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Poststraße
Armut, Brandenburg, Sachsen-Anhalt

Das Lied von der vergessenen Lausitz

Thomas Batzdorfer oder Batza, wie ihn viele nennen ist ein Liedermacher aus der Lausitz. Der Reinhard May des Ostens, wie ein Redakteur des ORB ihn mal betitelte. Seine Texte sind ehrlich und gehen tief rein, die Melodien kommen aus der Seele. Der gelernte Agrotechniker, Meister der Pflanzenproduktion und umgeschulte EDV-Sachbearbeiter und ehemalige Buchhalter im Lebensmittelhandel und in Baubetrieben ist wohl einer der viele sprichwörtlich flexiblen Menschen die dieses wunderschöne Land besiedeln und nur ein Beispiel für die Kreativität der Menschen hier, die trotz aller Desillusion nicht aufgeben.

Ihr ehemaliger Volksbesitz gehört heute:

  • Vattenfall Europe Mining & Generation (Cottbus/Brandenburg)
  • ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (Eisenhüttenstadt/Brandenburg)
  • BASF (Schwarzheide/Brandenburg)
  • Deutsche Bahn AG (Niederlassung Cottbus/Brandenburg)
  • Bombardier Transportation (Bautzen/Sachsen)
  • Bertelsmann Group (Cottbus/Brandenburg)
  • Tenova TAKRAF (Lauchhammer/Brandenburg)
  • Siemens Turbinenwerk (Görlitz/Sachsen)
  • Vestas (Lauchhammer/Brandenburg)
  • Intier der Magna International (Finsterwalde/Brandenburg)
  • SVZ Schwarze Pumpe (Spremberg/Brandenburg)

Vielleicht fällt es ihnen ja auf das nichts davon heute den Ossis gehört, die doch verfassungsrechtlich fair an dem Vermögen der DDR beteiligt werden sollten. Und das ist nicht nur ein Lausitzer Phänomen, das ist überall so, im ganzen Osten.

Seit 22 Jahren redet man den Ossis ein, das die völlige Enteignung der Ossis vom Volksvermögen demokratisch und legitim gewesen sei? Aber auch einige der enteignete Wessis wurden von der Bundesregierung 1990 automatisch zum zweiten Mal enteignet. Legitim ist das, was die derzeit herrschende Regierung per Gesetz für legitim erklärt, natürlich unter Ausschluss der rechtmässigen Besitzer.
Insofern hat diese Regierung Diebstahl in einem Umfang legitimiert, der wahrlich unvorstellbar ist, zum Nachteil
der eigentlichen Besitzer, von denen nicht weniger die in den Arbeitsämtern Schlange stehen.

Freistaat Lausitz a moll

1. Südlich der Oder zwischen Elbe und Neiße an der Republik östlichstem Rand
da liegt ganz einsam von Vielen vergessen: Deutschlands 17. Bundesland
es ist der Freistaat Lausitz, der hier in Frieden ruht
und sich wohl selbst wach küssen muss, weil’s kaum ein Andrer tut.

2. Abgeschnitten von der Außenwelt die man Wirtschaftsförderung nennt
wurde allzu regungslos hier schon manches Jahr verpennt
man bereist den Freistaat Lausitz Leute wichtig und bekannt
um sich zu präsentieren, ganz selbstlos im Entwicklungsland.

3. „Bla bla bla mir schaffe dass“ und „viel ist schon geworden“
so blubbern sie es ins Mikrofon und wolln dafür nen Orden.
man benutzt den Freistaat Lausitz um sich zu profilieren
vergibt Aufträge ins Heimatland und lässt sich dafür schmieren.

4. Der größte Teil der Industrie besteht hier aus Sozial- und Arbeitsamt
den Rest hat man einst platt gemacht zwecks Konkurrenz im eignen Land
man braucht den Freistaat Lausitz nur als großen Markt
für Waren made in weiter drüben, wo man sich kaum beklagt.

5. Wer das Arbeiten noch nicht verlernt der zieht nach j w d
dort kann man sich sein Geld noch selbst verdienen hats pünktlich im Portemonnaie
man lässt den Freistaat Lausitz vergreisen mehr und mehr
nur alte Leute sterben oft und vermehr´n sich nicht so sehr.

6. Nur wer daran was ändern will sollte uns besuchen
es wär noch ne Menge Geld zu investiern im rosinenlosen Kuchen.
man muss den Freistaat Lausitz schnellstens reanimier´n
und wenn das Herz schwach wieder schlägt nachhaltig therapier´n.

7. Südlich der Oder zwischen Elbe und Neiße an der Republik östlichstem Rand
da liegt ganz einsam von Vielen vergessen: Deutschland 17. Bundesland
es ist der Freistaat Lausitz der hier in Frieden ruht
und sich wohl selbst wach küssen muss, weil’s kaum ein Andrer tut.

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Über monopoli

Nobody rules us but we ourselves.

