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Poststraße
Behörden, Lobby, Monopole, Verblödungsmedien

An das Beschwerdemanagement der Deutschen Bahn

Dieser Text wurde am 29.07.12 als E-mail an die wunderschön dreist betitelte Adresse kundendialog@bahn.de gesendet:

An das Beschwerdemanagement

 

Der EC 173 am 30.07.12 hat ganze 8 (!) Fahrradstellplätze. Die Hotline gab Auskunft, dass diese Plätze sofort nach der Bereitstellung belegt waren. Das sei die Regel.

Ein Mensch mit normal entwickelter Fähigkeit zum logischen Denken erkennt das Problem und behebt es: entweder es werden mehr Fahrradstellplätze benötigt oder die Stellplatzreservierung muss abgeschafft werden (weil nämlich auch in allen Regionalbahnen theoretisch Menschen an Fahrradketten geraten können, das aber praktisch nicht vorkommt und wenn, dann geht der Schaden ohnehin an die private Haftpflichtversicherung des Fahrradhalters.)

Am 22.07.12 habe ich mein Ticket online gebucht unter Angabe der Fahrradmitnahme. Es kam der Hinweis, die Stellplatzreservierung und die Fahrradkarte wären online nicht buchbar. Ganz anders steht es da auf Ihrer Informationsseite, die wohl eher Wünsche und Sehnsüchte ausdrückt als reale Tatsachen:

Dann schreiben Sie in der Mitte von diesem 5000 Zeichen langen Text, dass man einen Stellplatz mindestens einen Tag vorher reservieren muss. Da frage ich mich besorgt, in welchem rückschrittlichen Unternehmen ich da gelandet bin? Dass es dazu eine spezielle Hotline gibt, lässt sich aus diesem Text allerdings nicht entnehmen. Und so schlussfolgert man leicht, jeder Dorfeinwohner müsse die 20 Kilometer zum nächsten Servicecenter fahren, nur um ein ausgedrucktes Stück Papier in den Händen zu halten, dass ihm einen Fahrradstellplatz sichert, den er gar nicht haben will.

Weil man sonst nichts zu tun hat, gibt es auch noch eine weitere Seite, die einen über die Bedingungen der Fahrradmitnahme aufklärt. Auch hier weisen Sie noch einmal stolz auf die Möglichkeit des Online-Buchens hin, erklären aber nicht, dass das NUR in Verbindung mit dem Kauf eines Zugtickets möglich ist. Ihre Ausdrucksweise vor dem „Jetzt buchen“-Button „Die Fahrradkarte erhalten Sie gemeinsam mit Ihrem Ticket online.“ ist nicht eindeutig. In der Mitte dieses mindestens 2000 Zeichen umfassenden Textes erfährt man zudem, dass man für besondere Fahrräder wie Tandems einen speziellen Stellplatz buchen muss. Was wäre denn da so die Zeitspanne, die man im Voraus planen müsste, um ein solches Rad tatsächlich mit sich zu führen? Vielleicht sollte ich schon einmal an die Reisen während meiner Rente denken?

Mehr zugeordnete Internetseiten habe ich auf Ihrer Homepage nicht gesucht. Für eine tiefgründige, abschließende Beschäftigung mit dem Thema „mit dem Fahrrad Bahn fahren“ fehlt mir einfach die Zeit.

Und das ist noch nicht alles. Wiederholt gab es Verspätungen, Zugausfälle und absurde Zwischenfälle auf einer Strecke in Mitteldeutschland, wodurch ich bis zu drei Stunden später am Zielort ankam. Neben klemmenden Weichen z.B. deswegen, weil nach einem Festival in [Ort] tausende Jugendliche in die Züge strömten, die sich am Umschlagplatz [Ort 2] noch potenzierten. Das führte dazu, dass zwei Züge (im Abstand von jeweils einer Stunde) bereits bei der Ankunft so voll waren, dass dort partout niemand mehr einsteigen konnte. Auf die Idee, bei solchen Ereignissen einen Sonderzug bereitzustellen, kommen Sie nicht, nicht wahr? Wozu auch, das wäre ja nur im Interesse der Reisenden und nicht im Interesse des Anbieters.
Was sofort die Frage aufwirft, weshalb ein national notwendiger Dienstleister überhaupt ein privates Unternehmen sein darf.

Fazit:

Alle Prozesse richten sich auf mehr Mobilität und mehr Flexibilität, nur bei der Deutschen Bahn geht es in Richtung unabänderlicher Planbedingungen und gestriger Statik. Finden Sie nicht, ihr Kundenservice wäre eine wissenschaftliche Arbeit wert? Manche Menschen wissen vielleicht noch nicht um die unnötigen Verkomplizierungen alltäglicher Vorgänge bei der Deutschen Bahn, zum Beispiel Autofahrer. Wer sonst würde Ihre Aktien kaufen?

Journalisten haben bereits den Einfluss von Bloggern auf die öffentliche Meinung erkannt. Es ist an der Zeit, einen speziellen Themenkomplex zum Thema „Deutsche Bahn“ zu recherchieren und zu erstellen. Vor allem auch in verschiedenen Sprachen, damit die europäische Öffentlichkeit ebenso von den absonderlichen Praktiken dieses Börsengängers erfährt.

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