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Poststraße
Alltag, Armut, Geld, Wirtschaft

Lebst du noch oder kriechst du schon?

Wenn wir uns Ost und West mal genauer anschauen kommen wir zu ein paar verblüffenden Erkenntnissen, nämlich das es einen eklatanten Unterschied zwischem dem gibt, was in der Presse so erzählt wird und dem was wirklich war. Und das ist sogar richtig nützlich, denn es zeigt den Zustand unserer seelischen und körperlichen Gesundheit.

Als sich 1998 die Grenzen öffneten, hatte man eine perfekte Vergleichbare Bevölkerung mit ähnlichen Gewohnheiten und sämtliche Statistiken über deren Gesundheitszustand und der Entwicklung der letzten 40 Jahre. Ein regelrechter Glücksfall für die Mediziner, aber was davon wurde veröffentlicht? Fast nichts, die Bevölkerung wurde regelrecht in Unklarem gelassen, während die Bild Schauermärchen von unterversorgten Ossis unters neugierige Volk brachte. Was hab ich da nicht alles gelesen, massive Atemnot und Herzerkrankungen, vergiftete Umwelt – all das gabs nur im Osten. Und heute mach ich die Glotze an und sehe Wessis mit derart grauenerregenden Zahnfehlstellungen, ich besuche Foren und lese wie kranke Menschen abgefertigt werden, wie Rentner aus Zeitmangel an Katheder gehängt werden weil es keine Schwester gibt die Zeit für den Toilettengang hat.

Ich bin ja nur ein doofer ungebildeter armer Ossi und auch noch relativ gesund, aber das habe ich ganz sicher nicht der aufopfernden Fürsorge der Westmedizin zu verdanken, sondern dem rückständigem Osten, der sich darum gekümmert hat das ich die Kindheit überlebt habe, der mich ohne nach Geld zu fragen in seine Krankenhäuser aufnahm, der trotz all dem Mangel das bestmögliche dafür tat, das ich genug Widerstandsfähigkeit aufbauen konnte um die Westmedizin zu überleben.
Also lassen sie uns doch mal darüber reden.

Die DDR betrieb eine Gesundheitspolitik der Vorsorge, dazu gehörte u.a. auch sowas Unwichtiges wie Erholung und Urlaubsreisen, Kulturangebote, Schulsport und Freizeitangebote an den Schulen, Vorsorge wie Impfungen oder Fluorzusätze im Trinkwasser, eine kostenlose Gesundheitsversorgung für alle, vom Transport über den Krankenhausaufenthalt bis zur Nachversorgung. Fazit die Gesundheit der Ostdeutschen war viel besser als der Ruf, dem ihn die Westpresse verpasst hat.

Ist diese Behauptung wissenschaftlich beweisbar? Oh ja, sogar hochwissenschaftlich. Wenn sie dafür zahlen, können sie auch gern diese ganze Studie anfordern, die die Gesundheit von Ost- und Westdeutschen 1991 und 1992 genauestens verglichen hat.
Studie Allergensensibilisierung im Vergleich von Ost- & West unmittelbar nach der Wende in Englisch, „Increased prevalence of sensitization against aeroallergens in adults in West compared with East Germany“.
Ich erzähl hier also keinen Stuss! Wurde das veröffentlicht? Nein, jedenfalls nicht in deutscher Sprache.
Die Politik, Presse und Wissenschaft liess diese unangenehme Offenbarung unter dem Tisch fallen.

Und dafür gibt es gute Gründe.
Eine Basisversorgung mit Lebensmittel auf mehr oder weniger naturbelassener Basis, was durchaus mit dem Mangel an Chemischen Zusätzen zu tun hat, stellt sich im Nachhinein als positiv herraus. Not machte erfinderisch und so kam es teilweise zu Erfindungen wie die beliebten Schokoflocken.
Die oft in den Medien unterstellten vergifteten Rieselfelder vor Berlin sind gegenüber der heutigen genetisch verseuchten chemisch behandelten Ackerflächen Mecklenburg-Vorpommerns der reinste Bioanbau und gestunken haben die durchaus, Scheisse stinkt nunmal. War es deswegen giftig? Die Folgen der Gentechnik werden wohl erst noch als Hammer kommen.

