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Buddhismus – alles Liebe oder was?

Der Tibetische Buddhismus

Der Dalai Lama genießt weltweit hohes Ansehen; er gilt als Symbolfigur für Friedfertigkeit und Weisheit sowie als Repräsentant des kleinen, unterdrückten Volkes der Tibeter. Der Friedensnobelpreisträger von 1989 erscheint als Hoffnungsträger für demokratischen Wandel und spirituelle Erneuerung – nicht nur für Tibet.

Doch der Schein trügt. Wer genauer hinschaut, kann entdecken, daß der Dalai Lama in erster Linie eine Projektionsfläche abgibt. In dem Bild, das viele, auch sog. meinungsbildende deutschsprachige Medien von ihm zeichnen, spiegeln sich eher die Wünsche eines westlichen Publikums als die Realität.

Ein extrem interessanter Beitrag über den Tibetischen Buddhismus, den Dalai Lama, die Free Tibet-Bewegung und die Macht der Tibetische Priesterkaste.

Vortrag von Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama

Lebensbedingungen unter den Lamas

Das Bild des „alten Tibet“ (bis 1950), wie es, verbreitet über unzählige Bücher und Schriften, heute im Westen geläufig ist, zeigt das eines Paradieses auf Erden – des mythischen Shangri-La –, das, bewohnt von einem Volke friedliebender Menschen, diesen ein glückliches und zufriedenes Leben in Einklang mit sich selbst, mit der Natur und den Göttern zu führen erlaubt habe. In einer der (autorisierten) Biographien des Dalai Lama wird eben dieses Bild ausdrücklich unterstrichen: „Die Einwohner von Lhasa, ob arm oder reich, sind alle sehr friedlich. Am Abend geht man auf dem Barkhor [Pilgerweg, d. A.] spazieren, viele singen dabei oder spielen ein Instrument. Selbst die Bettler von Lhasa brauchen ihrem Gewerbe nur morgens ein paar Stunden nachzugehen, um sich ihr tägliches Brot zu beschaffen. Am Abend sind sie alle selig betrunken. Die Leute von Lhasa sind ungezwungen, zufrieden und glücklich. Die ortsüblichen Nahrungsmittel sind sehr nahrhaft. Niemand muß sich allzusehr ins Zeug legen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das Dasein ergibt sich zwanglos wie von selbst, und alles läuft wunderbar.“

Auch der Dalai Lama selbst beschreibt wortreich das heitere und unbeschwerte Leben der Menschen: „Vor dem Einmarsch der Chinesen wurden in Tibet das ganze Jahr hindurch viele traditionelle Feste gefeiert. Diese hatten meist religiösen Charakter, galten aber nicht nur für die Mönche, sondern wurden von der ganzen Bevölkerung mitgefeiert. Die Bevölkerung verbrachte diese Feste, indem sie aß, trank, sang, tanzte, Spiele spielte und zwischendurch betete.“ Bei den alljährlich veranstalteten Opernfestspielen etwa, zu denen Menschen aus allen Teilen des Landes nach Lhasa geströmt seien, habe man sich besonders gut amüsiert – „etwas, was die Tibeter von Natur aus gut können. (…) Was für eine glückliche Zeit das war! Die Leute schwatzten während der Aufführungen und waren mit den Liedern und Tänzen so vertraut, daß sie jede Szene schon auswendig kannten. Fast jeder hatte etwas zum Essen dabei und natürlich Tee und Chang [eine Art Bier, d. A.], und alle gingen umher, wie es ihnen gerade paßte. Junge Frauen stillten ihre Babies, und kleine Kinder liefen kreischend und lachend herum.“ Es sei der „fortwährende Einfluß des Buddhismus“ gewesen, der eine „Gesellschaft des Friedens und der Harmonie“ hervorgebracht habe: „Wir waren schlicht und einfach glücklich.“

Der Österreicher Heinrich Harrer (der als Teilnehmer einer Nazi-Expedition zum Nanga Parbat in Nordindien [heute Pakistan] im Herbst 1939 in britische Kriegsgefangenschaft geraten und aus dieser Anfang 1944 nach Tibet entkommen war) weiß solches Bild im Wesentlichen zu bestätigen. In seinen Anfang der 1950er veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen stellt er fortwährend das „heitere Gemüt“ der Tibeter heraus; er erweckt den Eindruck, das Leben, zumindest in Lhasa, sei von nichts anderem bestimmt gewesen, als von Picknicks, Pferderennen und Drachensteigenlassen, unterbrochen gelegentlich von religiösen Feiern und Zeremonien, bei denen man allerdings auch in erster Linie gegessen, getrunken und getanzt habe: „Ein glückliches Völkchen mit seinem kindlichen Humor! Die Tibeter sind dankbar, wenn sie eine Gelegenheit zum Lachen finden. Wenn jemand stolpert oder ausrutscht, ergötzen sie sich stundenlang daran.“ Harrers Bericht über seine Sieben Jahre in Tibet, ein inzwischen in über vierzig Sprachen und Millionenauflagen erschienener Weltbestseller, hat die Vorstellung des Westens über das „alte Tibet“ entscheidend geprägt. Der amerikanische Teenie-Star Brad Pitt, der in einer Verfilmung der Geschichte Harrers (von 1996) diesen spielen durfte, kommt zu der Erkenntnis: „Gucken Sie sich die Tibeter an, wie arm sie sind, materiell gesehen. Und dann gucken Sie sich an, wie glücklich und wie friedlich sie sind. Und ihre Lebenseinstellung, mit der sie ihren Weg gehen – das ist einfach phantastisch, es geht unter die Haut. Es sind die Herzen der Menschen, die Tibet zum Shangri-La machen, zum Paradies.“

Wie Harrers Bestseller (und die Verfilmung davon) sind die meisten der nachfolgenden (das heißt: nach 1952 erschienenen) Publikationen über das „alte Tibet“ von keinerlei Reflexion oder gar Kritik der Feudalverhältnisse angeflogen. Einspruch gegen die durchwegs apologetische Darstellung des lamaistischen Gottesstaates wird zurückgewiesen als „Beleidigung des tibetischen Volkes“ und/oder als „kommunistisch gesteuerte Propaganda“. Die Mehrzahl der frühen Tibetreisenden jedoch – selbst wenn es sich um ausgesprochene Bewunderer der tibetischen Kultur handelte – zeichnet ein ganz anderes Bild der Lebensverhältnisse unter den Lamas: „Diktatorische Entscheidungen, Beamtenwillkür, Gehirnwäsche und paranoider Dämonenglaube, spirituelle Kontrolle und kriecherische Servilität, bitterste Armut und orientalischer Reichtum, Sklaverei, Leibeigenschaft, Hunger, Krankheiten, Mangel an jeglicher Hygiene, Trunksucht, grausame Strafen, Folter, politischer und privater Mord, Angst und Gewalt, Diebstahl, Räuberei und gegenseitiges Mißtrauen“, so die Berichte von Missionaren, Forschern und Entdeckungsreisenden (in heutige Sprache übersetzt), durchherrschten den Alltag der Menschen in Tibet.
Missionare erkunden Tibet

