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Mosambique´s Magermans

Mosambique´s MaGermans

Bevor ich euch darüber berichte, wer die MaGermans sind, ist eine kleine geschichtliche Übersicht nötig was in Mosambique so los war.

Eine kurze Übersicht über die Geschichte von Mosambique

1964 begann Mosambiques Befreiungskampf gegen die Portugiesen insbesondere durch die FRELIMO. Mitte der siebziger Jahre entstand eine neue Widerstandsbewegung – die RENAMO die wesendlich vom Westen unterstützt wird.
Das Abkommen von Lusaka am 7. September 1974 beendete den Kolonialkrieg in Mosambik durch einen sofortigen Waffenstillstand. Am 25. Juni 1975 wurde die Unabhängigkeit der sozialistischen Volksrepublik Mosambik ausgerufen. Die vereinbarte am 24. Februar 1979 einen Freundschaftsvertrag mit der DDR (und anderen Ostblockstaaten) die seit 1976 massive Hilfe schickte, damit die neue Regierung das Land überhaupt ernähren kann, dessen Wirtschaft durch den Abzug der Portugiesen praktisch zusammengebrochen war. 20.000 Mosambiquaner sollten in der DDR ausgebildet werden. Die DDR wollte dann über Mosambique ihren Bedarf an exotischen Früchten decken. Das sie in ähnlicherweise Art schon mit Kaffee aus Vietnam erfolgreich praktiziert.
Doch dann putschten Teile der FRELIMO und der RENAMO gegen den Sozialismus. Das Land verfiel seit 1976 in einen 16-jährigen Bürgerkrieg zwischen RENAMO und FRELIMO. Mosambik erhielt nach 1983 Unterstützung von Simbabwe (ehemals Rhodesien), das 10.000 Soldaten zur Sicherung des Beira-Korridors entsandte. Im Land befanden sich 1983 außerdem 750 Ausbilder (und einige kubanische/russische Militärberater die die Hilfstruppe ausbilden und beim Aufbau einer Polizei helfen sollten) aus Kuba, 600 aus der Sowjetunion und 100 Aufbauhelfer (Ingenieure usw.) aus der DDR.
Ca. 12 Jahre später 1987 gelang es der FRELIMO zunehmend wieder an die Macht zu kommen. Die bezahlte sie mit den Konten der Gastarbeiter in der DDR.
Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Rom 1992 und mit reichlich Hilfe von UN-Friedenstruppen konnte das Land stabilisiert und unter der FRELIMO kapitalisiert werden, seitdem hat sich die RENAMO als politische Partei etabliert und stellte die parlamentarische Opposition im Lande dar.

Mozambique’s MaGermans

Mozambique’s MaGermans

Eine Übersetzung direkt aus Afrika von der Seite der MaGermans

Jeden Mittwoch um 11.00 Uhr José Alfredo Cossa entfaltet seine DDR-Flagge und führt einen Marsch von rund 150 Männer und Frauen an auf der wichtigsten Straße von Maputo, Mosambik Hauptstadt. In einem Kampf für Gerechtigkeit, seit mehr als 20 Jahren macht das diese Gruppe, die als „MaGermans“ bekannt ist. Sie sind die 20.000 Mosambikaner, die in den frühen 1980er Jahren in die DDR zum Lernen geschickt wurden um ihrem Land beim Aufbau zu helfen. Sie sollten zur Elite ihres sozialistischen Landes Mosambique ausgebildet werden.

Als Mosambik seine Unabhängigkeit erlangte im Jahr 1975 verliessen Hunderttausende von qualifizierten portugiesischen Arbeitnehmer fast über Nacht das Land und das hatte eine verheerende Wirkung auf die Wirtschaft des Landes. Im Jahr 1979 Präsident Samora Machel und die neue linke Regierung trafen eine Vereinbarung mit der sozialistischen DDR und sandten mosambikanische Männer und eine Reihe von Frauen um dort zu studieren oder als Lehrlinge in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik oder in DDR-Staatsbetriebe, in die Volkseigenen Betriebe, mit dem Ziel mit neuen Fertigkeiten zurückzukehren und ihrem Land beim Aufbau zu helfen.

