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Zickenkrieg um Kapitulation

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3x täglich pure Kraft dann klappts auch mit der Merkel-Clique

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Kaum zu glauben worüber sich Leute so streiten.

Wann endete der Zweite Weltkrieg? Jedem Schulkind wird beigebracht: am 8. Mai. Historisch ist das aber nicht so sicher. Und so feiert die Welt noch immer an verschiedenen Tagen. Wegen der Politik – und einer Panne.

Feldmarschall Wilhelm Keitel unterschreibt die Kapitulations-Urkunde

Am 7. Mai kapitulierte Deutschland in Reims zum ersten Mal. Tags darauf in Berlin nochmals – oder war es doch erst am 9. Mai? An diesem Tag feiert man jedenfalls in Russland das Kriegsende, während man im Westen auf dem 8. Mai als Tag der Kapitulation besteht.

 

Eingang zum Museum Berlin-Karlshorst

Einig ist man sich eigentlich nur, wo der Zweite Weltkrieg endete: Im Offizierskasino der Pionierschule in Karlshorst, einem der östlichsten Berliner Vororte. Die sowjetischen Gastgeber hatten 1945 keinen zentraler gelegenen Ort gefunden – die enormen Zerstörungen durch Bombenkrieg und die gerade beendeten Kämpfe hatten nur wenige in Frage kommende Gebäude völlig intakt gelassen. Also unterzeichnete die deutsche Delegation in Karlshorst die Kapitulationsurkunde. Nur wann?Weltgeschichte im Wohnviertel

Heute ist kaum zu erahnen, dass sich in dem gehobenen Wohnviertel im Berliner Osten Weltgeschichte abgespielt hat. Verstörend wirken die sowjetischen Panzer und Geschütze, die man im Vorgarten aufgestellt hatte, als der historische Ort zu DDR-Zeiten zum „Museum der Kapitulation“ wurde. Heute befindet sich dort das Deutsch-Russische Museum – das einzige weltweit, in dem ehemalige Kriegsparteien gemeinsam des Krieges gedenken. Der Raum, in dem die Kapitulation vollzogen wurde, ist bis ins Detail erhalten.

Museumsleiter Peter Jahn kennt natürliche alle Verdrehungen, Legenden und Dispute um die deutsche Kapitulation. „Der Krieg endete um 23.01 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 8. Mai 1945. Das ist das juristisch bindende Datum“, sagt Jahn. Diese Zeit ist handschriftlich in die Kapitulationsurkunde eingefügt. Allerdings stimmt sie nicht ganz.

Die historische Panne

 

Der Konferenzsaal im heutigen Museum Berlin-Karlshorst, in dem die Generäle der Wehrmacht am 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterzeichneten.

Um 23.01 Uhr hatte die deutsche Delegation um Generalfeldmarschall Keitel noch nicht einmal den Saal betreten, geschweige denn die Unterschriften unter das Dokument gesetzt.
„Die Ratifizierung wurde tatsächlich erst 75 Minuten später vollzogen“, sagt Jahn – also am 9. Mai. „Da spielten technische Gründe eine Rolle.“ Es war eine Panne: Der russische Text wurde nur unvollständig nach Berlin übermittelt – einige Zeilen fehlten. Man brauchte schließlich etliche Stunden, um den vollständigen Text zu erhalten.
Die Ratifikationsurkunde wurde erst gegen 00.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit unterzeichnet – als ihre Bestimmungen also schon mehr als eine Stunde Gültigkeit hatten. „Ob man die Kapitulation nun auf den 8. oder 9. Mai terminiert, das sollte man nicht zur Glaubensfrage machen“, sagt Museumsleiter Jahn. Genau dies taten die Alliierten aber.Beim ersten Mal gültig

General Alfred Jodl unterschreibt in Reims die Kapitulation am 7. Mai 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges setzte im nun beginnenden Kalten Krieg der Kampf um die Geschichtsdeutungen ein. Im westlichen Bewusstsein hatte Deutschland eigentlich schon am 7. Mai in Reims kapituliert – mit formaler Gültigkeit ab 9. Mai, 00.01 Uhr. Kein Wort vom 8. Mai. Der Akt in Karlshorst war eine Propaganda-Inszenierung, die Stalin zugestanden wurde. Aus sowjetischer Perspektive fand diese erste Kapitulation nur „vorläufiges Protokoll“.Tatsächlich besteht an der Gültigkeit der ersten Kapitulation aber kein Zweifel – auch die Sowjets handelten danach und informierten deutsche Truppen auf Flugblättern über die Unterzeichnung und den Termin der Waffenruhe. Zugleich wurde aber schon in Reims darauf bestanden, dass das Dokument in Anwesenheit des sowjetischen Oberkommandos vom Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht ratifiziert werden müsste. Die erneute – und zudem öffentlichkeitswirksame – zweite Kapitulation war mehr als eine Geste für den sowjetischen Verbündeten.

Für die Nachwelt

In Reims hatte mit General Jodl nur ein Offizier ohne Kommandogewalt die Kapitulation unterschrieben. Den Alliierten war dies nicht ausreichend – hatten sie doch böse Erinnerungen an die Unterzeichnung des Waffenstillstands am Ende des Ersten Weltkriegs. Im November 1918 hatten ein ziviler Politiker und ein unbekannter General unterschrieben. Generalfeldmarschall Hindenburg konnte daraufhin erklären, dass das deutsche Heer nur durch den „Dolchstoß der Revolution“ zu Fall gebracht worden sei. Zur Vermeidung einer neuen Dolchstoßlegende war deshalb die persönliche Unterschrift der Inhaber der Kommandogewalt wichtig.

Am 9. Mai 1945 um 0.20 Uhr verließ die deutsche Delegation nach Unterschriftsleistung den Saal. „Erst dann war es endgültig vollzogen“, sagt Peter Jahn. Die Anspannung im Saal soll sich danach schlagartig entladen haben. Die deutschen Stellen wiesen die deutschen Truppen an, die Waffen zu strecken. Stalin verkündet am Morgen des 9. Mai den Sowjetbürgern das Kriegsende. Seitdem wird an diesem Tag in Russland gefeiert – historisch korrekter als im Westen. Denn am 8. Mai passierte eigentlich gar nichts.

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