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Poststraße
Alltag

Foodwatch und die Lobby

Soso, da schreibt mir doch der Vorsitzende von Foodwatch Thilo Bode eine flammende Rede, das sie keine Lust auf Lobbykratie haben.

Ja Leute seid ihr etwa keine Lobby?
Und warum seid ihr nichtmal ein bisschen konsequent und fangt an die Gesellschaft in Frage zu stellen? Meint ihr denn das ihr die Kapitalisten mit Geschwafel zur Einsicht bringt?

Hallo und guten Tag,

Am Gängelband des Geldes aus der Theaterversion des Films: Die fetten Jahre sind vorbei

Am Gängelband des Geldes
aus der Theaterversion des Films: Die fetten Jahre sind vorbei

wenn es um den Lobby-Einfluss von Konzernen geht, nimmt die Lebensmittelindustrie, die täglich mit ihren Produkten über unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit entscheidet, einen traurigen Spitzenplatz ein. Erinnern Sie sich noch? Gammelfleisch sollte, so versprach es der damalige Verbraucherminister Horst Seehofer, mit einer Farbe gekennzeichnet werden, damit uns Fleischabfälle nicht als Lebensmittel untergejubelt werden. Und was ist herausgekommen? Die Verwendung von Farbe wurde Gesetz, aber sie darf bei bestimmten Fleischabfällen geruch- und farblos sein!!

Ja wenn es darum geht die Demokratie zu unterwandern sind Kapitalisten wirklich unglaublich kreativ.

Nein, das ist kein verspäteter Karnevals-Scherz. Das ist ein Angriff auf die Demokratie und deren wichtigstes Prinzip: Der Wille des Volkes und nicht Wirtschaftsverbände sollen uns regieren. Mehr als 30.000 Lobbyisten in Brüssel – ja, sie haben richtig gelesen, 30.000 Lobbyisten, also fast 40 pro Europaparlamentarier – sorgen dafür, dass das Demokratieprinzip immer wieder außer Kraft gesetzt wird. Dass die Demokratie zur Lobbykratie mutiert ist.
verblödenLobbykratie zum Ersten:
Mit Marktmacht, mit Geld, mit „Think-Tanks“, mit Anwaltskanzleien wehrt die Lobbymacht der Industrie Gesetze ab, ja, verwandelt deren Stoßrichtung ins Gegenteil. Eine Milliarde (!!) Euro hat die Lebensmittelindustrie aufgewendet und mit einer jahrelangen Kampagne die „Ampelkennzeichnung“ verhindert, die über 70 Prozent der Verbraucher wünschen. Mit der Ampel hätten Käufer auf einen Blick erkennen können, ob ein Lebensmittel viel, mittel oder wenig Zucker, Salz und Fett enthält. Deshalb war die Milliarde aus Sicht der Lebensmittelindustrie sehr gut investiert – im Vergleich zu den drohenden Umsatzverlusten und Gewinneinbrüchen, wenn die Verbraucher plötzlich vermeintliche Fitness-Produkte als Zuckerbomben entlarvt hätten.

Lobbykratie zum Zweiten:
Konzerne
Dass die Industrie auch nicht davor zurückschreckt, auf Kosten unserer Kleinsten Profite zu machen, verwundert da nicht mehr. Leitlinien für eine gesunde Kindergarten-Ernährung? Nicht mit uns, dachte sich die Lebensmittelindustrie und setzte ihre Lobbymaschine in Bewegung. Ergebnis: Der Spitzenverband der deutschen Ernährungsindustrie brüstete sich in einem internen Rundschreiben unverhohlen damit, es sei gelungen, dass „die (…) Ausgrenzung von (…) Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und Süßstoffen/Zuckeralkoholen wieder gestrichen“ wurde. Spürbar enttäuscht war der Verband hingegen, dass die Formulierung „keine Süßigkeiten in die Brotbox“ trotz Anstrengungen nicht verhindert werden konnte.

Lobbykratie zum Dritten:
Eigentlich sollte eine neue Verordnung dafür sorgen, dass Produktverpackungen nicht mehr mit irreführenden Gesundheitsversprechen werben dürfen. Etwa damit, dass ein Jogurt vor Erkältungen schützt und die Abwehrkräfte stärkt. Aber die Lobbyisten von Nestlé und Co. haben auch in diesem Fall ausreichend Schlupflöcher in die Verordnung gestrickt, um weiterhin minderwertige Produkte als „gesund“ vermarkten zu können. Der Trick ist so einfach wie perfide: Man spritze einen überflüssigen Vitamin-Cocktail in eine supersalzige und superfette Salami, und – schwuppdiwupp – hat man eine Wurst, die als „Der tägliche Beitrag für eine gesunde Ernährung“ beworben werden darf.