Drehen sich die frühesten Berichte, wie etwa der des portugiesischen Jesuiten António de Andrade von 1626, des ersten Europäers, der Tibet betreten hatte, oder die Aufzeichnungen und Traktate des italienischen Jesuiten-Missionars Ippolito Desideri, der hundert Jahre nach de Andrade nach Tibet gekommen war, nahezu ausschließlich um theologische Belange, so breitet das 1763 in Rom erschienene Alphabetum Tibetanum des Augustinermönches Antonius Georgius ein wahres Sammelsurium an Fakten, Mythen und Spekulationen über Tibet aus. Bei Georgius und mehr noch in den Schriften der Tibet-Reisenden des frühen 19. Jahrhunderts, namentlich des Ungarn Csoma de Körösi, aber auch der westlichen Missionare, die ab 1845 versuchten, ein Standbein in Tibet zu etablieren, finden sich erste Anklänge einer (kritischen) Betrachtung der sozialen Lage der Menschen unter der Knute der Lamas.

Zwar waren einzelne Jesuiten und Kapuziner schon im 17. und 18. Jahrhundert in Westtibet und sogar in Lhasa tätig gewesen, die Einrichtung eigener Missionsstationen in Zentraltibet war indes (spätestens seit dem 19. Jahrhundert) verboten. 1846 hatten sich zwei französische Lazaristenpriester, Règis-Evariste Huc und Joseph Gabet, von Nordosten kommend quer durch Zentraltibet bis nach Lhasa durchgeschlagen, sie erhielten aber keine längere Aufenthaltserlaubnis. Ihr Reisebericht, erschienen 1850 in Paris, wurde zu einem der meistgefeierten Tibet-Bücher des 19. Jahrhunderts. Weitere Berichte gelangten über die Pariser Missionsgesellschaft Société des Missions Étrangères (SME) nach Europa, der vom Vatikan die Aufgabe der Missionierung Tibets 1846 offiziell übertragen worden war. Der SME gelang es indes nicht, nach Zentraltibet vorzustoßen, sie wirkte in erster Linie (bis 1952!) an der Südostgrenze Tibets mit Kham (Yunnan). 1855 versuchten Herrnhuter Missionare aus Deutschland ihr Glück auf dem Wege über Ladakh und Spiti, wurden aber gleichfalls abgewiesen. Sie errichteten im westlichen Grenzgebiet von Tibet und Ladakh mehrere Missionsstationen, in denen sie die Bibel ins Tibetische übersetzten und unter den Grenzlandbewohnern verteilten. Im späten 19. Jahrhundert unternahmen verschiedene andere Missionsgesellschaften erneute Versuche, von Osten oder Süden aus Zugang nach Zentraltibet zu gewinnen. Die protestantische Church of Scotland etwa richtete ab 1870 Missionsstationen in der Region um Darjeeling und Kalimpong ein, während die römisch-katholische Mill Hill Mission, eine britische Gesellschaft, ab 1888 (allerdings nur für zehn Jahre) eine Station in Ladakh betrieb. Hinzu kamen Stützpunkte beispielsweise der China Inland Mission (CIM) des Norwegers Theodor Sörensen im nordosttibetischen Grenzgebiet (ab 1885), der britischen Tibetan Pioneer Band in Darjeeling (1893) oder der amerikanischen Christian & Missionary Alliance (C&MA) in Amdo (ab 1895). Gleichwohl es keiner dieser Gesellschaften gelang, sich dauerhaft im zentralen Machtbereich der Lamas festzusetzen, gewannen sie doch tiefen Einblick in die dortigen Verhältnisse. Ihre Aufzeichnungen und Berichte, auch wenn sie einer ganz spezifischen Sichtweise und Interessenlage entsprachen, liefern wertvolle Anhaltspunkte zu den Lebensbedingungen der Menschen im „alten Tibet.“ Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der abenteuerliche Versuch zweier unabhängiger niederländisch-kanadischer Missionare, Petrus und Susie Rijnhart, im Jahre 1898 von Kumbum (Amdo) aus nach Lhasa vorzudringen. Das Unternehmen endete tragisch: Petrus Rijnhart wurde getötet, das kleine Kind des Paares kam um, und Susie Rijnhart wurde gewaltsam des Landes verwiesen. Es überrascht insofern nicht, daß in dem ein paar Jahre später von Susie Rijnhart vorgelegten Buch With the Tibetans in Tent and Temple (1902) die Tibeter als besonders grausam und verlogen dargestellt werden.

Die Missionare hielten die Sorge der Klöster um Verlust von Macht und Einfluß für das Haupthindernis bei ihren Unterfangen, nach Zentraltibet vorzustoßen. Ein Angehöriger der Société des Missions Étrangères schrieb 1880: „Aus den Lamaklöstern kommt derzeit die stärkste Opposition gegen die Aufnahme von diplomatischen oder Handelsbeziehungen mit Ausländern – insbesondere mit Europäern. Dem liegt die berechtigte Furcht zugrunde, das tibetische Volk könne sich ihrer Habgier und Macht entledigen.“ Die unersättliche Raffgier der Klöster war weitverbreitetes Thema: 1910 etwa veröffentlichte der norwegische Missionar Edward Amundsen einen Roman mit dem Titel In the Land of the Lamas, in dem es mithin um einen Jungen geht, der als Novize ins Kloster geschickt worden war: „Was praktischen Nutzen betrifft, war er wie so viele Hunderttausende von den besten des tibetischen Volkes für die Welt verlorengegangen. Schlimmer noch, von jenem Tage an wurde er zu einer Last für sein Land, und schrittweise zu einem Fluch für die Gemeinschaft.“ In dem Roman Amundsens ist auch die Rede vom Scheitern einer von Mönchen angeführten Rebellion gegen die Chinesen in Kham (die es 1910 tatsächlich gegeben hatte): „Als Ergebnis der gebrochenen Macht der Lamas können nun die fruchtbaren Ebenen von Batang und anderen Orten von den erleichterten Bewohnern in Frieden genutzt werden – eine wunderbare Veränderung gegenüber den Zeiten der Unterdrückung, als der größte Teil der Ernte in den klösterlichen Getreidespeichern verschwand.“

Vom Buddhismus und seinen monastischen Vertretern zeichnen die frühen Missionare ein fast durchgängig negatives Bild. Sie sehen die Klöster als Zitadellen böswilliger Mächte, die ihre eigenen Anstrengungen christlicher Missionsarbeit zunichte zu machen suchten. Die gnadenlose Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen durch die Klöster wird in teils äußerst kritischem Tone angesprochen. Robert Ekvall etwa, Pionier der Christian & Missionary Alliance (C&MA), beschreibt ein Großkloster in Amdo als weit mehr, denn nur “das größte sichtbare Symbol der Machtstruktur und der Organisation des Lamaismus in Nordosttibet. Es steht für eine effektive und despotische Macht, die nicht nur die religiöse Praxis sondern auch die Taten und Lebensweise tausender Menschen kontrolliert … in allen Dingen hat es nahezu absolute Macht über die Bewohner der Region.“ Seine Betrachtungen enden mit der Anmerkung, Tibet sei „die Festung des Bösen, das Land des falschen Gebets“.