„Ich wurde gesandt, um das Zimmerhandwerk zu erlernen, als ich 21 war und dann bekam einen Arbeitsvertrag für vier Jahre. Andere waren beschäftigt um Obstanbau oder Holzwirtschaft zu lernen, in der Landwirtschaft, in der Fleischerei von Schlachthöfen, in der Bergbau-Industrie“, sagte Cossa. „Es war eine sehr schöne Zeit“, erinnert er sich.

Lázaro Magalhães a Escova ist ein weiterer MaGerman, arbeitete zwischendurch als Administrator für ICMA, das mosambikanisch – deutsche Kulturinstitut (Goethe Institut) in Maputo. (Weil er eine DDR-Fahne schwenkte flog er inzwischen raus)

„Es gab viele verschiedene Gründe, warum die Männer gehen wollten. Sie kamen aus verschiedenen Provinzen, um dem Krieg, Hunger oder Zwangsrekrutierung in den Streitkräften zu entkommen. In meinem Fall, ich wollte Europa sehen. Bevor ich ging, ich kam für zwei Tage zur Einarbeitung und dann bekam ich einen Platz. Ich war sehr glücklich.“

Die Arbeiter erhielten 40 Prozent ihres Gehalts in bar von der DDR ausgezahlt, während die anderen 60 Prozent zurück nach Mosambique geschickt wurden damit die Regierung den Aufbau des Landes finanzieren konnte. Dann sollte die Regierung dieses Geld an sie zurück zahlen.
„Uns wurde gesagt, dass bei unserer Rückkehr ein Bankkonto auf uns wartet, für jeden von uns, wo unsere Regierung uns das Geld zurück gibt, mit dem sie vier Jahre gearbeitet hat.“ sagte Magalhães.

„Nach der Wiedervereinigung haben wir gehört, dass sie im Begriff waren, die staatlichen Fabriken zu schließen und die mosambikanische Regierung gab uns die Wahl „Entweder auf eigene Faust bleiben oder wir zahlen den Flug zurück.“
„Einige hatten auch Angst vor den Rechten die plötzlich von Westdeutschland kamen,“ erzählt er weiter.

„Deutschland wollte uns abschieben und so wählten viele nach Hause zu gehen, aber die Entscheidung war nicht leicht. Einige der Frauen und Kinder kamen zum Flughafen. Die Menschen weinten und viele betteln ihren Ehemännern nicht zu gehen, doch die Männer versprachen ihnen sie nachzuholen“, erinnert sich Magalhães.

Sie glaubten zurückzukehren sei der Beginn einer neuen wohlhabenden Zukunft. „Wir hatten große Erwartungen. Ich hatte geplant, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Ein Handwerksbetrien für Fenster, Türen und Möbel und dann hole ich meine Freundin aus Deutschland. Aber als wir hier waren, war das Geld weg – kein Konto. Die Regierung hatte alles verbraucht und meine Hoffnungen fielen ins Wasser“, sagte Cossa.

Während die deutsche DDR-Regierung auf den Lohnzetteln verbucht hatte, dass das Geld geschickt wurde, hatte die Regierung von Mosambique keine Bankkonten für sie – nichts.

„Unsere Nachbarn trug zerlumpte Kleidung und wir kamen als Gentleman gekleidet. Es gab keine Fernseher oder Videos in Mosambik. Wir brachten sie mit“, sagte Cossa.

Eine Reihe von Männern hatte in der Automobilfertigung gearbeitet, für Trabant, aber als sie wieder ankamen in Mosambique, gab es kaum Autos und kein Auto-Industrie“, sagte Magalhães. Mit ihrem „europäischen Möglichkeiten“ standen sie sich vor dem Nichts und so wurden sie lokal bekannt als MaGermans.

