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Poststraße
Euromarkt, Gesundheitsgefahren, Grundversorger, Lobby, Monopole, Pharma

Warten wir noch bis der Notarzt kommt?

Unser Gesundheitssystem ist krank, nein eigentlich ist das noch viel zu niedlich – es ist bereits klinisch tot.
Nun hat es (ob zum Wohl der Allgemeinheit oder zum Leidwesen eines Menschen darf sich jeder selbst aussuchen) eine ZDF-Redakteurin erwischt und prompt wird das ein Medienthema. Leider sind sie kein Medienschaffender und ihre Chancen Gehör zu finden stehen bei weitem schlechter. Daher würde ich dies als Selbstverteidigungskurs für ihren nächsten Krankenhausbesuch betrachten.
Hoffen wir das sie klug genug sind, sich das anzuschauen.

mezis - Mein Essen zahl ich selbst

mezis – Mein Essen zahl ich selbst – gegen bittere Pillen

Vorsicht Operation – Wie das Gesundheitssystem uns krank macht (Doku 2014) Als Sonia Mikich mit schweren Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert wird, ahnt sie nicht, was ihr bevorsteht. Es folgen unzählige Untersuchungen und Operationen – am Ende geht es ihr schlechter als zuvor.
Ihr Fazit: Unser Gesundheitssystem macht krank!

Im Film “VORSICHT OPERATION” berichten Insider vom teilweise menschenverachtenden Operationsbetrieb an deutschen Kliniken. U.a. berichtet ein Initiator von Medleaks über die Ziele der Enthüllungsplattform.

“Ein aufrüttelnder Film. Es geht um überflüssige, teure und riskante Operationen, die sowohl unser Gesundheitssystem als auch Patienten schädigen. Ein Film, der auf den Punkt bringt, warum wir in Deutschland immer mehr Geld für unsere Gesundheit ausgeben, aber nicht unbedingt gesünder werden. Wir haben mit Experten im In- und Ausland gesprochen, mit Patienten und Insidern, um herauszufinden, welche Gründe hinter den hohen und ständig steigenden OP-Zahlen stecken. Wir decken systematische Fehler im deutschen Gesundheitswesen auf, berichten über Korruption und Gängelung von Ärzten. Wer nicht mitmacht, wird einfach kalt gestellt. Aber wir zeigen auch, was wir tun könnten, um unser Gesundheitssystem zu verbessern: Wir brauchen dringend eine flächendeckende, systematische Qualitätskontrolle: von Operationen, von Ärzten und Kliniken. …ein investigativer und eindringlicher Film, der ohne Polemik auskommt.”

Link: Der Film ist auch über ARD-Mediathek über diesen Link abrufbar.
Die Patientenfabrik – Wie Kliniken Profit machen (Doku

Notarzt - ach nö lass mal

Notarzt – ach nö lass mal

Früher waren Krankenhäuser Orte, an denen Menschen geheilt wurden. Die dabei entstandenen Kosten wurden den Kliniken erstattet. Heute funktioniert das Gesundheitssystem anders: Kliniken sind Wirtschaftsunternehmen, die mit dem Rohstoff Patient Geld verdienen müssen. Die „Fallpauschale“ hat die Welt der Krankenhäuser verändert, Behandlungen werden in Codes umgerechnet, für die die Kassen dann Geld erstatten. Die Dokumentation „Die Patientenfabrik – Wie Kliniken Profit machen“ legt offen, mit welch fragwürdigen Methoden dies erreicht wird und was die Folgen für uns Patienten sind.

Aufwendige Behandlungen wie Operationen lohnen sich unter Umständen mehr als eine konservative Behandlung. Die AOK stellt in ihrem Krankenhausreport 2013 fest, wesentliche Ursache für die seit Jahren steigende Zahl von Krankenhausbehandlungen seien „Anreize des bestehenden Vergütungssystems“.Die Autoren von ZDFzoom treffen eine Witwe, deren Mann laut ärztlichem Gutachten unnötig operiert wurde. Die Dokumentation berichtet außerdem von Missständen bei der Hygiene auf Frühchenstationen wegen zu wenig Pflegepersonal. Ausweg aus Sicht von Patientenvertretern wäre eine Lösung, wie sie in Frankreich praktiziert wird: Keine pauschalierte Bezahlung sondern eine individuelle Abrechnung aller tatsächlich erfolgten Behandlungen.


