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größter Chemieunfall 2015

Denkunfähigkeitsbescheinigung der Frau Nahles

 

Die verschiegene und unterschätzte Chemie-Katastrophe am Neckar

Es ist eine der größten Umweltkatastrophen, die Südwestdeutschland in den vergangenen Jahren erlebte. Doch kaum einer hat was davon gehört, die Asylantenkrise verdeckt alles, auch das, was am 23. August 2015 65 Kilometer östlich von Heilbronn geschah, bisher außerhalb der Region kaum wahrgenommen.

Ein Mühlenbrand in Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) war am 23. August ausgebrochen. Gelagerter Dünger verwandelt sich in Ammoniak – und plötzlich starben in Baden-Württemberg tonnenweise Fische. Eine Mischung von Löschwasser mit dem gelagertem Dünger floss über ein Kanalsystem in die Jagst und löste ein Fischsterben aus. Die gefährliche Brühe schwappte weiter Richtung Neckar. Das Ökosystem ist auf Jahre beschädigt.

Bundeswehr Heimreise im ZinnsargDie Staatsanwaltschaft Ellwangen ermittelt gegen den Betreiber einer abgebrannten Mühle. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Gewässerverunreinigung, wie die Behörde und die Polizei Aalen gemeinsam mitteilten. Der Betreiber der Lobenhausener Mühle soll illegal wassergefährdende Stoffe gelagert haben. Diese Düngemittel waren bei einem Brand in der Nacht zum 23. August in die Jagst gespült worden.

Ammoniumnitrat, Hauptbestandteil vieler Düngemittel, ist ein Salz, das aus Ammoniak und Salpetersäure besteht. Wenn es sich in Wasser auflöst und zu Ammoniak wird, ist es für Fische extrem giftig. Das Problem ist auch, dass Ammoniumnitrat Brände anfachen, bei großer Hitze sogar explodieren kann. Feuerwehrleute sind geschult im Umgang mit solchen Stoffen. Doch wenn ein Großbrand direkt neben einem Gewässer ausbricht, kann es schwierig werden, das Gift zu kontrollieren.

Irgendwann in den nächsten Tagen wird das Gift auch im Neckar ankommen. Der genaue Zeitpunkt hängt ab vom möglichen Regen ab, vom Wind und den Wassermassen, die in dem 190 Kilometer langen Neckar-Nebenfluss, der Jagst, von hinten nachdrücken. Doch auf jeden Fall wird schon jetzt an 18 Wehren das Wasser im Neckar gestaut. Denn in der Jagst ist es zu einer Chemiekatastrophe gekommen, die tonnenweise Fische umbrachte. Augenzeugen sprechen von einem „Meer toter Fische“.

Freiwillige Helfer bei Elpershofen (Baden-Württemberg) entsorgen zigtausende tote Fische in Containern. Die Gifte hatten im Kreis Schwäbisch Hall ein großes Fischsterben in der Jagst ausgelöst. Tausende Fische verendeten, annähernd 20 Tonnen. Auch die Vorkommen des seltenen Steinkrebses und von Großmuscheln sind erheblich geschädigt worden, so das Umweltministerium.

In manchen Teilen des Flusses sei das Leben fast vollkommen ausgelöscht, sagen Umweltexperten: Schadensquote 100 Prozent. Das wertvolle Ökosystem von zwei Dritteln des Flusses dürfte auf Jahre beschädigt sein. Wenigstens dem Neckar soll all das erspart bleiben: Wenn die 23 Kilometer lange Schadstofffahne antreibt und spätestens zum Wochenausklang in den Neckar mündet, werden die 18 Stautore geöffnet.

Die künstliche Flut, die dadurch entsteht, soll die Ammoniakkonzentration weiter verdünnen. Von der Idee, das am Neckar ankommende Wasser mit Schiffsschrauben zu verwirbeln, sei man inzwischen abgekommen, hieß es in Heidelberg.

Nach dem verheerenden Chemieunfall an der Jagst im August mit tausenden verendeten Fischen rechnen Experten mit weiteren toten Tieren im Winter. Auf einer Länge von 45 Kilometern seien in dem verseuchten Fluss Fische mit geschädigten Kiemen entdeckt worden. Experten gingen davon aus, dass solche Tiere den Winter womöglich nur schlecht überstehen. Die Sterblichkeit werde aller Voraussicht nach höher sein als üblich, hieß es im Ministerium. Erst im Frühjahr 2016 werde abschließend klar sein, wie schwer das verunreinigte Löschwasser die Jagst tatsächlich geschädigt habe, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne).

In Ammoniak umgewandelt

Auf dem Gelände der Mühle unweit vom Fluss wurde neben Holz unter anderem Düngemittel gelagert. Beim Löschen war passiert, was in solch einem Fall strikt vermieden werden muss: Durch Löschwasser gelang Ammoniumnitrat, also Düngemittel, in den Fluss. Dort hat sich der Stoff in für Fische und Wasserlebewesen hoch giftiges Ammoniak umgewandelt.

Allein bei Kirchberg-Lobenhausen sollen acht Tonnen Fische erstickt sein. Und erst in einigen Wochen, wenn ein erster Schadensbericht vorliegt, wird klar sein, wie es um Krebse oder Muscheln bestellt ist. Der für Fische kritische Ammonium-Wert wurde auf jeden Fall um das 200-fache überschritten. Die Verwaltung warnte Anwohner zu fischen, zu baden oder auch nur mit dem Kanu die Jagst entlang zu fahren.