Aus missionarischer Sicht war Tibet keineswegs das romantische Paradies Shangri-La, ein spiritueller Hort, an dem die zeitlose Weisheit der menschlichen Zivilisation gehütet würde, sehr wohl allerdings ein Ort, an den zu gelangen es heroischer Qualitäten mit durchaus eigener romantischer Motivation bedurfte. 1902 erschien ein Buch mit dem Titel Travel and Adventure in Tibet (herausgegeben von William Carey), in dem es um die heldenhaften Anstrengungen der britischen Missionarin Annie Taylor ging, der verboteten Stadt Lhasa näherzukommen. Kurze Zeit darauf kam in London unter dem Titel The Romance of Missionary Heroism (herausgegeben von John Labert, 1907) eine ganze Sammlung mit Abenteuergeschichten westlicher Tibet-Missionare heraus, gefolgt von einem Buch Isabel Stuart Robsons mit dem Titel Two Lady Missionaries in Tibet (1910), das sich um den Heldenmut Rijnharts und Taylors drehte.

Die Missionarsberichte und -romane aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert betonen meist die dem westlichen Verständnis fremdartigen Aspekte der tibetischen Kultur: den Mangel an Hygiene, die sonderbaren sexuellen Gepflogenheiten und die scheinbar grundsätzliche Feindseligkeit der Menschen. Spätere Berichte, etwa die Frank Doggart Learners von der China Inland Mission in Amdo aus den späten 1920ern, bemühen sich um ein „wohlwollenderes“ Bild: „Die Tibeter sind ein robustes, gradliniges und furchtloses Volk. Im ganzen gesehen verfügen sie über viele angenehme Merkmale. Sie sind gutmütig und haben ein fröhliches, heiteres Wesen.“ Um indes keinen Zweifel an der Missionierungsnotwendigkeit aufkommen zu lassen, fährt er fort: “Sie sind vergleichsweise ehrlich, wenn auch besserwisserisch. Wenn sie sich untereinander streiten, und selbst über Kleinigkeiten kommt es zu Streit, verwenden sie oftmals äußerst unflätige Ausdrücke. Sie leben ein ungezügeltes Leben und fast jeder könnte der unmoralischen Lebensführung, der Trunkenheit, der Obszönität und der Grausamkeit bezichtigt werden.“

In Anbetracht des Umstandes, daß Tibet über Jahrhunderte hinweg ein für Fremde quasi unzugängliches Land war, ist die Quellenlage zur Beurteilung des tibetischen Alltagslebens, zumindest ab Mitte des 19. Jahrhunderts, ausgezeichnet. Zu den Berichten und Tagebuchaufzeichnungen einfacher Missionare kommen zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, die im Zuge der Missionierungsarbeiten erstellt wurden. Einige der Prediger, wie beispielsweise der Herrnhuter August Hermann Francke, waren zugleich akademisch hochqualifizierte Sprach- und Kulturforscher, die (ihrer Zeit entsprechend) methodisch einwandfreie Untersuchungen vorlegten. Der bereits genannte Robert Ekvall von der Christian & Missionary Alliance veröffentlichte eine ganze Reihe religions- und kulturwissenschaftlicher Arbeiten und der deutsche Missionar Mathias Hermanns, der neben seiner Predigertätigkeit in Diensten der Societas Verbi Divini (SVD) auch als ethnologischer Forschungsreisender (der sogenannten Wiener Schule) unterwegs war, publizierte u.a. über seine kulturanthropologischen Studien bei tibetischen Nomaden.
Aufzeichnungen nicht-missionarischer Forscher

Hinzu kommen die Aufzeichnungen zahlreicher nicht-missionarischer Forscher und Entdeckungsreisender des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die in ihrer Beschreibung der buddhistisch-monastischen Kultur zwangsläufig auch die untrennbar mit dieser verwobene Alltagskultur Tibets beleuchteten. Erstaunlicherweise findet sich auch in dieser Literatur kaum ein positives Wort über das Klosterwesen oder über den tibetischen Buddhismus an sich. In distanzierter, gelegentlich auch amüsiert-herablassender Manier wird der sämtliche Bevölkerungsschichten durchziehende “blinde Aberglaube“ samt dem dazugehörigen Ritualwesen beschrieben. Ein bezeichnendes Beispiel hierfür liefert der französische Privatgelehrte Fernand Grenard, der Tibet um die Jahrhundertwende bereist hatte: Die Tibeter, wie er in seinem 1904 in London erschienenen Buch Tibet: The Country and its Inhabitants schreibt, „bauen Tausende von Tempeln, produzieren Zehntausende von Statuen, werfen sich nieder, murmeln endlose Gebete, bringen noch viel mehr Gebete mit Wasserkraft oder per Hand hervor, beten Rosenkränze, halten feierliche Gottesdienste ab, tragen Amulette und Reliquien, schreiben Talismane, schwingen Wimpel mit Gebeten und Glückssymbolen, die der Wind durch den Raum treibt, häufen zahllose Haufen mit Steinen voller frommer Inschriften auf, … trinken ohne Bedenken den aus den zehn Unreinheiten wie Menschenfleisch und Schlimmerem bestehenden göttlichen Nektar (dudchi), praktizieren Exorzismus, Hexerei und Magie, … tanzen absonderliche und wilde Sarabanden, um den Teufel auszutreiben oder zu zerstören. So kreist Tibet ohne Unterlaß qualvoll im wahnsinnigen Getriebe der Religion.“ Interessant sind auch die Notizen eines gewissen William Henry Knight, Offizier der britischen Armee, auch wenn dieser in prototypischer Kolonialattitüde überhaupt keine Mühe darauf verwendet, seine Verachtung gegenüber den in seinen Augen lächerlichen Praktiken des tibetischen Klerus zu verbergen: „Tagsüber hatten wir Gelegenheit, den Lamas bei der Durchführung ihrer privaten Andacht zuzuschauen. Dies war eine sehr einfache Sache: nach Betreten des Hofes, beim Passieren der Reihen von Rädern [gemeint sind „Gebetsmühlen“, d. A.], setzten sie durch einfaches Ausstrecken des Armes die ganze Reihe in Bewegung, während sie gleichzeitig mit leidvoller Stimme ‘Um mani panee’ vor sich hin murmelten. Wenn sie das große Rad mit den aufgemalten Buchstaben erreichten, gaben sie ihm einen besonders kräftigen Schwung (…) und als sie so ihre Energie erschöpft hatten, verschwanden sie wieder genau so, wie sie gekommen waren.“

