbeitsbedingungen bietet und mit seiner Politik den Armen dieser Welt entgegenkommt.

Das Europäische Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) hat zusammen mit der kolumbianischen Gewerkschaft Sinaltrainal bei der Staatsanwaltschaft im schweizerischen Zug Strafanzeige gegen die Nestlé AG und führende Direktoren des Konzerns gestellt. Die Menschenrechtsorganisation wirft ihnen vor, den Tod des kolumbianischen Gewerkschafter Luciano Romero im Jahr 2005 verursacht zu haben. Die Klage schafft möglicherweise einen Präzedenzfall, denn erstmals könnte ein Schweizer Unternehmen in der Heimat für Unrecht haftbar gemacht werden, das im Ausland begangen wurde.

Nach Ansicht des Generalsekretärs des ECCHR, Wolfgang Kaleck, können durch den Präzedenzfall Maßstäbe für Unternehmensverantwortung gesetzt werden. Dies gebe „im Ausland engagierten Firmen wichtige Hinweise für ihr Risikomanagement“. Zudem ermutige es Gewerkschafter weltweit, die Justiz für die Verteidigung ihrer Rechte zu nutzen.

Der kolumbianische Gewerkschafter Luciano Romero war im September 2005 im Nordosten Kolumbiens von Paramilitärs entführt, gefoltert und mit 50 Messerstichen ermordet worden. Zuvor hatte er jahrelang für die kolumbianische Nestlé-Tochter Ciolac gearbeitet. Im Unternehmen hatte er sich für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen eingesetzt. Romero erhielt Todesdrohungen, nachdem er vom lokalen Nestlé-Management fälschlich als Guerillero diffamiert worden sei, schreibt das ECCHR in ihrer Pressemitteilung. In der damals von rechten Paramilitärs kontrollierten Region Cesar kam dies einem Todesurteil gleich.

Die lokale Nestlé-Vertretung war auf mehreren Ebenen mit paramilitärischen Kreisen verflochten, stellt das ECCHR fest. Demnach habe sie zum einen Lieferbeziehungen zu Großgrundbesitzern unterhalten, die Verbindungen zu paramilitärischen Kreisen hatten. Zum anderen sagte ein Ex-Kommandant der Paramilitärs, Salvatore Mancuso, bei einem Verfahren in den USA aus, Cicolac habe Zahlungen an seine Einheiten geleistet. Die Schweizer Unternehmensführung wusste laut ECCHR vom Fehlverhalten ihrer Vertreter in Kolumbien und der Bedrohung der Gewerkschafter in dem bewaffneten Konflikt. Sie sei dennoch untätig geblieben. In der Strafanzeige wird dem Unternehmen vorgeworfen, die Tat fahrlässig nicht verhindert zu haben.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte Nestlé, man lehne jede Art von Gewalt ab. Die Details der Strafanzeige seien noch nicht bekannt. Außerdem verwies Nestlé demnach auf ähnliche Verfahren der Sinaltrainal gegen den Konzern, die bislang immer erfolglos geblieben seien.

In Kolumbien werden seit Jahren fast die Hälfte aller Morde an Gewerkschaftern weltweit verübt. Verantwortlich dafür sind meist Paramilitärs und staatliche Sicherheitskräfte. Der Nestlé-Konzern, der bereits seit 1944 in Kolumbien tätig ist, unterhält mittlerweile mehrere Tochterfirmen und Fabrikstandorte. So ist der der Mord an Luciano Romero auch kein Einzelfall. Seit 1986 wurden allein mindestens 13 Nestlé-Arbeiter und Anführer der Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal ermordet oder sie verschwanden.

„Für uns ist diese Anzeige ein Hoffnungsschimmer. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens werden uns die Ermittlungen helfen bei der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit für dieses Verbrechen an Luciano Romero, einem angekündigten Tod, wie so viele in Kolumbien“, sagte der Opferanwalt Leonardo Jaimes.

Anwalt Jaimes, Wolfgang Kaleck vom ECCHR und Carlos Olaya von Sinaltrainal informieren am kommenden Freitag, 9. März 2012 in Berlin über den Fall und die Strafanzeige.

Quelle: Amerika21.de

Angesichts der Unternehmensgrundsätze von Nestle in Sachen „Menschenrechte in unseren Geschäftsaktivitäten und Arbeitsbedingungen“ lesen sich diese wie blanker Hohn.
Wir
• unterstützen und achten den Schutz der internationalen Menschenrechte innerhalb unseres Einflussbereichs (UNGC Grundsatz 1);
• stellen sicher, dass wir uns nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen (UNGC Grundsatz 2);
• sind gegen jede Form der Ausbeutung von Kindern;
• anerkennen das Menschenrecht auf Privatsphäre;
• erwarten von allen unseren Gesellschaften, dass sie die lokalen Gesetze und Bestimmungen zur Umsetzung der Menschenrechte achten und befolgen. Wo auch immer unsere eigenen Grundsätze und Bestimmungen strenger sind als die lokalen Gesetze, gelten die höheren Standards;
• anerkennen die Verantwortung von Unternehmen, die Menschenrechte zu achten, unabhängig davon, dass es letztendlich Aufgabe der Regierungen ist, innerhalb ihres Einflussbereichs einen rechtlichen Rahmen für den Schutz der Menschenrechte zu schaffen.

Wir treten ein für
• die Wahrung der Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen (UNGC Grundsatz 3);
• die Beseitigung aller Formen von Zwangsarbeit (UNGC Grundsatz 4);
• die Abschaffung von Kinderarbeit (UNGC Grundsatz 5);
• die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung (UNGC Grundsatz 6).

Quelle: Unternehmensgrundsätze der Nestle AG

Buchempfehlung: Nestlé: Anatomie eines Weltkonzerns / Attac-Texte
 Taschenbuch: 128 Seiten
 Verlag: Rotpunktverlag, Zürich; Auflage: 1 (1. April 2005)
 Sprache: Deutsch
 ISBN-10: 385869293X
 ISBN-13: 978-3858692931
Vertrieb über Amazon

Rezession: 
Nestlé, die weltweite Nummer 1 im Lebensmittelsektor, ist das Musterbeispiel eines Weltkonzerns. Er pflegt das Image eines qualitätsbewussten Unternehmens, das gute Arbeitsbedingungen bietet und mit seiner Politik den Armen dieser Welt entgegenkommt. Die Autorinnen und Autoren dieses Buches, die sich als globalisierungskritisch verstehen, beschreiben die Realität hinter der schönen Marketingfassade: Während Nestlé enorme Gewinne einstreicht, wird der Konzern von Gewerkschaften in aller Welt beschuldigt, das Arbeitsrecht der Mitarbeitenden mit Füßen zu treten. Nestlé mischt bei der Privatisierung des lebenswichtigen Gemeinguts Wasser mit. Nestlé dreht mit an der Preisspirale, die den Kaffeepreis unter die Produktionskosten drückt und damit Hunderttausende von Produzenten in die Armut abdrängt. Nestlé bringt gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Umlauf, deren Gefahren für die Welt und ihre Bewohner nicht abschätzbar sind. Schließlich macht Nestlé weiter mit der berüchtigten Pulvermilch für Babys, die dem Konzern schon vor Jahren negative Schlagzeilen gebracht hat, die er jedoch nach wie vor aggressiv vermarktet. 

Wie Nestle versuchte dieses Buch zu behindern.

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