Einige der Leute fanden dann Arbeitsplätze. Eine Reihe von Bäckereien wurden von MaGermans in Maputo eröffnet, unter anderem die Erfolgreichste im Lande. Doch als die Monate vergingen und die Mehrheit fanden sich ohne Arbeit und Geld nach ihrer Rückkehr. Und dann begannen sie vor dem Ministerium für Arbeit für ihr Geld zu protestieren.

„Wir wollen nur was rechtmäßig unser ist, aber die Regierung schickte bewaffnete Polizisten um uns zu verjagen“, erinnert sich Magalhães. Die Proteste halten bis heute an und werden fortgesetzt.

Im Jahr 2002 wurden offizielle Untersuchungen mit den deutschen Behörden gemacht, um zu sehen, ob man eine Antwort findet, wo all das Geld hin sei. Ein Dokument, vom Bundesministerium der Finanzen der Bundesrepublik ist in ihrem Besitz. Es zeigt das 74,4 Millionen Dollar in Gehältern von der DDR gezahlt wurden. „Nein, die DDR war daran nicht schuld, schuld ist die Regierung in Mosambique, die uns betrogen hat. Rund 5.000 Dollar und mehr stehen uns etwa pro Arbeitnehmer zu, denn das wurde ja bezahlt.“ Die mosambikanische Regierung hat aber nur eine viel kleinere Menge anerkannt, in Höhe zwischen 370 bis 550 Dollar zum heutigem Wechselkurs und auch nur bei einem kleinen Teil der Arbeiter. Das sind keine 10%. (Hinweis: Der Kurs der einheimischen Währung ist massiv abgesackt, da sie das Geld aber in einheimischer Währung bekommen, bleibt da kaum was übrig)

Im Laufe der Jahre haben viele der Männer  den Kontakt mit den Familien, die sie hinter sich gelassen hatten verloren. Jetzt kommen so nach und nach einige der Kinder auf der Suche nach ihren Vätern. ICMA ist einer der Orte, wo sie zuerst in Verbindung treten.

„Wir bekommen E-Mails von Familien fast jeden Tag. Ein Mädchen kam und fand ihr Vater. Der lebt in einer Hütte aus Lehmziegeln und Palmblättern. Sie blieb für eine Weile dort und dann nahm ihn zurück nach Deutschland „, sagte Magalhães.

Cossa erklärte, dass der nächste Schritt für die Magermans ein Treffen mit Premierminister Aires Ali ist.

„Wir haben einen formellen Antrag gestellt, aber es kann eine Weile dauern. Wir haben schon darauf gewartet, 22 Jahren. Welchen Unterschied machen da ein paar Monate machen? Wir haben noch Kraft und werden wir niemals aufgeben. Das haben wir von den Leuten in Deutschland gelernt.“

Und mit Stolz schwenkt er die Fahne der DDR, die mit dem Logo, weil viele nur eine Deutschlandfahne haben. Magalhães ist stolz auf seine Zeit in der DDR. So hatte er sich die Zukunft in Mosambique vorgestellt. Leider ist es anders gekommen.

Das Erbe der DDR hat nicht nur bei den MaGermans im heißen Afrika überlebt, sondern auch im fernen Asien bei den „Moritzburgern“.

Das Video wurde gefilmt am 15th Mai 2013, Maputo, Mozambique von Adam Thomas

Und jetzt die Westdeutsche Darstellung:

Mosambiks enttäuschte Rückkehrer

Rund 20.000 junge Mosambikaner wurden in den 1970er Jahren in die DDR geschickt. Sie sollten dort zur neuen Elite ihres Landes ausgebildet werden. Doch von dieser Hoffnung blieb nicht viel übrig.
Mosambik, Maputo: ehemalige mosambikanische DDR-Gastarbeiter (sogenannte Madgermanes) protestieren in der Hauptstadt Maputo für die Auszahlung ihrer in der DDR erworbenen Sozialabgaben.
(Falsch, erstens nennen sie sich MaGermans, und zweitens demonstrieren sie nicht für Sozialabgaben, sondern für den Lohn für vier Jahre und der steht ihnen auch zu, nicht zum heutigem Wechselkurs sondern zu dem Kurs als sie es verdient haben)