Weitere Empfehlungen:
Mezis – Mein Essen zahl ich selbst, Initiative der Ärzte gegen bittere Pillen
MedLeaks.org, Insider für eine neue Kultur der Ärzte

Wer ist Medleaks?

medleaks - Anonyme Leaking (Whistleblowing)  für eine neue Kultur in Kliniken und Ärzteschaft

medleaks – Anonyme Leaking (Whistleblowing)
für eine neue Kultur in Kliniken und Ärzteschaft

Medleaks ist die Initiative zweier Ärzte: Dr. A und Dr. B. Beide sind wirtschaftlich, politisch und weltanschaulich unabhängig. Sie sind in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen aktiv in der Patientenversorgung tätig und ihrer Berufung idealistisch verbunden. Nach langjährigem Zusehen haben sie sich entschlossen, die zunehmende Abkehr von diesen Idealen nicht mehr tatenlos hinzunehmen. Die Initiatoren verfolgen mit Medleaks keine anderen als die hier beschriebenen Ziele. Insbesondere vertreten Sie keinerlei Interessen von Dritten (Verbänden, Konzernen, Parteien, Medien, o.ä.).
Die Initiatoren sind auf ihre beruflichen Tätigkeiten als Ärzte jedoch ebenso angewiesen, wie potentielle Daten-Spender. Um das Risiko wahrscheinlicher Nachteile durch Ihr Medleaks-Engagement zu verringern, machen sie ihre Identität nicht öffentlich. Die Initiatoren sind sich bewusst, dass Ihre eigene Anonymität Vorbehalte gegen Medleaks begründen und potentielle Informanten von einer Daten-Spende abhalten kann. Als Krankenhausärzte sind sie jedoch existentiell von dieser Anonymität abhängig.

Wer ist Mezis?

Die Initiative “Mein Essen zahl’ ich selbst – Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte” hat sich 2006 gegründet. Inspiriert von der US-Bewegung http://www.nofreelunch.org entsteht auch in Deutschland ein Netzwerk von Ärztinnen und Ärzten, die

  • ihr Verschreibungsverhalten am PatientInnenwohl orientieren und an sonst nichts
  • nach intelligenten und praktikablen Strategien gegen die allgegenwärtigen Geschenke und Beeinflussungen der Pharmahersteller suchen
  • die ÄrztInnen dafür sensibilisieren wollen, dass sie nicht mehr unbeeinflussbar sind, wenn sie annehmen, was ihnen die Hersteller bieten (Kulis, Essen, Studien, Reisespesen und mehr)
  • ihren PatientInnen den großen Nutzen klar machen wollen, wenn sie sich von nicht-käuflichen ÄrztInnen beraten und behandelt lassen.

ARD-Magazin “FAKT”: Medleaks-Botschafter nimmt Stellung zu Vorgängen am Altmark-Klinikum

Der MDR enthüllte im Magain “FAKT” kürzlich unglaubliche Vorgänge am Altmark-Klinikum in Gardelegen. Ein Neurochirurg führte dort im Wissen um deren Unnötigkeit regelmässig Wirbelsäulenoperationen durch . Er handelte offenbar aus Profitgier und mit ausdrücklicher Unterstützung der Klinikgeschäftsführung. Derzeit wird von rund 100 Fällen geschädigter Patienten ausgegangen. In mindestens einem Fall starb ein Patient in Folge der ungerechtfertigten Operation. In anderen Fällen erlitten Patienten bleibende Nervenschäden.

In der FAKT-Sendung vom 19.3.2013 äussert sich ein Medleaks-Botschafter zu den Vorgängen und dem Mut der dort angestellten Chirurgen. Allein ihnen offenbar zu verdanken, dass die Ereignisse aufgedeckt wurden. Der Botschafter erläutert zudem die Ziele der Leakplattform Medleaks.