Selbst Forscher und Reisende, die dem tibetischen Buddhismus und der klösterlichen Kultur des Landes mit grundsätzlichem Interesse, vielleicht sogar mit Hochachtung oder Sympathie begegneten, konnten die in Tibet vorgefundenen sozialen Verhältnisse nicht befürworten. Die Theosophin und glühende Verehrerin der tibetisch-buddhistischen Kultur, Alexandra David-Néel(die auf abenteuerlichem Wege 1924 bis nach Lhasa vorgedrungen war), war abgestoßen von der Machtbesessenheit und Korruptheit der Mönchskaste; desgleichen vom Elend, in dem die Masse der Tibeter lebte. Und selbst bei Heinrich Harrer finden sich Töne, die als Kritik gewertet werden könnten (auch wenn sie vermutlich nicht als solche gemeint waren): „Die Herrschaft der Mönche in Tibet ist einmalig und läßt sich nur mit einer strengen Diktatur vergleichen. Mißtrauisch wachen sie über jeden Einfluß von außen, der ihre Macht gefährden könnte.“

Die ab Anfang der 1920er im Westen aufkommende „Bergsteigerliteratur“, die sich mit dem „Sturm auf die Throne der Götter“ befaßte, mit den verschiedenen Expeditionen deutscher, englischer und amerikanischer Alpinisten zum Mount Everest, zum Kangchendzönga und zum Nanga Parbat, richtete das Augenmerk kaum auf kulturelle und/oder soziale Aspekte der bereisten Länder. Es ging dieser Literatur ausschließlich um die Darstellung irgendwelcher bergsteigerischen Leistungen. Anders verhielt es sich, zunächst wenigstens, mit den Filmaufnahmen, die die jeweiligen Expeditionen dokumentierten. In die ersten Streifen, gedreht anläßlich der britischen Erkundungsfahrt zum Mount Everest von 1921 sowie dem Versuch einer Gipfelbesteigung von 1922, hatte man, als Kolorit sozusagen, Bilder der Menschen, denen man auf der Anmarschroute begegnet war, mit eingebaut. Die tibetische Regierung zeigte sich düpiert ob des Umstandes, daß die miserablen Lebensverhältnisse ihrer Untertanen auf diese Weise im Ausland zu sehen sein würden und untersagte für mehrere Jahre jede weitere Expedition ins Everest-Gebiet. Die später gedrehten Dokumentarfilme klammern das tibetische Alltagsleben denn auch weitgehend aus. Sie zeigen ausschließlich klösterliche Rituale und/oder erhebende Naturmysterien (Berge, Seen etc.), was ebensosehr den Vorgaben der tibetischen Regierung entsprach, wie dem Ende der 1920er – Stichwort: Shangri-La – im Westen (erneut) aufkeimenden Bedürfnis nach „höherer Weisheit, Führung und Ordnung“. (Der Begriff Shangri-La [= Shambala] entstammt im übrigen dem Roman Der verlorene Horizont von James Hilton [1933], in dem eine spirituell hochentwickelte Gemeinschaft an einem geheimgehaltenen Ort im Himalaya das alte Wissen der Zivilisation für ein prophezeites „Neues Zeitalter“ bewahrt. Wie so viele Schwärmer für tibetische Mystik war Hilton nie in Tibet gewesen.)
Tibet im Licht moderner Geschichtsschreibung

Die moderne Geschichtsschreibung weiß aus der Auswertung der (hier nur exemplarisch) angeführten Quellen längst, daß Tibet bis zum Einmarsch der Chinesen keineswegs die „friedvolle und harmonische Gesellschaft“ war, die der Dalai Lama ständig beschwört. Für die große Masse der Bevölkerung war das „alte Tibet“ tatsächlich die „Hölle auf Erden“, von der in der chinesischen Propaganda immer die Rede ist, und aus der das tibetische Volk zu befreien als Legitimation und revolutionäre Verpflichtung angesehen wurde für den Einmarsch von 1950. Tibet war überzogen von einem engmaschigen Netz an Klöstern und monastischen Zwingburgen, von denen aus das Land und die Menschen beherrscht und gnadenlos ausgebeutet wurden. Gesetzgebung, Gerichtsbarkeit, Polizei und Militär lagen ebenso in den Händen von Mönchsbeamten wie Bildungs- und Gesundheitswesen, Grundbesitz sowie jedwede sonstige Verwaltung. Neben und zusammen mit dem allgegenwärtigen Klerus hatten zudem einige alte Aristokratenfamilien Macht und Einfluß bewahrt. Der relativ kleinen Blutsaugerschicht in den Klöstern und Palästen (zusammen zwei bis drei Prozent) stand die große Masse der Bevölkerung als „Leibeigene“ beziehungsweise „unfreie Bauern“ gegenüber. Die Steuer- und Abgabenlasten, die diesen Menschen aufgebürdet wurden, drückten sie unter die Möglichkeit menschenwürdiger Existenz. Bis in das 20. Jahrhundert hinein gab es sogar Formen der Sklaverei. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen des „alten Tibet“ lebte unter indiskutablen Bedingungen, ihre Behausungen und ihre Ernährung waren katastrophal; Bildung oder Gesundheitsversorgung existierten nicht. Wie in der Hindu-Gesellschaft Indiens gab es auch in Tibet eine strenge Hierarchie an Kasten, einschließlich einer Kaste von „Unberührbaren“, zu der Bettler, Prostituierte, Musiker, Fischer und Schmiede zählten. Privilegien beziehungsweise benachteiligte Lebensumstände wurden erklärt und gerechtfertigt durch die buddhistische Karmalehre, derzufolge das gegenwärtige Leben sich allemal als Ergebnis angesammelten Verdienstes respektive aufgehäufter Schuld früherer Leben darstellt. „Infolge des feudalistischen Leibeigenschaftssystems“, so die chinesische Sichtweise, „bot Tibet vor der Befreiung ein jämmerliches Bild von politischer Korruption, wirtschaftlicher Stagnation und kultureller Rückständigkeit. (…) Die drei großen Feudalherren – die reaktionäre örtliche Regierung von Tibet, die Klöster und der Adel … beuteten die breiten Volksmassen … bis aufs Mark aus“ (es wird diese Beurteilung nicht unwahr durch die Barbarei, die Verbrechen und die politischen Fehler, die von den kulturrevolutionären „Befreiern“ selbst begangen wurden). Innerhalb der tibetischen Bevölkerung konnten sich lediglich die Nomaden eine weitgehende Unabhängigkeit erhalten: sie waren in der Mehrzahl weder den tibetischen noch den verschiedenen mongolischen oder chinesischen Machthabern gegenüber abgabenpflichtig.
Das tibetische Rechtssystem

