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Ungarn, Kroatien und Slowakei importiert kurdisches Öl

Ungarn gleicht Erdölausfälle aus Russland mit Lieferungen aus Kurdistan aus

Der ungarische, teilstaatliche Energiekonzern MOL hat den Erwerb von 80.000 Tonnen Rohöl „von der Regierung von Kurdistan“ gemeldet. Das Öl sei über die Türkei zur Adria gebracht worden und wird von dort über Kroatien in MOL-Raffinerien nach Ungarn und die Slowakei gepumpt. Der Kauf diene der „Diversifizierung“ der Bezugswege, – ein Euphemismus für die Einstellung der Erdöllieferungen aus Russland. Seit Anfang Mai mag bzw. kann die russische Transneft wegen eines anhängigen Enteignungsprozesses in der Ukraine kein Erdöl mehr nach Ungarn und Europa leiten. Insbesondere für Osteuropa wird die Lage dadurch kritisch. Es ist daher anzunehmen das auch die Slowakei und Kroatien seinen Rohölbedarf auf diesem Wege sichern wird. Insgesamt darf man wohl daher von einer Ölkrise in Osteuropa reden, an der die EU mit ihrer aggressiven Russland-Hetze selbst schuld ist. Die Zeche zahlt das Volk.

Doch der Deal hat noch in anderer Hinsicht Brisanz. Laut irakischem Gesetz, muss die Regierung in Bagdad Ölausfuhren genehmigen, die Provinzregierung Kurdistans darf das nicht allein. Doch sie tut es ohne Genehmigung aus Bagdad immer wieder, aus politisch-taktischen, natürlich auch ökonomischen Erwägungen heraus, denn es stärkt ihre finanzielle Wirtschaftskraft und damit den Prozess der Loslösung aus dem amerikanisch kontrolliertem Irak.
MOL ist selbst im Gasgeschäft in der Provinz Kurdistan aktiv und unterhält daher beste Beziehungen zur Regionalregierung.

Die 80.000 Tonnen waren demnach auch nur ein Pilotprojekt, denn laut einem Abkommen der für die MOL und die kroatische Tochter INA tätigen Pipeline-Gesellschaft der Region, sind bis März 2015 die Liefernug von insgesamt 1,28 Mio. t Rohöl vorgesehen. Die ungarische Regierung ergreift mit dem Deal der MOL indirekt Partei für die Loslösung der kurdischen Gebiete vom Irak. Dieser Dimension sollte man sich gewahr sein, unabhängig davon, ob man das befürwortet oder nicht.

Die MOL meldet weiter, dass ihre Gasaktivitäten von den Kämpfen gegen die Terroristen des IS nicht beeinträchtigt werden. In Syrien hingegen hatte die MOL einen Totalausfall, dort wurden ihre Anlagen sowohl von Aufständischen wie von der Regierung übernommen und angezapft.

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Ungarn, Kroatien und Slowakei importiert kurdisches Öl

  1. Hat dies auf LichtWerg rebloggt.

    Verfasst von LichtWerg | 20 August, 2014, 7:01 pm

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  1. Pingback: Ungarn, Kroatien und Slowakei importiert kurdisches Öl | nz - 20 Oktober, 2015

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