Jeden Mittwoch versammeln sie sich im Park „Jardim Vinte e Oito de Maio“ im Zentrum Maputos, schwenken Deutschland-Fahnen, reden über vergangene Zeiten und demonstrieren für mehr Geld: Auch 20 Jahre nach ihrer Rückkehr in die Heimat treffen sich die ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter dort. „Madgermanes“ werden sie genannt, eine Verballhornung des Begriffs „Made in Germany“. (wie gesagt sie selbst nennen sich MaGermans)

Bis heute gelten sie als eine der politisch aktivsten Gruppen Mosambiks. (eine Eindeutschung) Sie eint der Frust nach ihre Rückkehr nach dem Fall der Mauer. (Hüpsch hingedreht, aber die sind nicht frustriert von der DDR, sondern von ihrer eigenen Regierung.)

Rückkehr in den Bürgerkrieg

Zudem herrschte in Eusébios Heimat immer noch Bürgerkrieg, der bis 1992 fast eine Million Menschen das Leben gekostet und fünf Millionen Menschen heimatlos gemacht hatte. Keine guten Voraussetzungen, um mehrere tausend Rückkehrer aus der DDR zu empfangen, erinnert sich Eusébio: „Die Regierung war mit dem Krieg beschäftigt, die Heimkehrer aus Deutschland waren ein vergleichsweise kleines Problem“, sagt er. (Die haben sie vermutlich garnicht interessiert.)

Eusébio Demba hat in den vergangenen Jahren im deutsch-mosambikanischen Kulturinstitut ICMA, dem Goethe-Zentrum von Maputo, gearbeitet, wo er seine Deutschkenntnisse gut anwenden konnte. (Da arbeite er inzwischen nicht mehr) Darum zieht er auch ein positives Fazit seiner Zeit in der DDR: „Unser Aufenthalt war schon ein Privileg“, sagt er, denn das Erlernte sei für viele wichtig gewesen: Nicht nur in Bezug auf die Sprache, sondern auch auf die Kultur, die Produktionsprozesse und die Einstellung zur Arbeit.

Doch nicht alle hatten so ein Glück: Viele haben es nicht geschafft, sich sozial und wirtschaftlich wieder einzugliedern, sagt Eusébio Demba. Sie litten unter Arbeitslosigkeit und fühlten sich in die hintere Reihe zurückgedrängt – das sei die negative Seite des Deutschland-Aufenthaltes. (Und wieso wird das der DDR angelastet, das liegt doch an dem afrikanische Staat?)

Solidarität oder Eigennutz?

Ihre Geschichte begann am 24. Februar 1979, als die DDR und die damalige Volksrepublik Mosambik, beim Besuch des damaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in Maputo, einen Vertrag zum Austausch von Vertragsarbeitern unterschrieben: Ein Zeichen der Völkerverständigung und gegenseitigen Solidarität, wie beide Seiten damals betonten.

Der Vertrag war nicht uneigennützig: (als wenn irgendwer uneigennützige Verträge schliessen würde, die BRD ist nur uneigennützig bei EU und Banken) Das vom Bürgerkrieg zerstörte Mosambik erhoffte sich qualifizierte Facharbeiter zum Aufbau einer Industrie und wollte Devisen erwirtschaften (na wohl eher eine Wirtschaft aufbauen), um die Schuldenberge, die es im Handel mit der DDR aufgetürmt hatte, abzutragen. (Na man, das waren Hilfen, das Land stand schliesslich vor dem Nichts und wir haben reichlich Schulden erlassen.) Die DDR ihrerseits bekam die dringend benötigten Arbeitskräfte. (Wie bitte? Ihr behauptet doch wir hatten zu viel Angestellte in den Betrieben, mit der Begründung habt ihr doch 3 Millionen Menschen entlassen und nun litten wir plötzlich unter Arbeitskräftemangel?)

