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Armut, Ausgrenzung, Behörden, Europa, IQ, Jobcenter, Partei-Einheitsbrei, Uni, Verblödungsmedien

Wissenschaftlich festgestellt Hartz IV total sinnlos

Arbeitslosigkeit durch Hartz-IV-Reform nicht gesunken

Beitrag der Hartz-IV-Reform zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit in Deutschland insgesamt außergewöhnlich niedrig

Hartz IVDie Hartz-IV-Reform des Arbeitsmarkts ist eine der politisch umstrittensten Reformen, die seit der Wiedervereinigung in der Bundesrepublik durchgeführt wurden. Mit ihr werden Gefährdungen des Lebensstandards bis hin zu Armut verbunden. Gleichzeitig konnte die Bundesrepublik ihre Arbeitslosenquote über die letzten Jahre so stark senken wie fast kein anderes Land in Europa oder der OECD. Welche Rolle spielen die Hartz-Reformen in dieser Erfolgsgeschichte? Eine aktuelle Veröffentlichung von Juniorprof. Dr. Andrey Launov und Univ.-Prof. Dr. Klaus Wälde von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zeigt, dass die Hartz-IV-Gesetze de facto keinen erwähnenswerten Beitrag zur Reduktion der Arbeitslosigkeit lieferten. Gleichzeitig waren die anderen Reformen, Hartz I bis Hartz III, umso hilfreicher.

Seit Jahrzehnten nutzen Regierungen Arbeitslosenunterstützungen als ein wichtiges Instrument zur Regulierung des Arbeitsmarkts. Viele Ökonomen haben in der jüngeren Vergangenheit argumentiert, dass zu hohe Arbeitslosenunterstützungen in den meisten europäischen Ländern zu starren und ineffizienten Arbeitsmärkten geführt haben. Sie vermindern den Anreiz für Arbeitslose, sich um neue Stellen zu bemühen und führen zu hohen und persistenten Arbeitslosenquoten, so das Argument. Zwischen Anfang der 1990er und den frühen 2000er Jahren stieg die Arbeitslosenquote in fast allen großen europäischen Volkswirtschaften auf die Marke von über 10 Prozent. Einige europäische Regierungen haben darauf mit verschiedenen Arbeitsmarktreformen reagiert. Die Kürzung der Arbeitslosenunterstützungen wurde dabei, wie zu erwarten war, zu einem Herzstück der Reformen.

Deutschland unterschied sich nicht sehr von seinen europäischen Nachbarn. Zwischen 2003 und 2005 wurden die Hartz-Reformen des Arbeitsmarkts durchgeführt, darunter auch die Hartz-IV-Reform im Jahr 2005, die die Arbeitslosenhilfe für die Mehrzahl der Erwerbstätigen verringerte. Durch diese Reform wurde auch die Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld verringert. Während die Regierung mit Hartz IV eine Reduktion der Arbeitslosigkeit anstrebte, bestand gleichzeitig die Gefahr, dass die am wenigsten sozial Geschützten, wie beispielsweise die Langzeitarbeitslosen, nach der Reform finanziell noch schlechter dastehen würden. In der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit hatte die Reform tatsächlich sehr schnell ein negatives Image bekommen. Hartz IV wurde weitgehend als „das Ende des Sozialstaats“ und als primär nachteilig für die Arbeitnehmerschaft empfunden.

Eine Studie von Juniorprof. Dr. Andrey Launov und Univ.-Prof. Dr. Klaus Wälde, die jetzt im renommierten Fachmagazin International Economic Review veröffentlicht wurde, beschäftigt sich detailliert mit den verschiedenen Auswirkungen der Hartz-IV-Reform. Es werden sowohl die gesamte Volkswirtschaft als auch die Implikationen für die verschieden Beschäftigungsgruppen untersucht. Diese Studie zeigt, dass der Beitrag der Hartz-IV-Reform zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit in Deutschland insgesamt außer-gewöhnlich niedrig war. Tatsächlich führte Hartz IV zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um weniger als 0,1 Prozentpunkte.

