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Poststraße
Arbeitsmarkt, Überwachung, Bürgerrechte, Behörden, Gefahren, Jobcenter, Lobby, Verblödungsmedien

Arge feuert erneut Kritiker – Job nur für willige Amtsknechte

Kein Job für kritische Denker

Das Wesen des KapitalismusDie Freiheit der BRD ist keinen Pfifferling wert, wenn man seinen Kopf mal zum Denken benutzt und dafür bestraft wird. Und wieder hat die Arge einen Kritiker gefeuert.
Diesmal hat es einen Studenten erwischt.
Der Student an Hochschule der Bundesagentur für Arbeit stellt auf seinem Weblog Hartz IV an den Pranger – und wird gefeuert.

Marcel Kallwass

Der gute Amtsschimmel wiehert und trottet im Takt. Gesetze hinterfragen? Praktiken anzweifeln? Vorgänge veröffentlichen? Oder gar Bürgern Hilfe anbieten? Daß so etwas der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu weit geht, mußte im vorigen Jahr schon die frühere Hamburger Jobcentermitarbeiterin Inge Hannemann erfahren – sie wurde suspendiert. Nun, ein dreiviertel Jahr später, hat die Agentur einen weiteren Kritiker vor die Tür gesetzt. Marcel Kallwass, der an der Hochschule der BA in Mannheim studiert und regelmäßig im Jobcenter Ulm gearbeitet hatte, wurde in dieser Woche fristlos gefeuert. Dabei hätte der 22jährige in diesem Sommer sein dreijähriges Studium beendet. Solange wollte die Behörde aber nicht warten.

sklavenaufseherBerufsberater, das war Kallwass’ Traumjob. Doch als er im Jobcenter Ulm hospitierte, kamen ihm Zweifel. Er habe dort mitbekommen, wie Hartz-IV-Bezieher für geringste »Vergehen« sanktioniert wurden. Zunächst, »diskutierte ich mit anderen Studenten über eine sanktionsfreie Beratung von Erwerbslosen«.

Das sei nicht überall gut angekommen. Im Sommer 2013 eröffnete er seinen Internetblog. Aus anfangs vorsichtiger Kritik wurde bald ein Aufruf zum Widerstand: Mitarbeiter sollten sich weigern, Sanktionen zu vergeben, Betroffene sollten sich wehren. Das mit der Agenda 2010 reformierte Sozialrecht hält Kallwass für verfassungswidrig. Die Gesetze machten es möglich, Menschen das Notwendigste zum Leben zu nehmen, wenn sie nicht bedingungslos gehorchten. An der Berufsberatung kritisierte der Student vor allem, daß Jugendliche auch an die Bundeswehr vermittelt würden.

Drohnenangriff auf Demonstranten bald Realität?

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Kallwass’ Blog blieben BA und Hochschulverwaltung nicht lange verborgen. Im November 2013 ereilten ihn die ersten beiden Abmahnungen; am 27. Januar folgte die »außerordentliche Kündigung«, die jW vorliegt. Die darin enthaltenen Vorwürfe gegen Kallwass sind zahlreich: Er habe den Betriebsfrieden gestört, den Arbeitgeber beleidigt, sich ihm gegenüber illoyal und rücksichtslos verhalten sowie gegen die Dienstvereinbarungen verstoßen. Das Vertrauensverhältnis sei gestört, hieß es. Gleichzeitig informierte das Jobcenter Ulm den Studenten darin über ein sofortiges »Haus- und Zutrittsverbot« zum Hochschulgelände.

Gegen den Strich ging der Behörde etwa, daß Marcel Kallwass sie als »riesigen Überwachungsapparat mit Kontrollwahn, vergleichbar mit der NSA«, bezeichnete. Falsch empfand sie auch seine Behauptung, Jobcenter übten willkürliche Gewalt aus und stellten Erwerbslose unter Generalverdacht. »Sanktionen werden von Ihnen nicht als verhaltensbedingt und vermeidbare Folgen, sondern als mögliche Ursache für Erkrankungen, wie Depressionen, sowie für Schwarzarbeit, Kleinkriminalität und Obdachlosigkeit dargestellt, die von einem unsozialen Machtapparat verursacht würden«, ließ ihn das Jobcenter unter anderem wissen. Zudem habe er einen Aufruf über den internen Mailverteiler an seine Mitstudenten versandt.