Das tibetische Rechtssystem beruhte bis ins 20. Jahrhundert hinein im wesentlichen auf einem Kodex des Fünften Dalai Lama aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Rechtsapparat war seit jeher durchzogen von Willkür und Korruption, über entsprechende Bestechungsgelder war alles, ohne gar nichts zu erreichen. Bei Mord bzw. Totschlag konnte man sich über Zahlung eines bestimmten Betrages an die Angehörigen des Opfers von Strafverfolgung freikaufen – eine Praxis, die noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts gepflogen wurde. Der Preis für das Leben eines hochrangigen Mönchs (zu zahlen an das jeweilige Kloster) lag in den 1950er Jahren bei 8.000 bis 10.000 US-Dollar; für die Ermordung einer niedrigkastigen Frau mußten hingegen nur ein paar Unzen Silber entrichtet werden. Heinrich Harrer beschreibt die Willkür der tibetischen Rechtsprechung mit durchaus wohlwollendem Unterton: es gälten „Bestechungssummen ganz offen als gute Einnahmequelle des Feudalsystems, und es kommt vor, daß Streitfälle wie Pfründen vergeben werden. Fühlt sich jemand zu Unrecht verurteilt, so hat er eine große Chance: Er kann bei einer der Prozessionen dem Dalai Lama persönlich einen Brief in die Sänfte reichen. Er wird zwar für diesen Verstoß gegen das Zeremoniell auf jeden Fall bestraft, aber wenn der Dalai Lama findet, daß er im Recht ist, wird er sofort wieder begnadigt. Falls sich sein Unrecht herausstellt, muß er freilich doppelt für seine Frechheit büßen.“
Das tibetische Strafrecht leitete sich aus einem Gesetzeswerk Dschingis Chans des frühen 13. Jahrhundert ab und zeichnete sich durch extreme Grausamkeit aus. Zu den bis weit in das 20. Jahrhundert hinein üblichen Strafmaßnahmen zählten öffentliche Auspeitschung, das Abschneiden von Gliedmaßen, Herausreißen der Zungen, Ausstechen der Augen, das Abziehen der Haut bei lebendigem Leibe und dergleichen. Obgleich der Dreizehnte Dalai Lama 1913 das Abhacken von Gliedern unter Verbot gestellt hatte, wurden derlei Strafen noch bis in die 1950er Jahre hinein vorgenommen. Wie Dokumente der amerikanischen Illustrierten Life belegen, fanden noch bis zum Einmarsch der Chinesen körperliche Verstümmelungen statt: einer Gruppe an Gefangenen sollten öffentlich Nasen und Ohren abgeschnitten werden; auf den Protest der amerikanischen Journalisten hin wurde die Strafe in je 250 Peitschenhiebe umgewandelt. Da Buddhisten die Tötung eines Lebewesens prinzipiell untersagt ist, wurden die Delinquenten oftmals bis nahe an den Tod heran gefoltert und dann ihrem Schicksal überlassen; starben sie nun an den Folgen der Tortur, war dies durch ihr eigenes Karma bedingt.
Die Stellung der Frau

Entgegen romantischer (West-)Verklärung des „alten Tibet“ als Hort prinzipieller Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrschte in der streng patriarchalen Kultur der Lamas eine eklatante Benachteilung der Frau. Die Behauptung des Dalai Lama, es habe “in der tibetischen Gesellschaft keine besonderen Unterschiede im Status oder in der Position zwischen Frauen und Männern“ gegeben, man habe nicht einmal gewußt, “daß es diese Art von Diskriminierung gibt, bis wir sie später in Indien und China sahen“, ist schlichtweg gelogen: Er weiß selbst am besten um die abgrundtief frauenfeindliche Haltung des Vajrayana-Buddhismus, von der die tibetische Gesellschaft seit jeher durchzogen ist und die er selbst nach Kräften mit fortschreibt: Es ist mithin seiner Halsstarrigkeit und Ignoranz zuzuschreiben, daß innerhalb der von ihm vertretenenen Sekte der Gelbmützen Nonnen (immer noch) keine volle Ordination erhalten können und auch ansonsten ihren männlichen Kollegen in sämtlichen Belangen untergeordnet sind. Selbst die ansonsten gänzlich unkritische Autorin Indra Majupuria weist in ihrem Buch Tibetan Women auf historische Belege hin dafür, daß im „alten Tibet“ eine Frau bei Ehebruch völlig legal von ihrem Ehemann getötet werden konnte.

Allein die tibetische Sprache gibt hinreichenden Aufschluß über die unterschiedliche Bewertung von Männern und Frauen: Bedeutet das Wort für „Mann“ (tibetisch: Mi) zugleich auch „Mensch“ oder „Person“, enthalten die zahlreichen Begriffe und Synonyme für „Frau“ meist Implikationen über deren nachrangigen sozialen Status und/oder setzen sie zu Männern in Beziehung. Das im Alltag mithin am häufigsten verwendete Wort für „Frau“ bedeutet „mindere Geburt“ (tibetisch: Kyemen), andere Begriffe bedeuten „die ohne Samen“ (tibetisch: Tobmema) oder „die mit Beschränkungen Behaftete“ (tibetisch: Tsandenma).
Der Dalai Lama konzidiert neuerdings, das feudale Tibet sei „sicherlich nicht vollkommen“ gewesen. Damit hat sich’s aber auch schon an Selbstkritik. Die elenden Lebensbedingungen der Masse des Volkes unter dem Joch des Gelbmützen-Regimes blendet er komplett aus. „Noch immer“, wie das Politmagazin Panorama (11/1997) feststellte, “beschönigt er diese Zustände und nährt damit die romantische Verklärung des alten Tibet“.
Forschungsreisen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Nicht unerwähnt bleiben dürfen an dieser Stelle die Beobachtungen des Biologen Ernst Schäfer, der 1931/32 an einer großangelegten deutsch-amerikanischen Expedition nach Osttibet teilnahm (Brooke-/Dolan-Expedition). Auf zwei weiteren Forschungsreisen – 1934/36 quer durch Hochtibet (2. Brooke-/Dolan-Expedition) und 1938/39 von Sikkim durch Südtibet nach Lhasa (unter seiner wissenschaftlichen Leitung) – stellte er eine Vielzahl geologischer, botanischer und zoologischer, daneben aber auch kultur- und sozialanthropologischer Beobachtungen an. Zusammengepackt mit seinen ganz persönlichen Tagebuchaufzeichnungen veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse ab 1950 in drei als Abenteuererzählungen aufgemachten Büchern (von denen, so scheint es, Heinrich Harrer sich ganz erheblich inspirieren ließ).