Dazu kam auch eine sparsame Verpackung von Lebensmittel. Der Müllberg Ost war bestenfalls halb so hoch. Mangel hat das Recyclingsystem Ost erfunden und es war gut. Schulkinder sammelten Altpapier, Metall und Flaschen und der Erlös dieser Sammlungen floss meisst wohltätigen Spenden oder Kulturveranstaltungen zu. Der Osten unterstützte trotz Mangelwirtschaft viele Hungernde in der Welt.
Das Bewusstsein für Umweltschutz regte sich nicht nur im Westen, auch im Osten. Da wurden Krötenwege angelegt, Bäume gepflanzt, Grünflächen geschaffen und Filteranlagen auf- oder eingebaut. Es war nicht das laute westdeutsche „wir schützen die Umwelt“ sondern eher das bescheidene leise „wir hätten da einen Verbesserungsvorschlag“.

Der Osten hat allein in Berlin einen der größten Tierparks, eine der schönsten Galopprennbahnen der Welt, eine riesige Trabrennbahn, einen Freizeitpark im Plänterwald, einen Pionierpark mit einer eigenen Pioniereisenbahn, zahlreiche Museen, Theater, Opern, den Palast der Republik, eine Radrennbahn, zwei Fussballstadien, 3 große Zirkusunternehmen die durchs Land zogen, Box- und Sporthallen und tausende von Kinos, Diskotheken, Cafe´s, Jugendtreffs, Spielplätze usw. unterhalten. Der Dom und viele andere Bauten wurden nach und nach restauriert, die man eher als Dauerbaustelle bezeichnen muss. Hunderte von Ferienheimen, Pionierlagern, Betriebsheimen, Sportanlagen gab es überall im Lande.

Da war richtig was los und es war billig, so billig das sich jeder Kultur leisten konnte.

Ähnliches könnte man auch von Halle, Dresden, Chemnitz, Leipzig, Rostok, Wismar oder Kleinstädten wie Wollin oder
dem geradezu hinterwäldlerischen Golzow im Oderland sagen. Ein 500 Seelen-Dorf mit eigenem „Zoo“ war durchaus möglich.
Ein gewaltiges Wohnungsbauprogramm zog im Schnellverfahren Betonklötzer hoch um jedem Bürger eine moderne Wohnung zur Verfügung stellen zu können.
Natürlich war nicht alles das Gelbe vom Ei, natürlich war vieles reparaturbedürftig, natürlich waren die Betonklötzer nicht wirklich hüpsch, aber man konnte durchaus darin leben.
Sie erfüllten ihren Zweck und gaben tausenden Familien ein relativ modernes Dach über den Kopf statt ein Plumpsklo im Außenbereich in einer der Mietbaraken von München oder Köln. Zu jeder dieser Betonsiedlungen gehörten Grünflächen, Spielplätze, Kaufhallen, Arzthaus und die Anbindung an das Verkehrssystem dazu.
Auch im Osten lernte man dazu und hätte der Osten die Chance gehabt, sich nach der Wende alleine weiter zu entwickeln, würde er heute geradezu glänzend da stehen.

All das hat der Osten für die Bürger gebaut, er wollte damit kein Gewinn erwirtschaften.
Er spekulierte damit auch nicht an der Börse, viele hatten wenig, aber es war ausreichend, niemand musste auf der Straße leben.

Um all dies zu ermöglichen, beginn man ein Sakrileg, etwas, was Menschen niemals akzeptieren:
man baute eine Mauer quer durch das Land, man hinderte die Menschen am Reisen, man trennte Familien, man verbot ihnen schlichtweg die Welt zu erleben.

Man holte sich eine russische Armee ins Land die sage und schreibe 500.000 Soldaten umfasste. Man wollte seine Bürger erziehen, sperrte Systemkritiker und korrupte Betriebsleiter weg und baute einen Geheimdienst auf, der vor allen Dingen eines tat, seine eigenen Landsleute zu bespitzeln.

Wir konnten und wir wollten das auch nicht akzeptieren.

Aber wer sich die Geschichte anschaut, weiss das Nachbars Kirschen immer besser schmecken als die eigenen.
Menschen wehrten sich mit aller Kraft gegen diese Form in der man sie hinein pressen wollte. Sie wollten sich nicht gängeln lassen. Jeder Mensch ist ein Individuum, er wird sich mit aller Kraft gegen diese Gleichmacherei wehren, es untergräbt seine Kreativität, es beschneidet seine Freiheit, es ist kurz gesagt, eine richtig blöde Idee.