DDR besetzt und mundtot

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Massive Kritik an der Kündigung übte die linke Hochschulgruppe. Anstatt eine einvernehmliche Lösung zu finden, werde ihm so die Möglichkeit genommen, sich in einer anderen Hochschule einzuschreiben. Und Inge Hannemann bemängelte, daß sich die BA nicht einmal die Zeit genommen habe, über die Vorwürfe des Studenten nachzudenken. »Dort verschließt man die Augen vor der Wirklichkeit.« Hannemann wird am 28. Februar vor dem Arbeitsgericht Hamburg erneut für ihre Weiterbeschäftigung streiten.

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Diskussionen

4 Gedanken zu “Arge feuert erneut Kritiker – Job nur für willige Amtsknechte

  1. Klaus Linnenbrügger: Wer sich zu Arge gegen das UNRECHT wehrt,handelt sich eine Anzeige ein.

    Verfasst von Klaus Linnenbrügger | 2 Februar, 2014, 3:41 pm
  2. Franz Maier, Jahrgangssprecher der HdBA: …Aber in seine radikale Kritik habe Kallwass sich irgendwann völlig verrannt.“ (Frankfurter Rundeschau 31.01.)

    RE @Franz Maier:
    Franz Maier, bei der BA herrscht Krieg. Bürgerkrieg gegen die eigene Bevölkerung zugunsten der korrupten Elite, dem er sich offen mutig entgegenstellt. Wenn du und deine Kommilitonen nicht auch bald den Schmusekurs mit eurem künftigen ‚Arbeitgeber‘ aufkündigt, macht ihr euch schuldig. Mitschuldig am baldigen Untergang des letzten Rests unserer Kultur, nicht nur in Deutschland. Ihr seid inzwischen überall auf der Welt. Es waren in der Geschichte immer die willfähigen Kriecher, die ein totalitäres System förderten und bis zum Untergang aufrechterhielten. Der VerFührer fordert lautsprechermäßig mit hohlen Phrasen, das kleine Arschloch vollstreckt zugunsten ein paar Krümel, die es dafür erhält. Im Bürgerkrieg – wie das Wort schon sagt – bekriegen sich immer nur die Bürger. Die Elite grinst sich eins und sammelt ein.

    Was hätte Kallwass deiner Meinung nach besser machen sollen, außer Maul halten und schon Mal seine Pension ausrechnen, wenn er bis dahin durchhält? Merkt ihr denn wirklich nicht, daß ihr die klassische Schule der Schafe durchmacht, die den Wolf als liebevollen Hüterhund predigt und dem ihr wohlbehütet folgt? Wie lange noch?
    Kommt mir bloß nicht bald mit dem Spruch: ‚Ich habe davon nichts gewußt‘. Den hatten wir schon Mal.

    Verfasst von Ludwig der Träumer | 1 Februar, 2014, 6:11 pm
    • Ja das sehen wir genauso, es sind die Werkzeuge eine machtgierigen Elite die ihr eigenes Volk quälen, zumal das nicht den geringsten Erfolg hat wie ja die Wachsenden Arbeitslosenzahlen zeigen.
      Es ist lediglich ein Demütigungssystem das sinnloserweise Leute zwangsbeschäftigt, verwaltet und schikaniert mit dem Erfolg deren Selbstbewusstsein zu brechen um sie zu willigen Systemsklaven zu formen die man möglichst billig entsorgt.
      Die Schafe werden zur Schlachtbank getrieben Dabei nehmen sie auch psychische und physische Folgen in Kauf, die zwangsläufig mit Sklaverei verbunden sind.
      Die waren Neonazis in diesem Staat stehen nicht vor Asylbewohnerheimen, sondern sitzten mit Anzug und Krawatte in den Palästen der Macht,
      deren Politik von einem Heer aus Schreibtischtätern und willigen Söldnern zum Schaden des Volkes durchgesetzt wird.

      Die Schule der Schafe ist nur durch das zu bekämpfen was diese VerFührer am meissten fürchten, ein anderes Gesellschaftssystem.

      Verfasst von monopoli | 2 Februar, 2014, 10:35 am
  3. Reblogged this on Treue und Ehre.

    Verfasst von Runenkrieger11 | 1 Februar, 2014, 4:16 pm

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