Der Grund dafür liegt in den tatsächlichen Änderungen der Lohnersatzleistungen durch die Reform. Der Anreizeffekt durch niedrigere Lohnersatzleistungen während einer Langzeitarbeitslosigkeit ist für gut ausgebildete Arbeitnehmer sehr gering. Diese Beschäftigtengruppen finden neue Stellen, lange bevor die Unterstützungskürzungen durch Hartz IV auf sie zukommen. Daher ist Hartz IV für diese Gruppe im Wesentlichen unbedeutend. Für geringer qualifizierte Arbeitnehmer, die den größten Teil der Langzeitarbeitslosen ausmachen, ist der Unterschied zwischen ihren Unterstützungsleistungen vor Hartz IV (Arbeitslosenhilfe) und nach Hartz IV (Arbeitslosengeld II) oft zu gering, um sich tatsächlich auszuwirken. Objektive Schwierigkeiten mit der Vermittelbarkeit solcher Arbeiter reduzieren die Effekte der Reform auf die Reduktion der Arbeitslosigkeit noch weiter.

Die Reform hat in den neuen Bundesländern einen stärkeren Effekt auf den Arbeitsmarkt erzielt als in den alten Bundesländern. Jedoch waren die Auswirkungen in den neuen Bundesländern nicht in dem Ausmaß, wie man es anfänglich erwartet hatte.

Wie ist dann aber der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik seit Einführung der Hartz-Reformen zu verstehen? Wie aktuelle Forschungen von Launov und Wälde zeigen, liegt der Erfolg vielmehr in Hartz I bis III begründet. Dabei sticht insbesondere die Reform der vormaligen Bundesanstalt und jetzigen Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Einrichtung von Jobcentern, die Einführung einer einzigen Kontaktperson für einen Arbeitslosen, die Reduktion der Anzahl der Arbeitslosen pro Arbeitsvermittler in den Jobcentern und weitere Maßnahmen von Hartz III führten zu einer Reduktion der Arbeitslosigkeit um 1,3-2 Prozentpunkte. Die Reform der Vermittlungsbehörde war also etwa vier- bis fünfmal effektiver als die Reduktion der Lohnersatzleistungen. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler Launov und Wälde kommen zu dem Schluss, dass zwar Reformen des Arbeitsmarkts dringend geboten waren, es aber entscheidend ist, wie man eine Reform genau gestaltet. „Auf verteilungspolitisch schwierige Bestandteile wie eine Reduktion der Lohnersatzleistungen kann dabei offenbar verzichtet werden“, so die beiden Ökonomen.

Veröffentlichung
Andrey Launov, Klaus Wälde, Estimating Incentive and Welfare Effects of Nonstationary Unemployment Benefits, International Economic Review,DOI:10.1111/iere.12032
 
Univ.-Prof. Dr. Klaus Wälde
Volkswirtschaftslehre, insbes. Makroökonomik
Abt. Wirtschaftswissenschaften
Fachbereich 03 – Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität
Juniorprof. Dr. Andrey Launov
Ökonometrie
Abt. Wirtschaftswissenschaften
Fachbereich 03 – Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität
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Diskussionen

7 Gedanken zu “Wissenschaftlich festgestellt Hartz IV total sinnlos

  1. Dazu braucht man doch keine „Wissenschaft“…..wenn das überhaupt eine Wissenschaft ist?

    Aber Arbeitsplätze wurden doch jede Menge geschaffen, in der Hartz IV – Verwaltung…

    Verfasst von Tommmm | 12 Dezember, 2013, 12:40 pm
  2. Reblogged this on Treue und Ehre.