Unterstützt wurde das durch eine bunte Scheinwelt die per Radio und Fernsehn mit starken Sendern direkt aus dem Westen bis in die hinterste Ecke des Ostens gelangte. Es war durchaus das erklärte Ziel des Rias, die Menschen im Osten gegen ihre Regierung zu beeinflussen.
Natürlich nahmen die Menschen, denen die große weite Welt verwehrt wurde, dieses „Fenster zur Welt“ mit Begeisterung als Illusion vom „goldenen Westen“ an. Ein Verbot des Westfernsehns und des Westradios war praktisch unrealisierbar, denn mit reichlich Kreativität fanden die Ossis immer wieder neue Wege dieses Verbot zu umgehen.

Tatsächlich gab es schon 1960 ein Papier in dem der amerikanische Geheimdienst seine Regierung darüber unterrichtete, das aufgrund der massiven Fluchtzahlen gutausgebildeter Menschen aus der DDR dem Land wohl kaum eine Wahl mehr bleiben würde, als seine Bürger an der Flucht zu hindern. Die Mauer wurde darin bereits einzige Alternative gesehen.
Die wussten also genau warum sie den Rias eine solche Sendeleistung verpasst haben.

Ich will mich ja nicht beschweren, immerhin konnten wir so ohne GEZ sämtliche TV Highlights genießen, nur die Kinofilme kamen halt 2 Jahre später in der Glotze, aber das machte uns nicht wirklich was aus. Mit sowas kann man leben.

Schauen wir uns doch mal nen paar dieser armen total unglücklichen Ossis an und werfen wir ein paar Blicke auf ihren
damaligem Alltag, auf die indoktrinierten Schüler, die heruntergekommenen Betriebe, die armen Arbeiter, die mieserablen Lebensbedingungen, die leeren Kaufhallen, die rassistischen Ossis beim Propaganda-Posing mit Ausländern, all die unglücklichen Menschen die hinter der Mauer gefangen waren, fällt ihnen da was auf?

Leben im Osten

Diese Bilder wurden dem Bundesfilmarchiv entnommen, wo man natürlich auch zahlreiche weitere aus Ost und West finden kann. Als Ossi hab ich mir da mal das Recht herausgenommen, mein Volkseigentum zu publizieren, mit Stempel vom Westen, so wie sie überall ihren Stempel auf unser Volkseigentum geklatscht haben.

Link zum Bundesarchiv

Natürlich ist das alles nur Propaganda, gelle? Wir Ostalgiker sind doch sowieso ein bisschen zurückgeblieben, oder?
Aber wie wäre es wenn sie mal einen Ossi fragen ob sie in sein Fotoalbum reinschauen können. Da gibts jede Menge Fotos die ganz ähnliche Dinge erzählen.

Hier eine schöne Demonstration von Aufbau Ost, das ehemalige VEB Zetti Zeitz, Schokoladen und Süßwaren im Jahr 2010, u.a. bekannt für ihre Schokoflocken, Schlagersüßtafel und Hallorenkugeln. Diese Produkte werden jetzt übrigens von Nestle hergestellt und vertrieben, Schokoflocken heissen jetzt Chocoflocken und haben ordentlich viel bunte Pappe drumherum und massig Zucker innen drin bekommen. Die tausend Arbeiter sind natürlich arbeitslos und das Werk, naja, sieht so aus wie Aufbau Ost seit 20 Jahren überall aussieht.

Und nun schauen wir uns mal den Westen an

Auffällig ist hier besonders die Konsumgesundheit. Der Patient ist Kunde und Kunden zahlen für jede Leistung.
Ärzte werden zu Gebühreneintreibern. Die Zahlen der psychosomatischen Erkrankungen in Folge von Stress, Desillusion, Drogensucht und Missbrauch steigen jedes Jahr und das EU-weit.

Statt Vorsorge wird Nachsorge favorisiert, Hilfe kriegen sie nur, wenn sie schon krank sind.

Dann aber mit der ganzen geballten Macht der Technik, egal wie teuer die 10cent-Herzklappe auch sein mag, hier sind sie richtig, hier sind sie der Star, hier lässt sich was an ihnen verdienen.