Diskussionen

4 Gedanken zu “Das Lied von der vergessenen Lausitz

  1. Tja, die wurden so erzogen,……es sind eigentlich arme Schweine….

    Verfasst von Tommmm | 2 Dezember, 2013, 7:01 pm
  2. Die Westdeutschen wurden nicht erneut enteignet. Das war ja die Krönung auf die Verbrechen der Treuhand: den Westdeutschen wurde ihr Besitz zurückgegeben und die Ostdeutschen, die darin wohnten, saßen auf der Straße. Als ob die Westdeutschen sich nicht längst eine andere Identität und Besitz im Westen erarbeitet hatten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Millionen Menschen ihren Besitz los, das ging von Ostpolen bis Mitte Frankreich. Wenige haben ihren Besitz zurück gefordert, viele haben mit einem weinenden Auge das Schicksal als gegeben genommen und sich an einem neuen Wohnort eingelebt.
    Aber Westdeutsche interessiert ja nicht, was mit Anderen passiert durch ihr Handeln. Wenn sie zu etwas in der Lage sind, dann machen sie das auch, frei nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. Hauptsache, sie hatten ihr Eigentum zurück, dass der ganze Osten verarmt ist und die Menschen ohne Unterkunft verloren waren, das schert sie nicht.

    Verfasst von monopoli | 8 Januar, 2012, 6:05 pm
  3. Ehemaliger Rostocker Volksbesitz (Auswahl)

    VE Bau-und Montagekombinat Industrie-und Hafenbau 1992/93 als Ihab durch „Unternehmer“ Tesenfitz in die Pleite gewirtschaftet
    VE Wohnungsbaukombinat Rostock Nach der „Privatisierung“ als Teil der Elbo-Gruppe in die Pleite
    VE Ingenieur-und Tiefbau-Kombinat Rostock nach Privatisierung in die Pleite
    VEB Bagger-, Bugsier und Bergungsreederei, 1992/93 nach Privatisierung durch niederländische und westdeutsche Investoren in die Pleite
    VEB Jugendmode Rostock, 1991 von der Treuhand abgewickelt
    VEB Bau Rostock Land, nach Privatisierung als Rola Bau GmbH in die Pleite

    VEB Warnowwerft Warnemünde,nach der Wende Teil der DMS AG, eine Holding ostdeutscher Schiffbaubetriebe. 1991 Verkauf an Kvaener und aufwändige Modernisierung, in den 2000ern Weiterverkauf an Aker,von Aker an russische „Investoren“ Burlakov und Jussofov verkauft. 2009 als Teil der Wadan-Gruppe in die Insolvenz,nach „Rettung“ im Rahmen des Insolvenzverfahrens Verkauf an den „neuen“ Russen Jussofov. Verlust von 800 Arbeitsplätzen von 1200 die es 2008 noch gab.

    VEB Schiffswerft Neptun Rostock, nach der Wende Teil der DMS AG, 1991 an Vulcan- Gruppe verkauft. Einstellung des Schiffsneubau´s im selben Jahr.
    1993/94 im Rahmen der Vulcan-Pleite in die Insolvenz.
    1996/97 Kauf durch die Meyer-Werft Papenburg, im Lauf der nächsten Jahre Aufgabe des Standortes Rostock und Neuansiedlung in Warnemünde. Zunächst als Reparaturbetrieb tätig erfolgt inzwischen wieder der Neubau von Flußfahrgastschiffen und Spezialtankern.

    Zu erwähnen ist daß beide Großwerften bis zur Einheit zusammen rund 10000 Menschen beschäftigten, geht man von jetzt noch rund 1000 Arbeitsplätzen in beiden aus macht das einen Arbeitsplatzverlust von 90% .

    VEB Dieselmotorenwerk Rostock, nach der Wende Teil der DMS AG,1991 Verkauf an die Vulcan-Gruppe, 1993/94 mit dieser in die Pleite. Erneute Privatisierung im Zuge der Insolvenz und endgültige Pleite.
    Kauf des Werksgeländes in Warnemünde durch Caterpillar, Wiederaufnahme der Motorenproduktion Ende der 90er.

    Von den ehemals in Rostock ansässigen Betrieben existieren neben den ehemaligen Großwerften noch die Werft in Gehlsdorf(Jachtbau), der Seehafen Rostock(an israelisch/britische Investorengruppe verkauft),die DSR-Gruppe(an Hamburger Kaufleute verkauft), Aida Cruises(ex DSR-Gruppe,von dieser an Finanzinvestoren aus den USA verkauft).

    Betriebe wie die Fischereiproduktions-Genossenschaft Warnemünde,das Fischkombinat Rostock, Baumechanik Nord,das Backwarenkombinat,die Molkerei, das Instandhaltungskombinat Nord und das LIW verschwanden wie der VEB Jugendmode entweder gleich nach der Einheit oder wenige Jahre später völlig.

    Dazu kommen noch Arbeitsplätze in Behörden, Schulen, Einrichtungen von Polizei und Feuerwehr sowie in Militärstandorten die in den Jahren nach der Wende durch Personalabbau oder Schließung von Einrichtungen verloren gingen.

    Der Arbeitsplatzabbau ging von wenigen spektakulären Aktionen wie bei den großen Werften geräuschlos und ohne größeres Murren über die Bühne.

    Übergangsfristen, einen geordneten Strukturwandel wie in der westdeutschen Montanindustrie oder eine jahrzehntelange Subventionierung wie in der Landwirtschaft gab es bei der Mehrzahl der Betriebe nicht.

    Und auch keine medienwirksamen Kanzlerbesuche angeschlagener Betriebe wie der Schröder-Besuch bei Holtzmann im Jahre 2002.

    Einzige Ausnahme: Die Wadanpleite 2009.

    Allerdings waren im Herbst 2009 auch Bundestagswahlen,genau wie 2002.

    Verfasst von hansstoll | 2 Januar, 2012, 7:39 pm

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