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Kündigungswelle für ostdeutsche Datschen

Ostdeutsche Datschen sind nun ohne Schutz

Ab 4. Oktober 2015 zittern zigtausende ostdeutsche Bungalowbesitzern das man ihnen ihre Datsche kündigt, die sie oft in mühevoller Eigenleistung einst auf Pachtland errichteten. Dass die Gemeindeverwaltung womöglich gar nicht Eigentümerin des Pachtlandes war, spielte damals im Osten keine Rolle. Die Eigentümer lebten seit Jahrzehnten im Westen und die Gemeindeverwaltung betrachtete das Land als verwaist und vergab es als Treuhänder. Die neuen Laubenpieper konnten darauf vertrauen, dass sie ihr Grundstück behalten durften, solange sie wollten, denn Pachtverträge galten nach DDR-Recht als unkündbar.

35afDie DDR war ein Land der Superlative und so hatte der kleine Staat zwischen Oder und Elbe die höchste Dichte an Gartengrundstücken weltweit. Neben den zahlreichen Kleingärten gab es auch rund eine Million Datschen. Wobei es unterschiedliche Zählweisen gibt. Die »Rheinische Post« kam gar auf 3,4 Millionen solcher Bungalows.

Doch die Wende hat dies geändert. Am 4. Oktober 2015 fällt nun auch der Kündigungsschutz für Nutzer von Datschengrundstücken. Zum 25. Tag der deutschen Einheit läuft der Kündigungsschutz dieser Pachtverträge aus. Von nunan kann jeder Pächter grundlos gekündigt werden. Ein schönes Geschenk an die Ossis.

Doch der vormalige Spitzenreiter in Sachen Datsche wird nun zum Außenseiter. Im Bundestag fiel Anfang 2015 ein von den Linken zur Abstimmung vorgelegtes Gesetz durch, das den speziellen Kündigungsschutz für Datschen in Ostdeutschland um weitere drei Jahre verlängert hätte. Weil aber die Belange von Hunderttausenden Ostdeutschen in den Westdeutschen Bundesländer niemand interessiert, läuft der Schutz zum 3. Oktober aus.
Zwar erwartet man angeblich keine große Kündigungswelle, aber man hat schon manches ausgeschlossen, z.b. die Erhöhung der Mehrwertsteuer.
Datschengrundstücke in attraktiven Lagen, etwa an der Ostsee, Berlin oder dem Brandenburger Speckgürtel sowie an der ehemaligen Grenze zum Westen kann man deutlich gewinnbringender vermarkten als ausgerechnet auf Pachtbasis, zumal die Ostdeutschen Pächter of auch Wasser- und Abwasseranschluss legten. Somit sind es heute attraktive Baugebiete und bei Preisen in Berlin von 60-70 Euro pro Quadratmeter kann man sich vorstellen wie lukrativ dies ist.
Und so wird ostdeutschen Datschenbesitzern die Fortschreibung der DDR-Eigentumsverhältnisse zum Verhängnis. Wie im Arbeiter- und Bauern-Staat gilt auch heute noch: Die Datsche gehört den Bewohnern, das Grundstück hingegen der Kommune oder Privatbesitzern. Da ein Teil der Datschen aber auf ehemaligem Westland liegt, das nach der Wende wieder an deren Eigentümer rückübertragen wurde oder von den Kommunen bereits verkauft wurde, stehen damit viele Datschen auf Land das Westdeutschen im Osten gehört und die wittern schon reiche Beute. Denn nun können sie die Datschenbesitzer ohne Grund raus kündigen.

Mit den Fertigteilbungalows steht auch ein Stück ostdeutscher Identität vor dem Abriss. Denn das Wort Datsche gehört laut Wikipedia »zu den wenigen russischen Wörtern, die aus dem DDR-Alltag übernommen wurden und in den deutschen Sprachgebrauch eingegangen sind«. Ursprünglich bedeutete Datscha »fürstliches Landgeschenk«. Nach der Revolution von 1917 hatten adlige Besitztitel aber keine Bedeutung mehr. Hungrige Stadtbewohner nahmen brachliegende Parzellen in Besitz und es entstanden in der ganzen Sowjetunion Datschensiedlungen.
Die DDR-Bungalows sind somit ein Erbe der Oktoberrevolution. Kein Wunder, dass man sich im Westen und im vom Westen dominierten Bundestag dem Gesetz zu deren Erhalt und dem Kündigungsschutz verweigert.

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Kündigungswelle für ostdeutsche Datschen

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

    Verfasst von Runenkrieger11 | 7 Dezember, 2015, 7:38 pm

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