Da wird mit MRT, Röntgendiagnostik, Computertomographie, EKG und Bluttests so richtig herzhaft Umsatz erzeugt. Auch sehr beliebt – Diabetis. Wer freut sich nicht über einen Fliessbandkunden der dauerabhängig von Insulin wird. Dabei spielt es keine Rolle ob es ein Mensch, ein Hund oder eine Katze ist. Hier wird einfach alles für sie getan, der neuste Stand der Technik bis zum Abwinken ausgeschöpft und sogar dem geliebten 16-jährigem Minipintscher ein Tumor entfernt, obwohl klar ist, das der Krebs längst schon über den ganzen Körper gestreut hat.

So gehören psychische Erkrankungen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Neuere Untersuchungen (nach Wittchen et al. 2003) zeigen:

  • Die Lebenszeitprävalenz psychischer Erkrankungen, d.h. der Prozentsatz der Normalbevölkerung, der innerhalb des gesamten Lebens mindestens einmal eine psychische Störung entwickelt, liegt bei ca. 43%. Fast jeder zweite Mensch entwickelt mindestens ein Mal in seinem Leben eine relevante psychische Störung.
  • Die 12-Monats-Prävalenz psychischer Erkrankungen, d.h. der Prozentsatz an Personen, der mindestens eine psychische Störung im Laufe von 12 Monaten aufweist, beträgt ca. 31 %.
  • Die 1-Monats-Prävalenz liegt bei ca. 19%.

Frauen sind dabei etwas häufiger betroffen. Sie sind also praktisch schon übereif für die Klappsmühle.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage oder lassen sie sich besser gleich einweisen.

In der Medizin der griechischen Antike wurden körperliche und psychische Faktoren gleichermaßen berücksichtigt, im Mittelalter dagegen vertrat die Kirche die strikte Trennung von Leib und Seele, und im 17. Jahrhundert begründete der Franzose Descartes den wissenschaftlichen Dualismus von Leib und Seele, dessen unheilvolle Auswirkungen bis in die jüngste Vergangenheit fortdauern. Er löste zwar die Wissenschaft aus der Umklammerung der Kirche, aber er förderte damit auch ein rein mechanistisches Verständnis des Menschen als Körper ohne Seele.

Im 19. Jahrhundert setzte sich dieser Trend als Folge großer medizinischer Fortschritte fort. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand eine Gegenbewegung, ausgelöst durch die aufkommende Psychoanalyse unter Sigmund Freud, der die Bedeutung der Psyche für die Entwicklung körperlicher Störungen wissenschaftlich nachweisen konnte. Doch Freund hat keine speziellen Theorien oder Behandlungskonzepte entwickelt. Die Psyche war ein Feldexperiment wo jeder mal ein bisschen herumdoktern konnte.
Erst 1950 gelang es dem in Chicago lebenden deutschen Internisten und Psychoanalytiker Franz Alexander ein grundlegendes Lehrbuch zum Thema Psychosomatische Medizin zu veröffentlichen. Er beschreibt darin die so genannten „heiligen sieben“ psychosomatischen Erkrankungen mit einer krankheitsspezifischen Psychodynamik:

  1. dem peptisches Geschwür (Ulcus pepticum),
  2. der Asthma bronchiale,
  3. dem Bluthochdruck (Hypertonie),
  4. rheumatoide Arthritis,
  5. die Migräne,
  6. Colitis ulcerosa
  7. und die Neurodermitis.

Psychische Erkrankungen führen zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Als ein Maß der eingeschränkten Lebensqualität kann die Anzahl der durch eine Erkrankung bzw. Behinderung beeinträchtigten Lebensjahre bezogen auf die gesamte Lebensspanne (YLLs = years of life lived with disability) herangezogen werden. Basierend auf dieser Berechnung stellt die WHO in ihrem World-Health-Report 2001 fest, dass in der Gruppe der 15 – 44-Jährigen unter den 10 Erkrankungen, die zur stärksten Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, 4 psychische Erkrankungen rangieren:

  • Die unipolaren Depressionen,
  • die Alkoholerkrankungen,
  • die Schizophrenien und
  • die bipolaren (manisch-depressiven) Erkrankungen.

