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Strahlender Osten, Atommüllkippen Ost – made by West

50626-kohlsmerkelStrahlender Osten, Atommüllkippen Ost – made by West

Immer mehr Atommüll wird heimlich aber unheimlich in Ostdeutschland eingelagert. Zu verdanken haben wir das neben Bundesumweltminister Töpfer auch der ehemaligen Bundesumweltministerin Merkel. Entgegen dem von ihr mit ausgearbeiteten Einheitsvertrag wird und wurde dort im überwiegendem Maße Atommüll aus dem Westen verbracht und quasi heimlich entsorgt.

So stammt in Morsleben derzeit 2/3 des Atommülls aus AKW´s und Forschungseinrichtungen im Westen, während in Lubmin das Forschungsschiff Otto Hahn und die Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe seinen Müll lagern lässt. Leider liegen hier keine genauen Daten vor.

Man könnte also sagen im Osten geht nicht nur die Sonne auf, sondern auch die strahlende Zukunft unter.

Wir nehmen dies mal zum Anlass über die Atomkraftwerke und Atommülllager im Osten aufzuklären.

Die DDR verfügte über zwei AKW´s, dem Block von Rheinsberg und dem Großkraftwerk Greifswald.
Atommüll wird hingegen im Atommüll-Endlager Morsleben in Sachsen-Anhalt und in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern dem sogenanntem Atommüll-Lager Nord gelagert, dessen Genehmigung bis 31.10.2039 läuft.
Sowohl die Langzeitlagerung in Lubmin als auch die Endlagerung in Morsleben sind praktisch Endlager, auch wenn die Regierung es so darstellt, als gäbe es kein Endlager in Deutschland und als würden diese Endlagerstätten nur Atommüll aus dem Osten beherbergen. Laut dem Einigungsvertrag wurde die Verbringung von Atommüll aus dem Westen in den Osten ausgeschlossen. Es handelt sich hier also um einen weiteren (der vielen) Rechtsbrüche gegen den Einigungsvertrag.

Dazu kommen zwei Mülldeponien:

  • Deponie Deetz: 247,5 t kontaminierte Erdmassen
  • Deponie Schöneiche: 400,7 t kontaminierte Erdmassen
  • sowie Halden der Wismut.

Kernkraftwerk Rheinsberg (KKR)
Das Kernkraftwerk Rheinsberg (KKR) war das erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk das von 1960, ab 1966 kommerziell bis zum 1. Juni 1990 mit einem Kernreaktor in Betrieb war und von der letzten DDR-Regierung endgültig stillgelegt wurde.
Das Kraftwerk deckte mit 70 Megawatt den Energiebedarf einer Stadt wie Potsdam.  Zeitweise wurde die Leistung von 80 Megawatt erreicht, netto aber etwa nur 62 Megawatt. Das ist vergleichsweise wenig, moderne AKWs haben eine Leistung von 1.400 Megawatt.
Nach seiner seine Nutzungsdauer von 20 Jahren und im Zuge der Tschernobyl-Katastrophe wurde das AKW Rheinsberg im März 1986 zur Verbesserung der Sicherheit vorübergehend außer Betrieb genommen und grundlegend umgebaut, mit der Zielstellung eines befristeten Weiterbetriebes für weitere 5 Jahre, also bis 1992. Die Wende hatte die Stilllegung 1990 beschleunigt. Seit 1995 befindet es sich im Rückbau.
Die radioaktiv strahlenden Materialien werden nach Lubmin in das Zwischenlager Nord beim Kernkraftwerk Greifswald transportiert, darunter auch der komplette Reaktordruckbehälter. 2001 erfolgte der Abtransport der letzten Brennelemente ins Zwischenlager Nord.
Derzeitiger Stand: Demontage der nuklearen Teile bis 2014, Gebäudedekontamination bis 2018, ab 2019 folgt eine fünfzigjährige Verwahrzeit denn erst 2069 kann das Hauptgebäude abgerissen werden.

Kernkraftwerk Lubmin
Das Kernkraftwert Lubmin bei Greifwald war das zweite Kraftwerk der DDR das von 1974 bis 1990 betrieben wurde und mit vier, später mit fünf WWER-Druckwasserreaktoren (KGR 1-5) zu je einer Leistung von 440 Megawatt, netto 408 Megawatt ausgestattet war. Auch dieses Kraftwerk wurde Ende 1990 abgeschaltet. Im Jahr 1995 begann der Rückbau der 2014 abgeschlossen war.