Schäfers Arbeiten sind nicht per se diskreditiert dadurch, daß die von ihm geleitete Expedition von 1938/39 unter persönlicher Schirmherrschaft von SS-Reichsführer Heinrich Himmler stand; auch nicht dadurch, daß er selbst seit 1933 Mitglied der SS war. Vielmehr gelten seine anthropologischen Aufzeichnungen gerade ihrer klar sympathetischen Grundpositionen wegen – er hielt die Tibeter für die “reinsten Vertreter der gelben Hauptrasse“ – als wichtige Quelle in der Bewertung der Lebensverhältnisse des “alten Tibet“: “Es leuchtet“, wie Schäfer voller Begeisterung schreibt, “viel Wesensverwandtes auf, so daß man meinen möchte, die Kulturkreise müßten zu einer früheren Zeit in inniger Verbindung gestanden haben.“ Seine kritische Haltung den vorgefundenen Verhältnissen gegenüber ist insofern nicht die prinzipiell abwertende Kolonial- oder Herrenrassenattitüde, die die Nazis etwa slawischen Völkern gegenüber an den Tag legten; vielmehr ist sie Ausdruck seiner Suche nach Überresten eines ursprünglichen “nordisch-geistigen Adels“, die er in Tibet zu finden hoffte. Seine Kritik richtet sich dezidiert gegen den herrschenden Lamaismus, den er für die miserablen Lebensbedingungen im Lande für verantwortlich hält. Im Kern dieser Kritik steht allerdings nicht die gnadenlose Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen durch dessen monastische Vertreter, als vielmehr die lamaistische Religion an sich, die mit ihrem “rätselhaften Mystizismus“, mit ihren “seltsamen Riten“ und “schaurig-erregenden Formen des Totenkults“ die Menschen Tibets ihres ursprünglichen “Rassegeistes“ beraubt habe.
Die “tibetische Rasse“, wie Schäfer schreibt, sei “tapfer, widerstandsfähig und leistungsfähig“; “schwache Elemente“ würden durch das harte Klima frühzeitig “ausgemerzt“, so daß der “tibetische Volksschlag kernig und durchaus gesund“ sei. Im Grunde seien die Tibeter ein “kriegsliebendes und eroberungsfreudiges Volk“, mittlerweile indes seien sie durch die “lähmenden Bande“ der Religion ihrer selbst völlig entfremdet und führten “krummrückig, speichelschlürfend und in speckige Lumpen gehüllt“ ein elendiges Untermenschendasein. In einer Mischung aus Bedauern und Abscheu beschreibt er die Menschen, die ihm auf dem Wege nach Lhasa begegnen: “Die Gesichter dieser Männer [gemeint sind die Bewohner der Stadt Phari, einer Ansiedlung im Süden Tibets an der Grenze zu Bhutan, d. A.] sind zersprungen von Frost und Kälte. Über und über mit einer schwarzen Patina von Ruß und Dreck bedeckt, strecken sie mir in devotem Gruß die Zunge heraus und grinsen mich hohläugig an. (…) Und erst die schwarzen, tierischen, unglaublich verwahrlosten Frauen! Abstoßenden Zwerginnen ähnlicher, als menschlichen Wesen, sind sie das ekelerregendste an Weiblichkeit, was ich je zu Gesicht bekommen habe: entweihte Weiber ohne Scham und Charme, ein wahrer Abschaum der Menschheit! Es graust einem bei jeder Begegnung mit diesen personifizierten Hexen, die unsere Unterkunft zu Dutzenden umlagern.“
Hygienische Verhältnisse

Interessant in vorstehendem Zusammenhang ist Schäfers Beschreibung der (für Südtibet durchaus bezeichnenden) Ansiedlung an sich, die, ehedem Sitz einer (klösterlichen?) Zwingburg, seit dem 18. Jahrhundert als wichtiger Handels- und Karawanenstützpunkt sowie als regionaler Verwaltungssitz der Regierung in Lhasa diente: “Es ist eine Siedlung, deren Fundamente, einem riesigen Misthaufen vergleichbar, aus Kot bestehen und trotz der Winterkälte geradezu unbeschreibliche Gerüche verbreiten. Die Ausdünstungen sind so pestilenzartig, daß man auf den Straßen dauernd ausspucken oder sich das Taschentuch vor die Nase halten muß, um nicht Gefahr zu laufen, in Ohnmacht zu fallen. Phari besteht aus etwa zweihundertfünfzig bis dreihundert eng aneinandergepferchten, nur durch schmale Gäßchen verbundenen niedrigen, meist fensterlosen, denkbar verwahrlosten Häusern, die größtenteils aus lose aneinandergeschichteten Grassoden erbaut, mit Yakdung beworfen und mit Exkrementen verklebt sind. Viele Behausungen sind so stark von Ruß geschwärzt, daß man glauben möchte, glasierte Ziegelsteine vor sich zu haben. (…) Seit Generationen werfen die Bewohner von Phari ihren Abfall auf die Straßen. Und sie benutzen diesen Unrathaufen auch weiterhin. Ungestört sieht man Männer, Frauen und Kinder überall ihre Notdurft verrichten. So haben sich die Gassen und Wege zwischen den Häusern immer mehr erhoben. Die Unbeschreiblichkeiten sind teilweise so hoch aufgetürmt, daß sie die Dächer erreicht haben und man daher eigentlich über den eigentlichen Portalen dahinwandelt. (…) So erstickt Phari förmlich im eigenen Auswurf, und nur die Härte des Klimas scheint seine Bewohner notdürftig gegen Pocken, Pest und Cholera zu schützen. In Unrat geschlagene Treppen führen zu den Eingangstüren der stallähnlichen Behausungen hinab, wo sich Menschen und Tiere in trauriger Gemeinschaft gegen die Unbilden der Witterung zu schützen suchen. Ich habe lange genug in Asien gelebt, um gegen Schmutz recht unempfindlich geworden zu sein. In Phari aber kostet es mich doch einige Überwindung, in eine der lichtlosen, entsetzlich riechenden Behausungen hinabzukriechen, die gleichzeitig als Wohnraum, Schlafraum, Küche und Stall dient. Fenster existieren nicht, der Boden besteht aus festgetretenen Kuhfladen, und die Wände glitzern von Ruß und Reif. (…) Mitten durch die Ortschaft fließt in traurigen Windungen nur ein abscheuliches Rinnsal, dessen stickiges und verschlammtes, von Kadaverüberresten und Yakdung durchsetztes Wasser mit bräunlich-kotigem Eise bedeckt ist. Trotz allem aber stellt die aus dem Nichts entstandene Umschlags- und Karawanensiedlung mit ihren schreienden Bettlern und betenden Lamas eine Art Zoll- und Börsenmetropole dar. Zu jeder Stunde pfeift aus allen Gassen und Winkeln der kotbeladene Eiswind und läßt Staubhosen durch die holprigen Winkelgäßchen tanzen, wo neben Mehl und Tsamba [Gerstenmehl, d. A.] selbst Apfelsinen mit schmierigen Händen feilgeboten werden und sich speckige Menschenhaufen um die Schmuckhändler mit ihrer billigen Trödelware scharen. Auch werden indische Rupien der tibetischen Währung angeglichen, in stinkenden Hütten große Geschäfte abgeschlossen, Basare abgehalten, verschimmelte Teeklumpen gegen getrocknetes Fleisch und Textilien eingetauscht und Haushaltungsgegenstände aller Art verhökert (…) und alles flucht und feilscht und handelt. Auf der sogenannten Basarstraße liegt das graue Kleid des Winters. Fast den ganzen Tag über weht der schneidende Wind und treibt immer neue Wolken von Pulverkot empor, so daß man schier ersticken möchte. Schäbige, zerlumpte, von Staubkrusten überzogene Menschen wimmeln durcheinander“.