Diese Erkrankungen machen etwa 25% aller durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahre in dieser Altersgruppe aus. Entsprechend ergaben Berechnungen der Weltbank und der Harvard University zum „global burden of disease“, dass im Jahre 2020 fünf psychische Störungsbilder unter den zehn wichtigsten Erkrankungen rangieren werden. Diese für die Weltbevölkerung erhobenen Daten spiegeln sich auch in den epidemiologischen Daten der Bundesrepublik Deutschland wider.

Und lassen sie uns mal über Diabetis reden.

Seit den 60er Jahren hat sich in den Industrieländern die Kalorienzufuhr expotentiell erhöht. Wenn die Menschen ihre Ernährung nicht umstellen, könnten im Jahr 2020 chronische Krankheiten weltweit für drei Viertel aller Todesfälle (2001: 59%) verantwortlich sein, sagen Forscher der Weltgesundheitsorganisation WHO. Bei den Risikofaktoren spiele
die Nahrung eine Schlüsselrolle. Die Forscher schlagen Alarm, weil die Menschen, die unter Übergewicht und Diabetes leiden, immer jünger werden. Chronische Krankheiten wie Fettleibigkeit, Störungen der Herzkranzgefäße, Diabetes und Krebs seien aber auch in den Entwicklungsländern immer häufiger zu beobachten. Kein Zufall, wir importieren ja quasi unsere schlechten Gewohnheiten und natürlich auch unseren Abfall in die dritte Welt.

Während das Statistische Bundesamt im Vergleich von 1999 zu 2004 nur ein Prozent allgemeine Gewichtszunahme entdeckte,
vermeldete sie 2009 eine Zunahme von 12% gegenüber 2004. Rund 7 Mio Deutsche sind Fettleibig. Der Anteil weiblicher Adipositas-Patienten war mit rund 53% höher als der männlicher Patienten (47%). Besonders groß war der Anteil von Kindern und Jugendlichen: 43% waren unter 18 Jahre alt. Auch in unserem Nachbarland sind inzwischen 24% der Menschen übergewichtig.

Ihre Chancen fett zu werden, stehen fast so gut wie ihre Chancen Hartz IV Empfänger zu werden.

Aber nehmen wir mal Alkohol. 2011 ist im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der Jugendlichen mit massiver Alkoholvergiftung um 178% gestiegen; damals wurden rund 9 500 junge Patientinnen und Patienten mit der Diagnose „akute Alkoholintoxikation“ stationär behandelt.

Sie haben also mit dieser Medizin trotz all ihrer Technik insgesamt recht schlechte Chancen, gesund zu bleiben.

Platon: „Willst du den Körper heilen, musst du zuerst die Seele heilen.“

Eine Erkenntnis die leider nicht profitabel und deshalb in der „Nachsorge-Kunden-Medizin“ Westeuropa´s unerwünscht ist.
Also kommen sie ja nicht auf die Idee irgendwas exotisches an Krankheiten zu haben!
Denn tanzen sie aus der Reihe der üblichen Krankheitsbilder, sind sie nicht als Fliessbandpatient zu gebrauchen. Sie verursachen Kosten, sie sind ineffektiv, unökonomisch, sie sind Einspar-Resource.

In dem Fall haben sie nämlich Pech oder wie es so schön heisst, sie sind selbst für ihre Gesundheit verantwortlich.

Und damit sie daran auch kräftig selbst mitarbeiten, redet man ihnen jede Menge ein, was sie alles brauchen, was sie schlucken müssen, was bequem ist und was ihnen ihr Leben erleichert. Es genügt eine Kreditkarte und das Telefon, schon flattern ihnen die gebratenen Masthühner, Pommes, Frostpizzen und MacDonald-Hamburger bis vor die Wohnungstür, 24 Stunden, Tag und Nacht.

Man macht sich soviele Sorgen um ihre Gesundheit, das man sie schon als Kind mit Funktionfood an den Geschmack von künstlichen Vitaminen und Geschmacksverstärkern gewöhnt. Wer will dann noch echtes Obst?
Überhaupt ist das ein teurer Luxus denn ausgerechnet für gesunde Lebensmittel steigen die Preise wie uns eine Meldung des statistischen Bundesamtes verrät.