Liebe Foodwatcher, sowas nennt man Kapitalismus!
Wenn man Kapitalisten diese Freiheit gibt, kommt genau das dabei raus, unmoralische Kapitalerträge auf Kosten anderer.

the happy voterLiebe foodwatch-Interessierte, es gehört zur Demokratie, dass Interessenverbände sich für ihre Anliegen stark machen und Parlamentarier und Regierungen davon überzeugen dürfen. Auch foodwatch, als Streiter für Allgemeinwohlinteressen, macht von diesem Recht Gebrauch.
Was aber nicht sein darf: Dass die Gesetze nach den Interessen einer Wirtschaftsbranche geschrieben werden und unsere Regierungen als Dienstleister der Industrie agieren! Wenn Sie, liebe foodwatch-Interessierte, das auch so sehen, dann schließen Sie sich uns an und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

Klar eine sehr orginelle Lösung das Problem dadurch zu lösen selbst Lobbyist zu werden. Wenn ihr euch Streiter für Allgemeinwohlinteressen nennt, dann sollte euch eigentlich die Systemfrage interessieren. Aber ihr stellt nicht das System in Frage, sondern nur dessen Produkte. Schmeckt euch das Ergebnis nicht? Mögt ihr eure Polit-Marionetten nicht? Na sowas…

Offensichtlich ist die Unterwanderung der politischen Institutionen so weit gediehen, dass über die Abwehrversuche gegen diese Praktiken nur noch müde gelächelt wird. Es gibt beispielsweise ein „Transparenzregister“ in Straßburg und Brüssel. Hier sollen sich bitte alle Lobbyisten mit ihrem Interesse und Budget eintragen. So der fromme Wunsch. Doch dieses Register ist, mit Verlaub, eine Lachnummer! Warum? Die Eintragung in das Transparenzregister ist freiwillig!

Das Grundprinzip des Kapitalismus ist nicht die Moral oder das Wohl des Konsumenten, sondern der maximale Profitgewinn, egal über wieviele Leichen man dafür geht.

Harzer KnastbruderLiebe foodwatch-Interessierte, mittlerweile habe ich einige Jahre politischer Erfahrungen hinter mir. Aber ich muss Ihnen leider sagen: Es wird nicht besser, es wird schlimmer! Mit immer ausgefeilteren Methoden und Strategien hebeln Wirtschaftsinteressen das Allgemeinwohl aus. Ich bin regelrecht schockiert, wie unsere Demokratie langfristig ganz gezielt ausgehöhlt wird.

Ja mit dieser Erkenntnis seid ihr nicht allein. Aber im Gegensatz zu euch stellen wir die Systemfrage. Und wir stellen fest, das ganze System ist ein Haufen Scheisse.

Und trotzdem: Mein Team und ich wollen das nicht akzeptieren.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Also dann wenn ihr krepiert seid.

Die Hartzer

Die Hartzer

Es darf nicht sein, dass die Lebensmittelkonzerne die Lebensmittelgesetze schreiben! Unsere Volksvertreter müssen darüber entscheiden. Stärken Sie die Stimme der Verbraucher. Werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch.

Zur Erinnerung, die Lobby schreibt nicht nur die Lebensmittelgesetze, sondern auch das Grundgesetz je nach Lust und Laune um.
Wir sind hier nur noch Insassen die das zu schlucken hat, womit uns die Konzerne füttern. Und am Ende bezahlen wir deren Spekulation wahlweise mit unserem Geld oder unserer Gesundheit.
Was angesichts der Verlängerung von Lebensmitteln mit Chemie, Gentechnik und anderen „Zusatzstoffen“ zwangsläufig die Folge ist.

Wir brauchen Ihre Unterstützung, um diesen Kampf für uns alle zu führen. Im Moment sind wir in ganz Deutschland 28.000 foodwatch-Mitglieder. Zur Erinnerung: Allein in der Stadt Brüssel flüstern aber täglich etwa 30.000 Lobbyisten der europäischen Politik ihre Ziele ein. Gemeinsam können wir den Einfluss der Lebensmittellobby zurückdrängen. Ich bitte Sie deshalb, werden Sie ein Teil von foodwatch.

Wie wäre es denn wenn Foodwatch Teil von uns wird, damit meine ich jene Bevölkerung die diesen Kapitalismus abschaffen will um eine bessere Gesellschaft aufzubauen? Seien sie doch mal konsequent. Sie kämpfen gegen Windmühlen wie Don Quichote!

Wirtschaftliche Macht darf nicht mehr Einfluss auf politische Entscheidungen haben als unsere demokratischen Rechte auf Transparenz und Gesundheitsschutz beim täglichen Lebensmitteleinkauf!

Vielen Dank und herzliche Grüße,

Ihr Thilo Bode

Mit Reden allein werden sie daran nichts ändern. Bringen sie ihre 28.000 Mitglieder dazu das System des Kapitalismus in Frage zu stellen und verbünden sie sich mit anderen die auch den Mut haben die Systemfrage stellen.
Damit wir diese Lobbyisten endlich zur Hölle schicken können, bevor sie noch mehr Gammelfleisch verkaufen. Quatschen und beten wird uns nicht davon befreien.

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Nobody rules us but we ourselves.

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das wären 65 Mrd. Euro jährlich
derzeitiger Militär-Etat: 36,6 Mrd.$
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Militär-Etat Ger 2017:... 488,09$
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