Insgesamt 20.141 Mosambikaner kamen in die DDR um dort zu arbeiten, doch nach dem Fall der Mauer 1989 und dem Kollaps des sozialistischen Wirtschaftssystems (Verursacht vom Westen) wurden sie nicht mehr gebraucht: Am 28. Mai 1990 änderten die DDR (Tatsächlich waren das Westpolitiker die alle Verträge gekündigt haben und eine Frist stellten.) und Mosambik das Entsende-Abkommen und in den Folgemonaten kehrten fast alle Mosambikaner in ihre Heimat zurück.

Einzug des Kapitalismus

Einer von ihnen ist Eusébio Demba, der 1980 nach Deutschland gekommen war und nach einem achtmonatigen Deutschkurs im sächsischen Marienberg für das Motorenwerk Zschopau MZ als Übersetzer gearbeitet hatte. (Fragt sich wozu das MZ Werk Zschopau einen Übersetzer gebraucht haben soll, aber na gut, wenn er meint…)

Eigentlich hätten die mosambikanischen Vertragsarbeiter mit ihrem in Deutschland erworbenen Wissen den Sozialismus in Mosambik stärken sollen. Doch als sie nach dem Mauerfall heimkehrten, hatte auch in Mosambik der Kapitalismus Einzug gehalten, erinnert sich Eusébio: „Hier gab es die gleichen Veränderungen, die wir in Deutschland miterlebt hatten.“ (Er hat das bestimmt mit Wehmut gesagt aber das wurde wohl gestrichen)

Bereits vor dem Fall der Mauer hatte sich Mosambik den Vorgaben des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank angenähert. (Mit Vorgaben sind die Bedingungen für Kredite gemeint, mit der die Weltbank alle erpresst.) Nach 1987 übernahm die ehemals sozialistische Front für die Befreiung Mosambiks „Frelimo“ („Frente de Libertação de Moçambique“) zunehmend marktwirtschaftliche Prinzipien und schaffte die Planwirtschaft ab. (weswegen es auch den Mosambiquanern heute so dermaßen schlecht geht und Krieg im Lande herrschte)

Eusébio Demba hat in den vergangenen Jahren im deutsch-mosambikanischen Kulturinstitut ICMA, dem Goethe-Zentrum von Maputo, gearbeitet, wo er seine Deutschkenntnisse gut anwenden konnte. Darum zieht er auch ein positives Fazit seiner Zeit in der DDR: „Unser Aufenthalt war schon ein Privileg“, sagt er, denn das Erlernte sei für viele wichtig gewesen: Nicht nur in Bezug auf die Sprache, sondern auch auf die Kultur, die Produktionsprozesse und die Einstellung zur Arbeit.

Doch nicht alle hatten so ein Glück: Viele hätten es nicht geschafft, sich sozial und wirtschaftlich wieder einzugliedern, sagt Eusébio Demba. (wohl eher dem Kapitalismus unterzuordnen)  Sie litten unter Arbeitslosigkeit und fühlten sich in die hintere Reihe zurückgedrängt – das sei die negative Seite des Deutschland-Aufenthaltes. (Das sehen die MaGermans aber ganz anders)

In der DDR war ihr, wie allen Vertragsarbeitern, ein Teil des Gehaltes abgezogen und an die mosambikanische Regierung überwiesen worden, das ihnen nach der Rückkehr in die Heimat ausgezahlt werden sollte. Doch bis heute streiten sich die ehemaligen Vertragsarbeiter mit dem Arbeitsministerium: Dabei geht es vor allem um den Wechselkurs. Die Regierung will zum nominalen Tauschkurs auszahlen, der aber durch die hohe Inflation in Mosambik inzwischen stark entwertet wurde. Die ehemaligen Vertragsarbeiter dagegen verlangen hingegen einen Inflationsausgleich.