Als Reaktion auf die Umweltkatastrophe wird nun Kritik daran laut, dass Düngemittel überhaupt so nahe an einem Fluss gelagert wurden. Die baden-württembergische Landesregierung will im ganzen Südwesten Lagerhallen mit gefährlichen Stoffen überprüfen, die an Flussufern stehen.

In der Jagst nehmen derweil die Ammonium-Werte zwar kontinuierlich ab. Aber am Morgen wurden im Landkreis Heilbronn immer noch Werte deutlich über der zulässigen Grenze gemessen. In Jagsthausen waren es laut Landratsamt in den frühen Morgenstunden 7,3 Milligramm pro Liter Wasser, in Berlichingen am Tag zuvor 9,3 Milligramm. Doch schon 0,5 Milligramm pro Liter können für Fische tödlich sein. Außerdem droht auch von anderer Seite Gefahr: Wenn Fische im Wasser verwesen, sinkt der Sauerstoffgehalt, und aus Nitrat im Fluss kann sich für Fische tödliches Nitrit bilden. Allerdings wachsen zugleich auch Algen besonders stark. Das wiederum hilft offenbar beim Abbau der Schadstoffe.

Feuerwehr und Helfer im Dauereinsatz

Viele Hundert Freiwillige, Angler, Feuerwehrleute, THW und örtliche Vereine liefern sich seit Tagen einen Wettlauf gegen die Zeit. Rund um die Uhr wird versucht, den Sauerstoffgehalt des Flusses, der wegen seines reichen Ökosystems als besonders reizvoll für Touristen gilt, wieder zu erhöhen. Die Helfer errichten Barrieren, über die das Wasser sprudeln kann, wälzen die Fluten um, pumpen frisches Wasser etwa aus Regenrückhaltebecken zu und schöpfen vergiftetes Nass ab, um es auf Feldern auszukippen. THW-Mannschaften errichten Dämme, um frisches Wasser in die Jagst zu pumpen

Biologe Michael Pfeiffer vom Regierungspräsidium Stuttgart kritisierte die Behörden im Kreis Schwäbisch Hall: „Die Katastrophe wurde ziemlich offensichtlich unterschätzt, und es wurden daher auch nicht die richtigen Maßnahmen eingeleitet“, sagte er gegenüber der Presse. Es hätte noch die Möglichkeit bestanden, Tausende Fische zu retten. Auf alle Fälle hätte man Schutzzonen schaffen können.

Mittlerweile werden am Neckar bereits einige Baggerseen, wo besonders viele Fische laichen, mit Säcken abgedichtet, damit das Jagst-Gift nicht eindringen kann. Von Bad Wimpfen, wo die Jagst in den Neckar fließt, bis Mannheim zum Rhein könnte die Giftfahne dann rund eine Woche unterwegs sein, schätzt das Wasser- und Schifffahrtsamt. Es sei aber davon auszugehen, dass sich das Gift auf dieser Reise immer weiter verteilt, weil der schiffbare Neckar ungleich breiter sei als die meist nur fünf bis zehn Meter breite Jagst.

Weitere Chemieunfälle

Nach einem Chemie-Unfall in einer Firma in Hameln liegen zwei Mitarbeiter im Krankenhaus. In dem Unternehmen, das Schiffsgetriebe herstellt, war am Abend wegen eines defekten Schlauches die giftige Chemikalie Tetrachlorethylen ausgetreten. Das Gebäude wurde evakuiert, zwei Mitarbeiter wurden mit Vergiftungsverdacht ins Krankenhaus gebracht. Polizei und Feuerwehr veranlassten Warndurchsagen für die Bevölkerung. Der Alarm konnte aber nach rund einer Stunde wieder aufgehoben werden.

Chemieunfall – möglicherweise durch Bioethanolwerk an der Peene ausgelöst

Bei Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat offenbar eine stark nach Ethanol riechende Substanz Tausende von Fischen verenden lassen. Noch ermittelt die Staatsanwaltschaft, doch es gibt Hinweise, dass offenbar ein nach Ethanol riechender Giftstoff über die Kanalisation eines Bioethanolwerkes in die Peene geflossen ist. Die Behörden sperrten daraufhin sogar das gesamte Gelände weiträumig ab, weil eine Explosion drohte. Wegen des Ethanols hätte der gesamte Zulauf zur Peene Feuer fangen können. Laut NDR gelangte auch danach noch verdächtige Flüssigkeit aus einem undichten Rohr in den Fluss.

Das undichte Rohr hatten Reporter vom NDR Nordmagazin entdeckt, nachdem im Anklamer Stadthafen, auf der Peene und in den umliegenden Gewässern am Montag Tausende tote und sterbende Fische entdeckt worden waren, darunter Hechte, Zander und Barsche. Die Abwasseranlage der benachbarten Zuckerfabrik, die zunächst unter Verdacht stand, dürfte wohl nicht die Quelle der Verunreinigung sein. Die Anklamer Bioethanol GmbH ist ein Tochterunternehmen der Zuckerfabrik, ihre Produktion wurde gestoppt.

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das wären 65 Mrd. Euro jährlich
derzeitiger Militär-Etat: 36,6 Mrd.$
Militär-Etat USA 2015: 1839,53$
Militär-Etat Ger 2017:... 488,09$
Militär-Etat Rus 2015:... 466,44$
(Angaben pro Einwohner des Landes.)

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