Der kommerzielle Leistungsbetrieb begann 1974 in Block 1, 1975 in Block 2, 1978 in Block 3, 1979 in Block 4, 1989 in Block 5. Der Reaktor von Block 6 wurde nicht mehr bestückt und ist nicht kontaminiert worden, die Blöcke  7 und 8 wurden nicht mehr gebaut.
Die ersten vier Blöcke deckten ca. 10 % des Strombedarfs der DDR.
Mitte der 70er Jahre wurde der Beschluss zur Erweiterung des Kernkraftwerks um weitere vier Blöcke mit einer Nettoleistung von 408 MW getroffen, welche nach 1980 in Betrieb gehen sollten, doch es kam zu erheblichen Verzögerungen. Block 5 nahm erst deutlich verspätet 1989 den Probebetrieb auf, Block 6 wurde 1990 fertig gestellt, aber nicht mehr mit Brennelementen beladen.
Die Blöcken 2, 3 und 4 wurden im Februar 1990 still gelegt und nicht mehr in Betrieb genommen, Block 1 lief noch übergangsmässig bis zum Jahresende. Am 17. November 1990 wurde auch der Probebetrieb von Block 5 untersagt. Dieser Reaktor wäre zwar mit Nachrüstungen an den Sicherheitssystemen auf ein dem westdeutschen Atomgesetz entsprechendes Sicherheitsniveau zu bringen gewesen, jedoch war kein westdeutsches Energieunternehmen gewillt, das Kosten- und Genehmigungsrisiko für Block 5 und 6 zu übernehmen. Somit war das gesamte Kraftwerk ab Dezember 1990 stillgelegt.
Die abzubauende Gesamtmasse des KKR betrugt ca. 342.000 Tonnen; davon sind ca. 63.000 Tonnen mit radioaktiven Stoffen belastet.

ZLN – Zwischenlager Nord (auch Zwischenlager Lubmin)
Genehmigung befristet bis min. 31.10.2039, eine Entfristung (Endlos-Frist) wird angestrebt.
Betreiber: 100% Tochter der Energiewerke Nord GmbH (EWN), die ihrerseits zu 100% im Bundesbesitz ist
Insgesamt wohl 7 Hallen, Ausbau warscheinlich (wird natürlich bestritten) in den nächsten Jahren.

EWN zerlegt, dekontaminiert und konditioniert seit Jahren Abfälle aus westdeutschen Atomanlagen. Für die vorübergehende Lagerung dieser Abfälle im Zwischenlager Nord gibt es eine Befristung. Einen Antrag der EWN GmbH auf Entfristung der Pufferlagerung hat das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Hinweis auf das Raumordnungsprogramm bisher abgelehnt. Dagegen klagt die EWN GmbH.
Darüber hinaus drängt die EWN GmbH in das internationale Stilllegungsgeschäft. Sie arbeitet z.B. an der Demontage der Atom-U-Boote der russischen Nordmeerflotte und an anderen Kernkraftwerken im Rahmen von EU-finanzierten Projekten bei der Stilllegung mit. Natürlich wird sie die auch irgendwo lagern müssen, raten sie mal wo!
Ursprünglich erlaubte die Genehmigung nur die Einlagerung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen aus den stillgelegten Atomkraftwerken Greifswald und Rheinsberg.
Die Änderungsgenehmigung vom 11.12.2007 erlaubte nun die Lagerung radioaktiver Stoffe aus anderen kerntechnischen Anlagen und Leichtwasserreaktoren, also auch aus Westdeutschland.
Inhalt des Zwischenlagers sind u.a. mehrere dutzend Castorbehälter, Atommüll vom Forschungsschiff Otto Hahn und der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, die sich idealerweise auch in Besitz des Bundes befinden.

Obwohl es immerwieder so aussehen soll, als käme das alles aus Greifswald und Rheinsberg ist das also eine reine Lüge, beide Atomkraftwerke sind weitestgehend abgebaut. Alles was nun eingelagert wird, kommt aus dem Westen.

