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England filtert Internet

Großbritannien filtert esoterische Webseiten

Zensur esoterische WebseitenUnter dem Vorwand „Kinder und ihre Unschuld“ (Cameron) schützen zu wollen, führt Großbritannien zum Ende diesen Jahres Internet-Filter ein, die diverse Webseiten blockieren und etwa 95 Prozent aller britischen Internet-Nutzer betreffen werden. Zu den gefilterten Inhalten zählen dabei neben Pornografie, Gewalt und Terrorismus auch „esoterische Inhalte“. Was dies genau beinhaltet, ist derzeit nach Aussage der Open Rights Group noch unklar.

Internt-Zensur Light

Die Filter sind automatisch eingeschaltet, können jedoch vom Benutzer über einen LogIn beim Provider ausgeschaltet werden. Damit handelt es sich zwar nicht um echte Zensur, sondern um eine Art „Zensur Light“, die Datenschützer der Open Rights Group sind trotzdem sehr besorgt:

„Es ist klar, dass David Cameron will, dass die Menschen in die Zensur schlafwandeln. Es ist erwiesen, dass Benutzer meist bei den Default-Einstellungen bleiben: Das ist Teil der Nudge Theory und der „Choice Architecture“, die bei Cameron sehr populär ist. […] Das könnte leicht vermieden werden, indem Benutzern eine aktive Wahl eingeräumt wird – so wie es auch die Internet-Provider gefordert haben – also ohne Voreinstellungen, wodurch die Nutzer gezwungen wären, eine aktive Wahl zu treffen, ob sie einen Filter haben wollen, oder nicht.“

Genau das soll aber nicht passieren. Wer nicht informiert ist, oder technisch nicht versiert, dürfte Schwierigkeiten haben, die neuen Filter auszuschalten. So hofft die Regierung, die Filter bei einem Großteil der Bevölkerung dauerhaft im Einsatz zu haben.

Warum Esoterik?

„Diese Politik diskriminiert, marginalisiert und stigmatisiert kleine spirituelle Gruppen und alternative spirituelle Ansichten. Schon jetzt planen weitere Länder die gleichen ‚Pornwall‘-Filter einzusetzen und wir müssen jetzt handeln, um diesen Angriff auf unsere kollektive Spiritualität zu stoppen. Auf den Smartphones des britischen Prepaid-Anbieters Orange werden ‚esoterische Praktiken‘ oder Websites von ‚allgemein anerkannten Sekten‘ schon jetzt blockiert“, beschreibt eine Petition von Avaaz die aktuelle Situation.

Es ist in der Tat sonderbar, Esoterik in einer Kategorie mit Terrorismus, Pornografie und Gewalt wiederzufinden.

„Die Definition von ‚esoterischem Material‘ ist so breit, dass sie sich von Meditation, bis zu spiritueller Heilung und Chakren und allem dazwischen erstrecken kann. Und all das ist nun mit Pornografie, Gewalt und Selbstmord in einen Topf geworfen,“ kritisiert die Petition weiter.

Abzielen dürfte der Filter neben der selbstbestimmten Spiritualität auch auf die sogenannten „Verschwörungstheorien“, die sich oft mit esoterischen Themen überschneiden.

Die Glaubensfreiheit und freie Meinungsäußerung ist durch den Filter nicht eingeschränkt, da er ja ausgeschaltet werden kann, so die offizielle Position. Faktisch dürfte die Einführung des Filters aber durch Trägheit und mangelnde technische Versiertheit dazu führen, dass der Filter langsam in die Normalität übergeht und sich auch die Einordnung der Esoterik in den Bereich der „gefährlichen Websites“ kollektiv festsetzt. Allein die Tatsache, dass die Zensur von Inhalten normal wird, hält die Open Rights Group schon für bedenklich: „Die Implikation ist, dass die Filterung gut ist, oder zumindest harmlos, für jedermann, ob Erwachsener oder Kind.“ Ist diese Ansicht allgemein akzeptiert, wäre das der erste Schritt in Richtung einer Internet-Zensur.

Internetsperren in Deutschland

In Deutschland scheiterte die Errichtung von Internetsperren in letzter Minute an den breiten Protesten der Öffentlichkeit. Über 134.000 Menschen unterzeichneten im Jahre 2009 eine Onlinepetition an den Bundestag, die sich gegen den Gesetzesvorschlag der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) aussprach. In zahlreichen Städten fanden Demonstrationen statt.
Im Jahre 2011 hob das Parlament schließlich das „Zugangserschwerungsgesetz“ wieder auf. Damit trat das entsprechende Gesetz zur Errichtung von Internetsperren außer Kraft.

Verschiedene Politiker wie etwa der CSU-Rechtsexperte Norbert Geis wollen nun aber auch in Deutschland wieder Filter nach britischem Vorbild einführen.

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Diskussionen

2 Gedanken zu “England filtert Internet

  1. Reblogged this on Treue und Ehre.

    Verfasst von Runenkrieger11 | 10 Dezember, 2013, 5:27 pm

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