Anklänge seines gesuchten “nordisch-geistigen Adels“ fand Schäfer beispielsweise im Lager eines nomadischen Stammesfürsten in Osttibet: “Es sind kühne, heldenhafte Gestalten, ganz in Pelz gekleidet, mit dunklen, stechenden Augen, schmalen Gesichtern und langen, gebogenen Adlernasen. (…) Der Fürst selbst ist etwa dreißig Jahre alt, ein Riese von Gestalt, schlank, energisch, männlich, eine wahrhaft imponierende Erscheinung. Er trägt einen seidenen, mit Leopardenfell verbrämten Umhang und hat einen langen Zopf um den Kopf gelegt.“ Selbst an den Frauen konnte er Adeliges entdecken. Unter dem Einfluß des Lamaismus, so die These Schäfers, seien die nomadischen Steppenvölker Schritt für Schritt degeneriert und zu den überall in Tibet anzutreffenden “Untermenschen“ verkommen. Als Beispiel beschreibt er die osttibetische Stadt Litang, in der Nomaden im Schatten der dortigen Klosterzwingburg seßhaft geworden seien: “Von den nahen Berghängen leuchten die goldenen Zinnen des mächtigen und weit im Land berühmten Litang-Klosters, um dessen trutzige Mauern sich Hunderte von schmutzstarrenden Nomadenzelten scharen. Ansonsten macht die Siedlung mit ihren in Armseligkeit erstickenden Häuserreihen, den tibetischen Ruinen, den alten Wällen und verfallenen Palästen ein denkbar trübseliges Bild grausamen Zerfalls. (…) Die wilde Freiheit des Steppentibeters hat sich hier dem Scheinleben einer festen Siedlung selbst zum Opfer gebracht, aber all die vielen Unbeschreiblichkeiten sind ihn diesem Pfuhl von Schmutz und Kot noch so packend, daß wir wie Traumwandler durch die von räudigen Hunden wimmelnden Straßen wandeln.“ Der Ort sei “mit Gewißheit die schmutzigste Siedlung dieses Erdballes“, eine “abscheuliche Kloake“, in der allenthalben das geronnene Blut von Schlachttieren vor sich hinfaule.

Im Gegensatz zu derlei menschenunwürdigen Lebensumständen erwartete Schäfer zivilisiertere Verhältnisse in der Hauptstadt Lhasa, dem Regierungssitz des tibetischen Gottkönigs. In der Tat fand er in der “Heiligen Stadt“ – zusammen mit seinen Reisegefährten war er persönlicher Gast des seinerzeitigen Regenten Reting Rinpoche – mit nachgerade obszöner Pracht ausgestattete Klöster, Tempel, Paläste und Gärten vor (allein der Potala, Winterresidenz des Dalai Lama, verfügte über mehr als 1000 Prunkräume, die etwas außerhalb Lhasas gelegene Sommerresidenz von Nobulingka über 500 Räume samt einer mehr als vierzig Hektar großen Parkanlage); jenseits der Tempel- und Palastbezirke zeigten sich ihm indes die gleichen elenden Lebensbedingungen, wie er sie überall in Tibet gesehen hatte: Die “Heilige Stadt“, wie er schreibt, sei nichts als ein “häßliches Gewirr kleiner und winkliger Gassen und Gäßchen“, in dem die “Unhygiene keine Grenzen“ finde: “Was sich über Nacht an Unaussprechlichem angesammelt hat [gemeint ist die nachts auf der Straße verrichtete Notdurft, d. A.], wird tagsüber von den Hufen der Pferde zertrampelt, bis am Nachmittage der Staubsturm kommt und die Luft mit wirbelndem Unrat verpestet. So geht es Tag um Tag. (…) Überall liegen Schädel, Knochen und halbvertrocknete Pferdeleichen herum, an denen sich grindige und bis zum Skelett abgemagerte Hunde gütlich tun. Die wenigen offenen Plätze sind mit verpesteten Pfuhlen und Unrathaufen übersät. Dazwischen tummeln sich schwarze Kolkraben, fettgefressene Schweine und kleine struppige Kühe, die von Fäkalien leben.“ Rund um den Jokhang-Tempel im Zentrum der Stadt säßen Frauen in unratstarrenden Ecken und Nischen und seien damit beschäftigt, kleine Buddhas aus Lehm zu formen. Völlig von Kräften seien viele von ihnen “nur noch imstande, ihre Gebetsmühlen in eintönigem Rhythmus zu drehen, während andere mit blutig verklebten Augenschlitzen über den Weg kriechen und ihre durch Krankheit und Unfall zerstümmelten Glieder zeigen. Sie kotauen vor jedem Fremden, strecken die Zungen heraus und weisen, um Almosen flehend, mit dem Daumen gen Himmel. (…) Sie bieten ein hoffnungslos abstoßendes, zugleich aber Mitleid erregendes Bild, das man nicht leicht vergessen kann.“ (In den Berichten Harrers, der 1946 nach Lhasa kam und viereinhalb Jahre lang – nicht sieben Jahre, wie ständig behauptet wird – dort lebte, erfährt man von den miserablen Zuständen in der “Heiligen Stadt“ nichts. Auch in seinen später veröffentlichten Bildbänden ist vom Elend der Menschen im “alten Tibet“ nichts zu sehen.)
Marode Bausubstanz

