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Poststraße
Alltag, DDR

Sprachhegemonie und Wahrheitsanspruch

Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Böse ist einfach nicht tot zu kriegen und meldet sich immer zu Wort – diesmal in Form der „Wostkinder“.

 

Es ist ein Volk dem man abspricht das es überhaupt existiert,  das es irgendwas geschaffen hat und das es irgendwelche Rechte hat. Es wird behauptet es sei das erste künstlich geschaffene Volk der Welt. Ja wir reden über das Volk der DDR, die den größten Teil der Billigarbeiter Ausländer in der BRD darstellen. Auch nach den Umfragen belegen sie nach den richtigen Deutschen und den Türken unangefochten Platz 3 der beliebtesten Bevölkerungsgruppe und damit klar vor Russen und all den anderen geputschten Verlierern aus dem ehemaligem Ostblock.

Da zieht doch tatsächlich ein Ossi öffentlich den Vergleich zwischen der Annexion der Krim mit der DDR und kriegt auch prompt den Popo ordentlich voll, von all den hegemonialen Bundesdackeln die nicht müde werden, den Solibeitrag als „Westdeutsches Geschenk“ darzustellen.
Leider vergessen diese Bundesdackel zu erwähnen, das anschliessend ein Besser-Wessi kam, um die auch von Ossis gezahlten Geschenke gleich wieder abzukassieren. So blieb denn von diesen „Geschenken“ nicht mehr als leere Worthülsen, die man gemeinhin als „blühende Landschaften“ und „Leuchttürme“ deklariert. So ganz nebenbei fiel auch der Rest des Landes unter dem Vorwand Arbeit zu schaffen, in bayrische, hessische und badische Hände. Und weil man überall nur gestohlen hat, braucht man natürlich eine besonders weiße Weste um sich von diesem Makel reinzuwaschen.

So ist es denn auch nicht verwunderlich das anlässlich dieses Artikels das kleine Gehirn des Bundesdackels Amok läuft. Hysterisch kläfft er, was für ein toller Hecht er doch sei.  Und zum Beweis deklariert er das Merkel und den Vorgauckler, die sich perfekt in die bayrische Pfaffenbrut  Pfaffenlandschaft einfügten, als Versuch der Stasi, den Westen mit Kommunisten zu untergraben. Dabei vergisst er natürlich das das Merkel wie tausende andere Westdeutsche ja damals aus Protest wegen Adelnauers Ablehnung der Wiedervereinigung nach Ostdeutschland zogen. Adelnauer lehnte 1954 das fast bedingungslose russische Angebot der Einheit auf ausdrücklichem Wunsch Grotewohls ab.  Unter den Protestzuwanderern auch die jüdisch-polnische Kazmierczak-Familie aus Hamburg, deren Vater sich fortan als „Roter Kasner“ der Abneigung seiner deutschen Gemeinde sicher sein konnte.

Grundsätzlich bleibt es aber ein Problem, dass Ossis eine duale ethnische Zugehörigkeit besitzen. Sprachlich gehören sie zu den westgermanischen Völkern, während sie kulturell und soziologisch zum Ostblock gehören. Ende der 1990er versuchte man bewusst, kinderreiche Ehen zwischen Ossis und Polen zu fördern. Das Projekt scheiterte jedoch daran, weil es die Polen alle nach Westeuropa zog. Seitdem wird im Westen versucht den Ossis die Buß- und Betgesellschaft der Kirchen schmackhaft zu machen. Und so gibt es jedes Jahr eine Auswertung wieviel Ossis man bekehrt habe.

Ossis besitzen ein völlig anderes Wertesystem als die Deutschen. So wird etwa Arroganz als negatives Charaktermerkmal wahrgenommen. Solidarität hat hingegen eine positive Konnotation. Im Westen ist das genau umgekehrt. Viele Begriffe haben bei Ossis eine völlig andere Bedeutung. Ossis verstehen unter billig, dass Sie eine Qualitätsware zu einem besonders günstigen Preis erworben haben. Deutsche hingegen verbinden damit nur eine Ware von minderer Qualität.

Die merkwürdige Identität der Ossis mit ihrem Land war den Bundesbürgern schon von anfang an derart unheimlich, das Schäuble Stunden brauchte um Lothar De Maizière zu beschwatzen. So schreibt er denn auch „Ihn von einmal gefassten Ansichten abzubringen war alles andere als leicht.“ De Maizière habe sich „in den Gedanken verbissen, daß sich die DDR erst aus eigener Kraft in Ordnung bringen müsse und daß erst danach eine Vereinigung beider deutscher Staaten in Frage kommen könne.“ Es sei ihm schwer gefallen, „sich zu der Einsicht durchzuringen, daß die DDR es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen konnte, daß ihr die Zeit dazu nicht gegeben war.“ Nein, die Ossis wollten keine sofortige Einheit, sie wollten erstmal gucken wie es denn so läuft. Dieser Weg hat den demokratisch gewählten Vertretern der DDR nicht wirklich geschmeckt – viele hatten andere Ideen für einen Dritten Weg. Doch darüber ging man in der Bundesrepublik selbstherrlich und arrogant hinweg. „Liebe Leute, es handelt sich um einen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik, nicht um die umgekehrte Veranstaltung. […]  Aber hier findet nicht die Vereinigung zweier gleicher Staaten statt.“

In diesem Punkt hat Schäuble, recht, es handelte sich nicht um eine Vereinigung zweier gleicher Staaten, sondern um eine ökonomische Annexion des US-Vasallen BRD mit dem sozialistischem Arbeiter- und Bauernstaat der DDR in der gerade die unteren Bevölkerungsschichten am Volksvermögen partizipieren konnten. Nein nicht durch Gehalt, aber durch billige Bildung, durch billige Kultur, durch billige Wohnungen und Lebensmittel. All das kostete dem Staat Milliarden, die eben nicht in die Hände der 1%igen Elite floss. Und so ist denn auch die Behauptung der unkontrollierten Bereicherung mangels östlicher Millonären und Milliardären mehr als dünn.

Und so wird denn auch heftig bestritten das Schäuble und seine CDU-Schergen samt Blockflöten den demokratisch gewählten DDR-Politikern den Kopf dusslig gequarkt haben, weil sie eben nur ihre Interessen verfolgten, nicht die der Menschen.

Aufgewachsen mit Pittiplatsch und Schnatterinchen zogen wir während der Wendezeit in die blühenden Landschaften des Klassenfeindes. Doch wo sind wir wirklich verwurzelt? Sollen wir diesen deutschen Schmuddelhaufen “Heimat” nennen? Was hat diese Reise aus uns – den stolzen Ossis  – gemacht? Waren es das Wirtschaftssystem mit all seinen Vor- und Nachteilen oder der Freiheits-Drang unseres Volkes?
Vom Regen in die Traufe – oder die Einsicht das wir doch eigentlich ein sehr nettes familiäres Land war, wo es – entgegen aller heutigen Vorstellungen – die glücklicheren Deutschen gab, wie es die internationale Presse 1975 beim Vergleich Ost gegen West darlegte?

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