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Poststraße
Alltag, Geld, Wirtschaft

Was mir so durch den Kopf geht

Am gestrigen Abend war ich wie öfters in der letzten Zeit bei einer Veranstaltung einer kleinen linken Partei. Ich bin selbst Mitglied der „großen“ Partei die Linke, die Diskussion um den Beitritt von Mitgliedern der kleinen zur „großen“ die von viel Skepsis und Vorurteilen begleitet war machte mich neugierig.

Dazu kommt daß die Linke sich in letzter Zeit viel mit sich selbst beschäftigt und irgendwie mehr an Posten, Mandaten und Regierungsbeteiligungen interessiert scheint, als an wirklichen Veränderungen an und in dieser Gesellschaft, die gerade in jüngster Zeit immer mehr zeigt daß sie mehr Probleme aufwirft als sie bewältigt.
Oder um es auf den Punkt zu bringen: Der Kapitalismus ist das Problem.

Bei der gestrigen Veranstaltung ging es um eine Einschätzung der heutigen Lage wie sie die kleine Partei sieht. 90% des Geschriebenen fand meine Zustimmung. Doch bei der Einschätzung daß sich in den letzten Jahren das Bewußtsein nach links verschoben hätte, kamen mir dann doch Zweifel.

Das mag ja auf dem Papier so sein, aber in der rauen Wirklichkeit drückt sich dieses „Bewußtsein“ gerade in der BRD kaum auf den Wahlzetteln aus. Im Gegenteil zu diesen Aussagen stagniert die Linke oder bekommt sogar eins auf die Mütze. Ob der Wähler in Krisenzeiten lieber aufs vermeintlich sichere Pferd setzt, die Linke keine glaubwürdigen Alternativen und Personen anzubieten hat oder nur an der Politik-und Wahlverdrossenheit vieler Menschen?

Es ist wohl ein Cocktail aus allen drei Zutaten. Meine Meinung daß die Bereitschaft vieler Menschen eine Veränderung erst ins Auge fassen, wenn es wirklich an die Wurst geht und die gegenwärtige Krise für die Mehrheit der Bevölkerung existenzbedrohend wird, wurde als „utralinks“ bezeichnet.

„Ultralinks“? Eher meine eigene Wahrnehmung.
Während der Suprime-Krise wurde viel über die Gierbänker und den Kapitalismus im Allgemeinen geschimpft. Gleichzeitig fand das Krisenmanagement der Großen Koalition überwiegend Lob, Steinbrück und zu Guttenberg galten selbst unter Linken als „fähige Politiker“.

Schließlich hat die von ihnen durchgeführte Bankenrettung auch nicht wenige ihrer Geldanlagen gerettet. So wie bei meinem Nachbarn:
Ex Offizier der VP, Mitglied der Linken, alter SED-Genosse und noch heute Neo-Stalinist.                              Kampf gegen den Kapitalismus ja,… aber nur solange das eigene Sparbuch dabei nicht in Gefahr gerät. Dann doch lieber Angie als die Revolution.

Auf dem Nachhauseweg stellte ich mir noch mal die Frage: Bin ich ultralinks oder haben die Genossen einfach keine Ahnung was Mann oder Frau auf der Straße, in der Kneipe oder der guten Stube wirklich bewegt?
Sind Parteien überhaupt noch in der Lage das zu erfassen?

Übrigens ist mir bei der Beschäftigung mit einer anderen kleinen Linkspartei, welche die Lösung aller Menschheitsprobleme in der Rückbesinnung auf zwei der schlimmsten Massenmörder des 20. Jahrhunderts sieht, folgender Satz untergekommen: „Jeder der drei Seiten Marx gelesen hat meint eine neue Partei gründen zu müssen.“

Das bezieht sich auf den Spaltungswahn der Linken und ist schon wieder ein anderes Thema. Für den nächsten Beitrag…vielleicht.

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Über hansstoll

Politikinteressierter Bürger,Linker,SAV-Anhänger. Ich bin hier weil ich nicht mehr alles was mir an Meinungen und Nachrichten vorgesetzt wird ohne weiteres konsumieren will und über Alternativen zum bestehenden System mit anderen kritischen Zeitgenossen diskutieren möchte.

Diskussionen

3 Gedanken zu “Was mir so durch den Kopf geht

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

    Verfasst von Runenkrieger11 | 31 Januar, 2014, 11:56 am
  2. Finde ich super, dass hier staendig geschrieben wird.

    Verfasst von Mika | 16 Januar, 2012, 1:30 am

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