Von besonderem Interesse sind Ernst Schäfers Beobachtungen zur Substanz tibetischer Bauwerke: deren Verfall, wie er schreibt, gehe “verhältnismäßig rasch vor sich, da bei der Aufführung in der Regel kein festigendes Bindemittel wie Zement oder dergleichen Verwendung gefunden hat. Bedingt durch die extremen Umweltverhältnisse und die großen Temperaturunterschiede im Tagesverlauf wie auch im Zyklus des ganzen Jahres, bilden sich bald klaffende Risse, bis sich die Wälle nach außen neigen und schließlich in sich zusammenfallen. Die eigenartig konische Bauweise fast aller tibetischen Burgen und Paläste [desgleichen der Wohnhäuser, d. A.], deren Wälle und Wände an den Firsten enger zusammenstehen als an den Sockeln, mag ursprünglich als architektonisches Vorbeugungsmittel gedacht sein, um dem Nachaußenbiegen der Wände und damit dem vorzeitigen Verfall der Gebäude Einhalt zu gebieten.“
Schäfers Ausführungen lassen die heute von Tibet-Support-Gruppen in aller Welt geführte Klage über die “Zerstörung des historischen Lhasa“ durch die Chinesen in gänzlich anderem Lichte erscheinen. In einer 1995 von Heinrich Harrer zusammen mit der Tibet-Initiative München gegründeten Kampagne wurde medienwirksam verbreitet, im Zuge eines vorgeblichen Sanierungskonzepts sei geplant, die Altstadt Lhasas in den kommenden fünf Jahren völlig zu vernichten. In einem entsprechend lancierten Beitrag der Süddeutschen Zeitung hieß es: “Die Tibeter trauern: Nach ihrer Unabhängigkeit, ihrer religiösen und kulturellen Selbstbestimmung, nimmt man ihnen nun auch das Herz ihres Landes: Das alte Lhasa, die heilige Stadt stirbt. Bulldozer, Hacken und Schaufeln der chinesischen Herren reißen 1300 Jahre tibetischer Geschichte und Architektur nieder“. Zwei Drittel des historischen Stadtkerns seien bereits unwiederbringlich zerstört, Ziel der Chinesen sei es, bis zum Jahr 2000 “alles Tibetische vom Erdboden verschwinden“ zu lassen. Letztlich sollen nur der Potala, der Jokhang-Tempel und eine Handvoll anderer Gebäude als Touristenattraktionen stehenbleiben, als “Museumsinseln in einer grauen, chinesischen Stadt“.
Ob der in der Tat großflächige Abriß alter Bausubstanz in der Lhasaer Altstadt Teil des vom Dalai Lama so apostrophierten “kulturellen Völkermordes der Chinesen an den Tibetern“ ist, sei dahingestellt. Der Umstand, daß bei den in Ersatz der abgerissenen Gebäude errichteten Neubauten (zumindest seit Beginn der 1990er) mit großer Sensibilität darauf geachtet wird, das historische Stadtbild nicht zu beeinträchtigen – es werden die Häuser durchwegs in ihrer originalen Form, allerdings unter Verwendung moderner Baumaterialien und mit zeitgemäßer Innenausstattung, wieder aufgebaut, – deutet eher in eine andere Richtung. Die Behauptung, man verpasse diesen Neubauten allenfalls eine “Instant-Fassade“, bei der “die Mauern weiß getüncht und die Betonrahmen zur Holzimitation umgepinselt“ würden – und dies auch nur mit Blick auf die devisenträchtigen Touristen, die ausblieben, wenn es nichts “Tibetisches“ mehr zu sehen gäbe –, ist böswillige Propaganda. Auch die Behauptung, es fehle “dieser tibetischen Disneyworld“ das wichtigste Erkennungsmerkmal der alten Architektur, nämlich die sich nach oben verjüngenden Mauern, ist schlicht unzutreffend. Um die angeblich blindwütige Zerstörung des historischen Stadtkerns zu unterstreichen, wird der Eindruck erweckt, als würden anstelle der abgerissenen Gebäude sozialistische Plattenbauten hochgezogen: “Natürlich bauen die Chinesen neue Häuser anstelle der abgerissenen: meist vierstöckige, dünnwandige Blöcke mit Betonböden“, die die “Bewohner in dem harten tibetischen Klima oft erbärmlich frieren“ ließen. Daß es sich bei diesen Bauten (ungeachtet der Frage, ob ihre Ausführung tatsächlich so “minderwertig“ ist, wie das Tibet Information Network in London behauptet) um Neubaugebiete außerhalb des Stadtzentrums handelt, wird ebenso verschwiegen wie der Umstand, daß derlei in der Tat wenig attraktive Areale (vor allem für Touristen in Erwartung eines pittoresken Postkartenanblicks) sich in der Peripherie nahezu jeder größeren Stadt auf der ganzen Welt finden und daher schwerlich als besondere Aggressivität der Chinesen gegen die Tibeter gewertet werden können. Die Behauptung Franz Alts, es solle “bis zum Jahr 2000 der wichtigste religiöse Ort Tibets [gemeint ist der Tempelbezirk um den Jokhang, d. A.] in ein chinesisches Einkaufszentrum umgewandelt werden“, ist barer Unsinn. Die tatsächlich kulturhistorisch wertvollen Bauwerke und -ensembles stehen längst unter Denkmalschutz, Jokhang und Potala sogar unter dem besonderen Schutz der UNESCO.

Die vor dem Hintergrund der maroden Bausubstanz des “historischen Lhasa“ dringend notwendige Sanierung ganzer Straßenzüge wird diffamiert als besonders perfider Versuch – O-Ton Dalai Lama –: “buchstäblich jeden Aspekt der tibetischen Kultur und Identität auszulöschen“. Jeder Ansatz eines schonenden und respektvollen Umganges mit historischer Bausubstanz (die ihn der Regel so “altehrwürdig“ gar nicht ist, da die Häuser der Altstadt ihrer Anfälligkeit wegen auch vor dem Einmarsch der Chinesen laufend erneuert werden mußten: die Mehrzahl der vermeintlich historischen Gebäude rund um den Jokhang – wie Harrers Kampagne suggeriert: 1300 Jahre alte Bausubstanz – stammt tatsächlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) wird verleumdet, desgleichen jeder Ansatz zur originalgetreuen Wiederherstellung nicht zu erhaltender Bauten (entgegen anderslautender Behauptungen waren sämtliche der 1995 zum Abriß vorgesehenen Bauten um den Jokhang in nicht restaurierbarem Zustand, die meisten aufgrund fortgeschrittener Baufälligkeit und/oder Beschädigung [auch durch Erdbeben] nicht mehr bewohnbar). Wenn Harrer meint, es sei die chinesische Kulturpolitik der 1990er allemal “Dzüma, wie die Tibeter sagen: Fälschung, Augenwischerei“, so fällt dieses Verdikt auf ihn selbst und seine (zumindest in Hinblick auf die Altstadtsanierung Lhasas) an den Haaren herbeigezogene Propaganda zurück.
Die exiltibetische Gemeinde hat sich bis heute gegen jede kritische Beleuchtung der Geschichte des “alten Tibet“ mit aggressiver Vehemenz verwahrt. Selbst und gerade vorzüglich recherchierte Arbeiten wie die Melvin Goldsteins oder Tom Grunfelds, gegen die methodisch nichts eingewandt werden konnte, führten zu keinerlei Zugeständnis: in unüberbietbar ignoranter Manier wurden sie durchwegs als kommunistische Propaganda diffamiert und damit vom Tisch gefegt. Wie Goldstein schreibt, scheine man zu glauben, “daß alles was die tibetisch-nationalistische Rhetorik, die aus Dharamsala oder von Tibetischen Support-Gruppen stammt, kritisiert oder ihr widerspricht, pro-chinesisch sein muß“. Sogar der in erster Linie religionswissenschaftlichen (und damit politisch völlig uninteressanten) Arbeit von Herbert und Mariana Röttgen (Trimondi/Trimondi) wurde unterstellt, sie diene ausschließlich den Interessen Beijings; wenn sie nicht gar von den Chinesen finanziert worden sei. Es steht anzunehmen, daß man auch die vorliegende Arbeit zu diskreditieren sucht mit Hilfe des idiotischen Arguments, jede Kritik am Dalai Lama affirmiere per se die chinesische Militärdiktatur.

aus: Colin Goldner: Dalai Lama. 1. Auflage, Aschaffenburg 1999. (ohne Quellen in den Fußnoten)

zum Nachlesen: Gottkönig

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Buddhismus – alles Liebe oder was?

  1. Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt und kommentierte:
    Buddhismus

    Verfasst von walterfriedmann | 16 Januar, 2014, 3:40 am

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  1. Pingback: Kirche heute, 18. Januar 2014 | Christliche Leidkultur - 18 Januar, 2014

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