Lebensmittelpreise kräftig angezogen

Man redet ihnen ein, Genfood wird den Hunger der Welt lösen, natürlich nur wenn es idealerweise von Agrarkonzernen kommt, es für den ersten Markt in Europa nicht mehr geeignet ist und praktischerweise vor Ort auf dem Land geerntet wird, was den einheimischen Bauern weggenommen wurde.
Und damit man auch die Konkurrenz möglichst problemlos an den Rand drückt, patentiert man sich die Gene von Nahrungsmitteln und verdrängt die alten lizenzfreien Sorten aus dem Markt. So geschehen mit der deutschen Kartoffelsorte Linda oder dem Mais im Ursprungsland Mexiko.

Die Vorsorge geht soweit das man ihnen problemlos die Erholungstage streicht um den Gürtel enger zu schnallen und arme Banken zu stützen, Kultur unbezahlbar macht und Liebe gibts sowieso an jeder Straßenecke frisch aus fernen Ländern exportiert.
So braucht sich Mann sich garnicht erst mit Frau abgeben oder gar ihr Gehirn berücksichtigen, selbst ist der Mann.
Sie fliegt halt in die Karibik, er nach Thailand. Da schnappt man sich so einen kleinen Gigolo, vögelt sich alle 10 Jahre durchs Badeparadies und freut sich den Rest des Jahres wieder einsam in an seine kleine überteuerte Mietbude mit samt der gigantischen Plastiktütensammlung und den Gartenzwergen im Vorgarten vor der Glotze zu sitzen.
Wenn der Drang halt gar zu gross wird, geht man in Bayern an die Isar, im Wald gegenüber trifft sich eh die Münchner Spannerscene, da kann man dann sogar fröhliche Ornanier-Partys verantstalten, während die Polizei hilflos die Schulter zuckt und zuschaut wie junge Mädels damit konfrontiert werden. (Im Osten hätte man die schon längst eingesammelt.)
Ein typischer CDU-Wähler ist also dick, doof und krank.

Und weil er ganz genau weiss das im Osten eh nur unschuldige Opfer im Kitchen saßen, zerrt er auch prompt so nen „unschuldigen“ Spanner vor die Kamera, der von Folter und unmenschlichen Zuständen im Ostknast berichtet und Entschädigung der Opfer verlangt.

Und neulich wollt ich mal Kultur gönnen, ein Besuch im Pergamon-Museum, was für eine Pleite sag ich ihnen. Ein echtes Trauerspiel. Ich fuhr also hin und da standen sage und schreibe hunderte von Leute Schlange vor der Eintrittskasse.
Ich dachte die Zeiten sind vorbei? Eigentlich war das Museum zu Ostzeiten immer einfach zu betreten, ich kann mich nicht erinnern dort jemals eine Schlange gesehen zu haben. Wir saßen als Jugendliche zufrieden auf der großen Freitreppe, schlürften unser Eis und verbrachten einen schönen Tag beim Besuch der weltberühmten Kleopatra oder des Pergamon-Altars, schritten ehrfürchtig unter das babylonische Tor hindurch. Kultur war für uns selbstverständlich, selbst Schulkassen besuchten wenigstens einmal jährlich eines dieser schönen volkseigenen Museen.

Heute sind wir nur noch Kunden in Sachen Kultur, Kunden die man offensichtlich nicht haben will, die ordentlich tief in die Tasche greifen müssen, die nichtmal ein Foto machen dürfen. Die Berliner haben kaum eine Chance ihre eigenen Museen zu besuchen und den anderen Bürgern im Lande gehts nicht besser. Was für ein kultureller Niedergang.

Die Stiftung preussischer Kulturbesitz besteht zu 70% aus dem ehemaligem Volksvermögen der widerrechtlich enteigneten DDR-Bürger, das sind also unsere Museen, unsere Schlösser, unsere Zoos, unsere Gärten, unsere Opern und Theater, unsere Archive, das alles ist also unser Besitz, der uns durch eine Organisation namens Treuhand für nichts und wieder nichts gestohlen wurde.
Jeder von den Ossis wäre heute ein Millionär, würde das im Einigungsvertrag verabschiedete Gesetz der Teilhabe durchgesetzt werden. All das wurde uns abgegaunert und jeder weiss das auch.