Streit ums Geld

Eine von ihnen ist Judite Armando, die 1980 im Alter von 18 Jahren nach Ilmenau geschickt wurde, um im „Volkseigenen Betrieb Elektroglas“ zu arbeiten. Sie musste dafür ihre Schulausbildung unterbrechen, während ihre damaligen Klassenkameraden den Abschluss machten, studierten und heute gut bezahlte Jobs haben. „Ich dagegen habe ein miserables Leben“, lautet Judites ernüchternde Bilanz. (Sie musste garnichts abbrechen, ausserdem bewarben sie sich ja selbst. In Mosambik kann die Hälfte der Erwachsenen nicht lesen und schreiben. 66 % der Frauen sind Analphabeten. Mittlerweile gehen 80 % der Kinder 5 Jahre lang zur Schule, während 30 % die Schule bis zur 6. oder 7. Klasse weiterbesuchen. Also mit 18 war sie sicher nicht mehr in der Schule.)

In der DDR war ihr, wie allen Vertragsarbeitern, ein Teil des Gehaltes abgezogen und an die mosambikanische Regierung überwiesen worden, das ihnen nach der Rückkehr in die Heimat ausgezahlt werden sollte. Doch bis heute streiten sich die ehemaligen Vertragsarbeiter mit dem Arbeitsministerium: Dabei geht es vor allem um den Wechselkurs. Die Regierung will zum nominalen Tauschkurs auszahlen, der aber durch die hohe Inflation in Mosambik inzwischen stark entwertet wurde. (Was ja auch eine Frechheit ist) Die ehemaligen Vertragsarbeiter dagegen verlangen hingegen einen Inflationsausgleich.

Judite Armando ging sogar leer aus: Selbst wer nur sechs Monate geblieben sei, habe Anrecht auf Rückzahlungen, empört sie sich. „Ich war zwei Jahre dort! Wie ist es dann möglich, dass ich überhaupt nichts bekomme?“, fragt sie. (Das ist die „demokratische“ neue Regierung die das unterschlägt)

Die Bewegung der „Madgermanes“

Diese Gelder sind einer der Streitpunkte der „Madgermanes“, die sich jede Woche im „Jardim Vinte e Oito de Maio“ treffen. Zum Höhepunkt ihrer Proteste im Jahr 2004 waren sie sogar ins Parlament eingedrungen und hatten für drei Tage die Deutsche Botschaft besetzt gehalten. (Auf diese Weise musste die Bundesrepublik auch nachforschen lassen ob Geld gezahlt wurde und das den MaGermans aushändigen) Inzwischen hat ihre Bewegung an Kraft verloren, die „Madgermanes“ sind in zahlreiche kleine, untereinander konkurrierende Verbände gespalten. (Was auch nicht so ist, tatsächlich sind sie zu einer der wichtigsten Bewegungen des Landes geworden)  Das Arbeitsministerium Mosambiks erklärt, es gäbe nichts mehr zu verhandeln, alle Berechtigten hätten ihr Geld erhalten. Die „Akte Madgermanes“ sei geschlossen, sagt die Arbeitsministerin Helena Taipo. (Offensichtlich nicht)

So wie Judite Armando warten 20 Jahre nach dem Fall der Mauer zahlreiche ehemalige mosambikanische Vertragsarbeiter immer noch darauf, dass ihr Potential entdeckt wird. Einige von ihnen konnten bei deutschen Institutionen unterkommen (genau 4), manche haben es an anderer Stelle geschafft, ihre in der DDR erworbenen Kenntnisse einzusetzen. Viele aber schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben oder sind arbeitslos. Ein hartes Schicksal für diejenigen, die eigentlich die Elite des Mosambiks werden sollten.

Und so steht die DDR am Ende als Ausbeuter armer mosambiquanischer Vertragsarbeiter dar, die alle enttäuscht hat. Das nennt man Meinungsmanipulation.