    Verfasst von Runenkrieger11 | 12 Dezember, 2013, 9:00 am
  3. Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:

    Man darf auch aus der Job-Center-Betreuung, welches ja eine Tochter der BRD-Denke und der Politiker, die da ausgesourct wurden, eigene Unternehmen darstellen, wie auch die Verhandlungen vor Gerichten, mit Politikern in verfassungsrechtlicher Hinsicht, an zweifeln, weil diese Politiker verwandschaftliche Besziehungen in den Kommunen und an den Schaltstellen haben, um da das Sozialrecht zu beuteln!
    Siehe Klageabweisung vor Sozialgericht und Brechen des Sozialrecht, angeblich, weil Job-Center gut gearbeitet!
    Aber zu Beurteilen, wer was machen kann, machen belesene Mitarbeiter, mit Auflagen zu sparen und Leistungen zu verweigern, wie auch Gutachter – Schreiben von der ARGE und den Jobcentern aus Händen von pipapo-belesenen Mitarbeitern kommen, wo die Bürgermeister nur Arbeitgeber, nicht aber Diplomierte und durch Testate abgenommene Anerkennungen der speziellen Begutachtungsrichtlinien aus Universitäten!
    So kann ein Gutachten der Heinrich – Heine Universität, gebrochen werden, wenn es Professor …., schrieb, durch die Anwendung der häufig verlogenen Aussagen und Gutachten der Job-Center-Mitarbeiter!

    Beispiel, meint ein Richter des Verwaltungs-Gericht, es gelten Gesetze, wie das Obdachlosen – Gesetz!
    So aber keine der Gerichte, der Stadtverwaltung legt das Gesetzz aus, wie das es auch Anwendung finden kann, weil das Job-Center gar keine Obdachlosen führt, sondern da nur Bedarfsfälle und deren Unterkunft als Wohnung und auch Habe betrachtet!
    Schon komisch, wenn die Sozialarbeiter lügend, meinen, Küche und Wäsche sei vorhanden, aber Benutzung und die tägliche Versorgung noch schlimmer als in einer Haltestelle sind, so die Meinung der Richter sei es dem Obdachlosen zu zumuten, in der Einrichtung der städtischen Wohnheime zu leben!
    So ist es nur dem Verhalten der Obdachlosen zu verdanken, das die Quelle der Lügen und Schmierung, des Amtes, die Bestechung im Amt und da auch die Gerichte des Arbeitgeber BRD sich auch der Menschenrechte veranworten müssen, die sie brechen durch die Vergewaltigung der Sozialrechte eines Menschen, der da tatsächlich Hilfe brauchte!

    Sie, die allen Systewmlimge, sie machen sich nicht nur des Rechts-Bruch schuldig, sondern machen sich selbst als Mitwisser und Hehler auch noch selber zu Dieben, weil Immunität nur so weit reicht, als sie nicht auffallend besser leben, als die Merkel oder andere, die den Reichtum verstecken!

    Also, wo gibt es das Obdachlosen-Gesetz, was der Richter im Verwaltungsstreit Tessarz ./. Stadtverwaltung Düsseldorf führte, und warum werden in der BRD GmbH nicht die Obersten Gerichte aufgeklingelt, gegen die Anwendung nichtiger Gesetze vor zu gehen?

    Sie sind allesamt auch nur dem Rechtsbeugendem, dem Dieb der Menschenrechte verpflichtet! Siehe, wer in der BRD Richter sein darf, wer in der ARGE vor Gericht aussagen darf und wer aus der ARGE und dem Job-Center jemanden beurteilen darf!
    Das ist auch schon ganz gegen alle Gerichtsbarkeit, wenn jeder Mensch vor dem Gesetz gleich ist!

    Glück Auf, meine Heimat! (Im Übrigen, mit dem neuen Erbrecht, werden die Kommune und die Mitarbeiter zu Erben der verstorbenen Obdachlosen – siehe die Testamente und auch Verpflichtungen das Habe zu versiegeln oder aufzubewahren, bis der tatsächliche Erbe durch Sterbeurkunde gefunden und ausgeschrieben wurde!

    So kassieren sie Renten und auch Leistungen noch Jahre, bis dann die Toten abgemeldet wurden)

    Verfasst von Senatssekretär FREISTAAT DANZIG | 12 November, 2013, 6:31 am
    • Ich hab das mal etwas entzerrt, damit sich das besser liest. Ja da gibt es viel zu tun um wieder Recht und Ordnung zu schaffen. Ich erinnere nur an den Richter der sich vor seinesgleichen ekelte.

      Verfasst von monopoli | 12 November, 2013, 4:25 pm

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