Atommülllager Morsleben
Offizielle Bezeichnung Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben ERAM,
kurz ERA Morsleben (Schacht Bartensleben, Schacht Marie)
Art der Anlage: „Endlager“
Betreiber: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), in 100%igem Bundesbesitz

Atomkarte

Atomkarte

Morsleben wurde vom Staatliches Amt für Strahlenschutz (SAAS) der DDR eingerichtet und sollte dort den Atommüll aus Rheinsberg und Greifswald aufnehmen.
1971/72 erfolgte die erste Teilgenehmigung für die rückholbare Einlagerung von 500 m3 radioaktiver Abfälle aus dem überfüllten zentralen Zwischenlager der DDR in Lohmen bei Dresden. Danach wurden kleinere Mengen eingelagert.
Am 10.04.1991 warnte ein Gutachter des BfS vor der weiteren Nutzung des Lagers und so wurde die Einlagerung vorrübergehend gestoppt, die Reaktorsicherheitskommission gab jedoch trotzdem eine positive Empfehlung ab und so wurde die Einlagerung 1992 durch Erzwingung des Bundesumweltminister Klaus Töpfer wieder aufgenommen.
Zu diesem Zeitpunkt bekannte Gefahren waren Einsturzgefahr und Wasserzuflüsse.

Über dem Endlager fehlt ein geschlossenes Deckgebirge, die Anforderung an die Mächtigkeit des Hutgebirges wird nicht erfüllt.  Das BfS will die unzureichenden geologischen Voraussetzungen – wie Grundwasserkontakt, Wasserwegsamkeiten, leicht zerfallender Anhydrit und ein fehlendes geschlossenes Deckgebirge angeblich durch Baumaßnahmen ersetzen. Im ERA Morsleben ist nach der Stilllegung mit erheblicher Gasbildung zu rechnen, dafür sollen große Hohlräume freigehalten werden. Der entstehende Druck kann aber radioaktive Flüssigkeiten durch neue Spalten und Risse schneller als erwartet nach oben treiben.
Verbleib nicht genehmigter Stoffe: Das BfS hat beantragt, ein Radiumfass, sowie die Strahlenquellen, deren dauerhafte Lagerung von der Genehmigung nicht abgedeckt war, im Zuge der Stilllegung einfach in Morsleben zu belassen.

Kampf der Bevölkerung gegen das Endlager

  • 20.02.1991: Untersagung des Einlagerungsbetriebes per einstweiliger Verfügung (später per Urteil) des Magdeburger Bezirksgerichts
  • 25.06.1992: Aufhebung des Magdeburger Urteils durch das Bundesverwaltungsgericht
  • 10.07.1992: Erteilung der bis 30.06.2000 befristeten Betriebsgenehmigung durch Bundesumweltminister Töpfer
  • 13. 01 1994: Wiederaufnahme der Einlagerung
  • 1995: Das Umweltministerium Sachsen-Anhalt stoppte die Einlagerung auf der 5a/Sohle wegen Sicherheitsbedenken.
  • 1995 – 1998: Bundesumweltministerin Merkel erzwang mit mehreren bundesaufsichtlichen Weisungen die Forstsetzung des Einlagerungsbetriebs gegen die Entscheidungen der Magdeburger Genehmigungsbehörde.
  • 1997: Unter Verantwortung des zuständigen BfS-Mitarbeiters Dr. Bruno Thomauske, behauptete das BfS, der Langzeitssicherheitsnachweis für das ERAM sei erbracht.
  • 06.04.1998: Änderung des Atomgesetzes, Verlängerung der Betriebsgenehmigung für das ERAM bis zum 30.06.2005
  • Mit der Stilllegungsgenehmigung wird 2014/15 gerechnet, die Verfüllung soll 15-20 Jahre dauern.
  • Angesichts der komplizierten geologischen Verhältnisse und der Vornutzung bemängelte die Entsorgungskommission in ihrer Stellungnahme vom 31.03.2013 die mangelnde Faktenlage, die das BfS seinen Computersimulationen für den Langzeitsicherheitsnachweis zugrunde gelegt hat.