Letzte News:

Gestern haben mosambikanische Streitkräfte das seit einem Jahr bestehende Lager des Oppositionsführers und Ex-Guerilla-Anführers Afonso Dhlakama in Gorongosa, in der Mitte des Landes, überfallen. Nach zahlreichen Überfällen, die der Oppositionspartei Renamo angerechnet werden, manche davon gar auf der Nationalstraße, und zahlreichen gescheiterten Verhandlungsrunden zwischen Regierungs- und Oppositionspartei, umzingelten die mosambikanischen Streitkräften gewissermaßen das Hauptquartier der Renamo in den letzten Wochen.

Nach dem Überfall, bezeichnete ein Sprecher der Renamo am 21. Oktober 2013 diesen als einen versuchten Mordanschlag gegen Dhlakama und damit das Ende des zwanzigjährigen Friedensvertrages zwischen beiden Parteien, der 1992 in Rom unterzeichnet worden war. Die Renamo verkündete, dass Dhlakama in den Busch geflohen sei, er wurde mit den Worten zitiert „er habe keine Kontrolle“ darüber wie seine Anhänger auf den Überfall seitens der Regierungstruppen reagieren würden.

Wichtiger Hintergrund des sich verschärfenden Konflikts sind die anstehenden Regionalwahlen, die von der Renamo boykottiert werden, sowie die neuen Kohlenwasserstoff-Funde vor der mosambikanischen Küste.

Einige junge Leser bezeichneten Dhlakama im Scherz als “Bin Laden“.

Der nicht bestätigte und nach einem Fake aussehende Twitter-Account des Renamo-Anführers Afonso Dhlakama twitterte derweil, er sei am Leben und an einem sicheren Ort, was zahlreiche sarkastische und würdelose Antworten provozierte.

Viele waren sehr besorgt angesichts der Unsicherheiten die bevorstehen. Fransisco Moises kommentierte im Blog “Moçambique para Todos”

Anscheinend ist der Vertrag von Rom gestorben. Jetzt ist alles möglich. Man gewinnt keinen Krieg, in dem man ein Lager einnimmt und es platt macht. Die, die jetzt in den Büschen hocken, können jetzt einen Guerilla-Krieg beginnen. Hatte Dhlakama diese bisher im Griff, sind sie jetzt außer Kontrolle.

Derweil reist der mosambikanischen Präsident Armando Guebuza auf seiner Tour der “Offenen Präsidentschaft” (Presidência Aberta) durchs Land und befindet sich derzeit interessanterweise just in der gleichen Provinz, wo nun der Überfall einen Monat vor den Regionalwahlen am 20. November stattfand.

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Über monopoli

Nobody rules us but we ourselves.

Diskussionen

3 Gedanken zu “Mosambique´s Magermans

  1. Deine Bezeichnung der reaktionären RENAMO als „kommunistisch“ erstaunt mich sehr. Ich habe viele Jahre in Portugal gelebt, dort etliche Ex-Kolionalisten und moçambiquanische Immigranten kennengelernt, und immer war der Tenor, dass die RENAMO eine im wesentlichen vom Westen finanzierte und v.a. an den eigenen Pfründen interessierte konservative Truppe ist. Dass es den Führern dieser Gruppierung sowohl an Rückhalt in der Bevölkerung fehlt wie auch ausschliesslich um ihren Anteil am Kuchen der demnächst auszubeutenden Bodenschätze geht, hat kürzlich ja sogar Eingang in die bürgerliche Presse gefunden.
    Dass die ehemals sozialistische FRELIMO heutzutage auch bloss eine normale kapitalistische Staatspartei ist, ist unbestritten. Allerdings würde micht echt interessieren, woher du deine Einschätzung der RENAMO nimmst.

    Verfasst von sukhan | 10 November, 2013, 12:52 pm
    • Na vielleicht hab ich die verwechselt, dann werd ich das mal korrigieren, danke für den Hinweis… ja nobody is perfect…

      Verfasst von monopoli | 10 November, 2013, 8:06 pm
  2. Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt.

    Verfasst von Senatssekretär FREISTAAT DANZIG | 10 November, 2013, 7:05 am

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