TV-Beitrag und weitere Informationen online unter:
http://www.mdr.de/fakt/skandal-klinikum-gardelegen100.html
HELIOS Klinik stellt auf “Wunschbehandlungen” um und streicht Ärztestellen trotz Überlastung

Die HELIOS Klinik Berlin-Buch schließt Teile ihrer Gynäkologie. In den frei werdenden Räumen sollen künftig nur noch lukrative Wahlbehandlungen angeboten werden. Zudem kündigt die Klinik an, trotz Überlastung ihrer Ärzte deren Stellenzahl zu reduzieren. Beides geht aus internen Dokumenten hervor, die Medleaks vorliegen.
Die HELIOS Klinik hatte sich kürzlich in einem Vergleich zur Zahlung von 6 Millionen Euro verpflichtet. Hintergrund waren Vorwürfe über Abrechnungsbetrug bei der ambulanten Behandlung. Im Nachgang des Vergleiches wurde der verantwortliche Geschäftsführer vor einigen Wochen ausgetauscht.

Sein Nachfolger schloss nun überraschend einen Teil der Gynäkologie, obwohl dieser scheinbar kostendeckend arbeitete. In den freiwerdenden Räumen will die Klinik künftig profitträchtige Wahlbehandlungen anbieten. Der neue Geschäftsführer teilte zudem intern mit, dass die Zahl der Ärztestellen des Hauses „im Konzernvergleich“ zu hoch sei und reduziert werden müssen. Nach Darstellung des Betriebsrates leisten die Ärzte der Klinik jedoch jährlich bereits mehr als 70.000 Überstunden.

UPDATE:
Kahlschlag bei HELIOS Berlin-Buch: 16 Ärzte entlassen – Patientenversorgung bedroht

Nach internen Informationen wurden an der Klinik gestern 12 Ärzte entlassen. Weitere 4 Ärztestellen sollen noch gestrichen werden. Betroffen sind bisher die Abteilungen für Chirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Innere Medizin, Pädatrie, Neurologie, Gynäkologie, Anästhesie und Intensivmedizin.

Der Ärztliche Direktor der Klinik, Prof. Z., soll bei der Entscheidung zur Durchführung dieser massiven Streichungen von der Geschäftsführung umgangen worden sein. Durch die Entlassungen ist an der HELIOS Klinik Berlin-Buch zukünftig möglicherweise die Sicherheit der Patientenversorgung bedroht. Es ist bisher nicht geklärt, wie die ärztlichen Bereitschaftsdienste trotz der entstehenden Unterbesetzung abgedeckt werden können.

Medleaks enthüllt vorsätzliche Patientengefährdung bei ASKLEPIOS
Interne Dokumente belegen: Der drittgrößte deutsche Krankenhauskonzern hat vorsätzlich das Leben Risiko-Schwangerer und deren Kinder gefährdet, um medizinisch notwendige Personalausgaben zu vermeiden.

Die Asklepios-Personalleitung ordnete im Dezember 2010 gegen den Widerstand des zuständigen Chefarztes eine unzulässige Unterbesetzung mit Ärzten an. Im Zentrum für Risiko-Schwangere des Asklepios Krankenhauses Hamburg Nord kam es hierdurch zu einer lebensgefährlichen Unterversorgung. Die Anordnung geschah offensichtlich im Wissen des Konzerns um seine medizinische und rechtliche Unzulässigkeit. Asklepios lag zuvor eine vertrauliche Stellungnahme der Dt. Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe vor, in der ausdrücklich vor dem Schritt gewarnt wurde.

Als Grund für die Maßnahme lassen die Unterlagen eine Absicht zur Einsparung von Personalkosten annehmen. Offenbar scheute Asklepios die Kosten für zeitweilig notwendige Vertretungsärzte. Ob es zu einer Schädigung von Patienten kam ist ungeklärt.
Nachtrag:
Nach der Veröffentlichung erhielten wir vom einem Asklepios-Pressesprecher eine Mail. Darin wurde behauptet, unsere Darstellung des Vorgang sei  nicht zutreffend und wir wurden aufgefordert, den Artikel aus dem Netz zu nehmen.
Um dem Konzern Zeit zur Vorlage angekündigter Nachweise seiner Behauptungen zu geben, hatten wir den Artikel zeitweilig zurückgehalten. Bis heute haben wir jedoch keinerlei Unterlagen Belege von Asklepios erhalten.

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Über monopoli

Nobody rules us but we ourselves.

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Warten wir noch bis der Notarzt kommt?

  1. Hat dies auf LichtWerg rebloggt.

    Verfasst von LichtWerg | 29 März, 2014, 6:47 am

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derzeitiger Militär-Etat: 36,6 Mrd.$
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Militär-Etat Ger 2017:... 488,09$
Militär-Etat Rus 2015:... 466,44$
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