Diese freigiebigen herzlichen Ossis haben den Westen Willkommens-Schilder aufgestellt, vermutlich hätten sie die Armen im Westen zur kostenlosen Erholung in ihre Ferienheime eingeladen, damit die mal erfahren wie großartig und großzügig die Ossis eigentlich waren. Wenn die Seele gesund ist kann man sich sowas nämlich leisten.

Ach ja, da wäre noch der Mythos, wir wären ja pleite gewesen. Also Leute ich bitte euch, sowas läuft bei Ackermann & co unter Peanuts. Die 43 Millionen Euro hätten wir doch locker erwirtschaftet, ob wir allerdings gemeinsam das Bankengeschenk von 500 Mrd. Euro, deklariert als Bankenrettungspaket jemals erwirtschaften können, na ich weiss ja nicht. Das ganze EU-Theater steht doch kurz vor dem Kollaps. Es ist nur eine Frage der Zeit wann es wie ein Kartenhaus zusammen bricht. Fragen sie mal die alten Ossis, die Revoluzzer von 89, die wissen das schon längst.

Alles in allem sind sie wirklich krank, krank das sie sich das alles einreden lassen.

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Über monopoli

Nobody rules us but we ourselves.

Diskussionen

4 Gedanken zu “Lebst du noch oder kriechst du schon?

  1. Eine tolle Idee nur leider 20 Jahre zu spät.

    Verfasst von monopoli | 16 Januar, 2012, 2:49 am
  2. Ja das ist wohl wahr, deswegen wurde sie ja auch von den Ossis massiv abgelehnt. Man hätte durchaus jedem Jugendlichen die Chance geben können nach seiner Lehre mal 5 oder 10 Jahre im Westen zu leben, da wären sicher 60 bis 80% wieder zurück gekommen und von der Vorstellung des goldenen Westens geheilt gewesen. Aber gerade das Unwissen über den Westen hat ihn mystifiziert & glorifiziert. Jeder wollte ins vermeintliche Paradies.
    Erst Jahre später merkt man das man noch so fleissig arbeiten kann, glücklich wird man dabei nicht… Geld allein macht eben nicht glücklich.
    Und es ist ja wohl auch kein Zufall wenn genau jene Staaten die glücklichsten Menschen der Welt haben, die eine gute funktionierende Sozialstruktur haben. Hier werden Sozialstrukturen zerstört, die durchschnittliche Haltbarkeit einer Ehe sinkt Jahr für Jahr. Häufigster Grund für Familienstreit ist Geld.
    Was für ein guter Artikel, der bringt vieles auf den Punkt. Meine Gratulation.

    Verfasst von iche | 15 Januar, 2012, 1:17 am
  3. Das größte Ärger den die DDR den herrschenden Eliten der alten BRD bzw.des heutigen Deutschland bereitet hat war ihre pure Existenz. Da gab es einen Teil Deutschlands in dem sie 44 Jahre nichts zu sagen hatten und der zumindest zeitweise eine Alternative zu ihrem System darstellte.

    Das vergessen sie der DDR bis zum jüngsten Tag nicht,die sozialen Zugeständnisse die sie ihren Arbeitnehmern unter dem Druck einer gesellschaftlichen Alternative machen mußten liegen ihnen heute schwer im Magen.

    Verfasst von hansstoll | 31 Dezember, 2011, 9:16 pm
  4. Der Mauerbau 1961 hat der DDR eigentlich eine Chance eingeräumt die sie nach meiner Meinung nicht genutzt hat. Sie hätte ohne den direkten Einfluß der BRD sinnvolle Wirtschaftsreformen durchführen,den Bürgern politische Freiheiten einräumen,ein Reiserecht auf rechtstaatlicher Grundlage einführen können. Bürgern die in der DDR nicht mehr leben wollten hätte die Möglichkeit eingeräumt werden müssen ohne Groll und staatliche Schikanen zu gehen,den zu erwartenden Bevölkerungsverlusten hätte die DDR durch gezielte Einwanderund aus anderen Staaten begegnen können. Die Mauer war in der Situation des August 1961 wahrscheinlich ein notwendiges Übel, Schießbefehl und Repression nach innen sind nicht zu rechtfertigen,sie haben der DDR mehr geschadet als genutzt.

    Verfasst von hansstoll | 31 Dezember, 2011, 11:04 am

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