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Amerika, Banken, Euromarkt, Monopole

Amerika – mit Vollgas in den Klassenkampf

Er macht es wirklich wahr. New Yorks neuer Bürgermeister Bill DeBlasio will die großen Firmen zwingen, ihren Beschäftigten deutlich höhere Löhne zu zahlen. “Living Wages”, wie man in den USA sagt. Das sind Löhne, die im Gegensatz zu Mindestlöhnen für einen halbwegs würdigen Lebensunterhalt reichen.

Jetzt wirft DeBlasio den Konzernen den Fehdehandschuh hin. Er habe genug davon, dass Manager sich die Löhne ihrer Angestellten von den Steuerzahlern finanzieren ließen und dabei Millionen-Salärs einstreichen. Deswegen will er sie einfach verdonnern. Das will der Bürgermeister kommende Woche in seiner Ansprache zur Lage der Stadt sagen. Ihm reicht es, dass Firmen ihre Arbeiter so mies entlohnen, dass die Steuerzahler mit allen möglichen staatlichen Subventionen und sozialen Leistungen einspringen müssen.

“Wenn wir die Firmen subventionieren, dann haben wir absolut das Recht, angemessene Löhne zu verlangen”, sagte DeBlasio am Montag im Sender WNYC. Boff ! Das war der Fehde-Handschuh.

Der Bürgermeister stützt sich unter anderem auf einen Bericht des National Employment Law-Projektes, wonach amerikanische Steuerzahler jedes Jahr 3,8 Mrd. Dollar aufbringen müssen, nur um Beschäftigte mit Minilöhnen über Wasser zu halten. Und das sind nur die sozialen Leistungen für die Beschäftigten der 10 größten Fast Food-Ketten. Im Oktober hatte sich der Bürgermeister kameragerecht zu Demonstranten gesellt, die in New York für bessere Löhne protestierten.

“The bottom line is, this is an unsupportable situation where every day hard-working people can’t make ends meet, and the companies involved certainly can do more”, so DeBlasio.

Als nächstes wird der Bürgermeister ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen, heißt es. Demnach sollen Beschäftigte bei Firmen, die Subventionen der Stadt New York erhalten, den Mindestlohn auf 11,75 Dollar anheben, Plus Zulagen. Details sollen bei der Ansprache kommende Woche präsentiert werden.

Hier ein Auszug aus dem Papier des National Employment Law Projects mit dem Titel “Super-Sizing Public Costs.” (Das Aufblähen öffentlicher Kosten).

“Low wages and lack of benefits at the 10 largest fast-food companies in the United States cost taxpayers an estimated $3.8 billion per year. McDonald’s alone costs taxpayers an estimated $1.2 billion each year. While low wages and lack of benefits cost taxpayers billions of dollars each year, the seven publicly-traded corporations on this list remain in strong financial condition today. Last year, these companies collectively earned $7.44 billion in profits, paid $52.7 million to their highest-paid executives and distributed $7.7 billion in dividends and buybacks.”

Mehr noch: Laut einer Studie von Forschern der University of California-Berkeley müssen über die Hälfte (52%) der Beschäftigten in Fast Food-Ketten mindestens eine Art von öffentlichen Transferleistungen in Anspruch nehmen, um ihre Familien ernähren zu können. Resultat: Das Geschäftsmodell der Burger-Brater aus Minilöhnen, fehlenden Zulagen und geringer Arbeitszeit koste Amerikas Steuerzahler jährlich rund 7 Mrd. Dollar.

In der Fast Food-Branche verteidigt man das Geschäftsmodell mit den bekannten Argumenten: Die operativen Gewinnmargen seien klein, höhere Löhne trieben viele Bratereien aus dem Geschäft oder vernichteten Jobs. DeBlasios Vorstoß nur wenige Tage nachdem Barack Obama die Anordnung höherer Löhne für Kontraktoren von Bundesbehörden ankündigte, sorgt für einige Schlagzeilen.

Eine größere Auseinandersetzung zwischen Arbeitern, Liberalen und Aktivisten auf der einen Seite sowie der Industrie auf der anderen Seite rückt damit näher. – Dass im laufenden Jahr wichtige Zwischenwahlen für den Kongress anstehen, macht die wachsende Konfrontation noch brisanter. Ob etwas erreicht wird, bleibt jedoch fraglich. Denn die attackierten Firmen sind auch Steuerzahler. Und sie haben in den Parlamenten – auch regional – viel Einfluss.

Wie doof das die Deutschen noch nicht rechnen können…

Über monopoli

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Amerika – mit Vollgas in den Klassenkampf

  1. Hat dies auf LichtWerg rebloggt.

    Verfasst von LichtWerg | 19 März, 2014, 4:43 pm
  2. Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt.

    Verfasst von Senatssekretär FREISTAAT DANZIG | 19 März, 2014, 2:11 pm

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NATO verlangt 2% des Haushaltes
für das Militär auszugeben,

das wären 65 Mrd. Euro jährlich
derzeitiger Militär-Etat: 36,6 Mrd.$
Militär-Etat USA 2015: 1839,53$
Militär-Etat Ger 2017:... 488,09$
Militär-Etat Rus 2015:... 466,44$
(Angaben pro Einwohner des Landes.)

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