Nach offizieller Lesart befindet sich das tiefengeologische Lager ERA Morsleben im Status „in Stillegung“.
Dies beinhaltet die Einstellung der Einlagerung, das Planfeststellungsverfahren zur Stillegung, die Verfüllung der Grube, den Abbau der Infrastruktur und das Sich-selbst-Überlassen des Atommülls ohne Überwachung. Tatsächlich soll das Lager aber seine eigentlich Aufgabe, die Aufbewahrung des Atommülls, für alle Zeit erfüllen. Das heißt das ERA Morsleben wäre im ewigen Dauerbetrieb.

Inventar: Gesamt 36.753 m3,
davon 22.321 m3 seit 1994 sowie 6.617 Strahlenquellen
Rund 10.500 m3 und 59 Strahlenquellen stammen aus Rheinsberg und Greifswald sowie weiterer radioaktiver Abfall aus Medizinischen und Forschungs-Einrichtungen und waren vor 1994 dort eingelagert worden.
In Morsleben wurden darüber hinaus radioaktive Abfälle zwischengelagert, deren dauerhafte Lagerung von der Genehmigung nicht abgedeckt gewesen ist. Es handelt sich dabei um Strahlenquellen im Versuchsfeld (7 Stahlzylinder mit Caesium- und Kobalt-Strahlenquellen sowie Europiumabfälle) und ein 280-l-Fass mit Radium-226, die etwa die Hälfte der Aktivität in Morsleben ausmachen.

Herkunft der Abfälle ab 1994:

Atomkraftwerke Ost (2 Stück)
·   AKW Greifswald 3.347 m3
·   AKW Rheinsberg 2.528 m3

Atomkraftwerke West (21 Stück)
·   AKW Biblis 2.073 m3
·   AKW Brunsbüttel 1.270 m3
·   AKW Brokdorf 107 m3
·   AKW Esenshamm / Unterweser 611 m3
·   AKW Grafenrheinfeld 96 m3
·   AKW Grohnde 63 m3
·   AKW Gundremmingen A 159 m3
·   AKW Gundremmingen B und C 456 m3
·   AKW Krümmel 592 m3
·   AKW Lingen 2/Emsland 41 m3
·   AKW Mülheim-Kärlich 65 m3
·   AKW Neckarwestheim 1 und 2 461 m3
·   AKW Obrigheim 1.228 m3
·   AKW Ohu 1 / Isar 1 800 m3
·   AKW Ohu 2 / Isar 2 45 m3
·   AKW Philippsburg 1 und 2 2.197 m3
·   AKW Stade 493 m3
·   AKW Würgassen 2.510 m3
·   THTR Hamm-Uentrop 75 m3
·   VAK Kahl 50 m3
·   AVR Jülich 113 m3

Forschungseinrichtungen Ost
·   VKTA Rossendorf 243 m3
·   Hahn-Meitner-Institut 9 m3

·   Forschungs- und Messreaktor Braunschweig 14 m3
·   Geesthacht Forschungszentrum 75 m3
·   Jülich Forschungszentrum 311 m3
·   Karlsruhe WAK 45 m3
·   Karlsruhe Forschungszentrum 1.018 m3
·   Zentralinstitut für Isotopen- und Strahlenforschung 3 m3

Firmen
·   Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) 214 m3
·   Siemens KWU 120 m3
·   Siemens Hanau 40 m3

Landessammelstellen
·   Brandenburg 1 m3
·   Mecklenburg-Vorpommern 1 m3
·   Berlin 180 m3

·   Hessen 38 m3
·   Bayern 238 m3
·   Nordrhein-Westfalen 264 m3

Sonstige
·   Bundeswehr 80 m3
·   Medizinische Hochschule Hannover 1 m3
·   Dekontamination der durch Tschernobyl verstrahlten Molke 44 m3

1.140 Fässer wurden vom Zwischenlager Süd in Mitterteich, Bayern nach Morsleben verbracht.
Davon stammen 238 m³ aus der Landessammelstelle Bayern, der restliche Müll aus Atomkraftwerken.

http://www.atommuellreport.de/daten.html

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Strahlender Osten, Atommüllkippen Ost – made by West

  1. man kann gar nicht so viel essen wie man k….. möchte…
    erschreckend..
    es ist unbedingt anzustreben, ein hohes bewusst-sein zu entwickeln, damit man durch all diese dinge auf mutter erde gut durchtauchen kann.. herzenergie…
    danke für diesen wahrheits-artikel!!

    Verfasst von feurio | 30 September, 2014, 10:23 am

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