//
Poststraße
Medizin, Monopole, Weltweit, Wissenschaft

Indien – das Paradies der Pharmaindustrie

Im Paradies der Pharmaindustrie

Quelle: CGB – Coordination gegen Bayer-Gefahren
Arme Schlucker in Indien

Laxmi Bai mit dem Bild ihres verstorbenen Ehemanns

Die großen Pharmafirmen haben das perfekte Land für ihre Medikamentenstudien gefunden: Indien.
Das spart Geld – aber es kostet Leben.

Immer mehr Pharma-Studien werden nach Indien verlagert. Die Zahl der Geschädigten nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im Zeitraum von 2007 bis 2010 starben 1.600 Inder/innen bei klinischen Studien, allein 138 bei Tests der Firma BAYER. Da die Daten auf Angaben der Pharmafirmen basieren und keine unabhängigen Kontrollen durchgeführt werden, dürften die tatsächliche Zahlen weit höher liegen.

Die Todesfälle sind zum Teil auf Vorerkrankungen der Probanden zurückzuführen, z.B. Krebs. Offiziell wurden aber im vergangenen Jahr 22 Fälle tödlicher Nebenwirkungen bestätigt, darunter vier bei Studien für das Thrombosemittel Xarelto von BAYER (Wirkstoff Rivaroxaban). Da die Daten auf Angaben der Pharmafirmen basieren und keine unabhängigen Kontrollen durchgeführt werden, dürften die tatsächliche Zahlen weit höher liegen. BAYER hat den Hinterbliebenen der Xarelto-Opfer Entschädigungen von durchschnittlich 5.250 Dollar gezahlt.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat in einem Offenen Brief an den BAYER-Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers Aufklärung verlangt. In dem Schreiben heißt es: „Wir fordern Sie auf, alle relevanten Daten zu klinischen Studien in Indien in den vergangenen fünf Jahren offen zu legen“.
Die CBG fragt u.a. nach Zahl und Dauer der Studien, den untersuchten Medikamenten, den beauftragten Subunternehmen sowie nach der Häufigkeit von Nebenwirkungen und Todesfällen.

Neon greift in seiner aktuellen Ausgabe eine Kampagne der CBG auf. Der Autor dokumentiert mehrere Todesfälle, die in der indischen Stadt Bhopal durch Medikamenten-Versuche westlicher Konzerne verursacht wurden – ausgerechnet am Bhopal Memorial Hospital & Research Centre, das zur Behandlung der Opfer der Giftgas-Katastrophe von 1984 errichtet wurde.

Unter dem Vorwand einer Schutzimpfung landete ein zwei Tage altes Baby in einer Medikamentenstudie. Die beinahe tödlichen Nebenwirkungen schiebt der behandelnde Arzt auf die falsche Seife. Unser Autor Felix Hutt hat herausgefunden, warum Indien das Paradies für die Pharmaindustrie ist.

Die Teilnehmer an diesen Menschenversuchen werden nicht über die Risiken aufgeklärt. Sie erfahren noch nicht einmal, dass sie an klinischen Studien teilnehmen.

Der elfseitige Artikel dokumentiert Versuche der Firmen AstraZeneca, Pfizer und GlaxoSmithKline. Zur Rolle des BAYER-Konzerns heißt es: Bayer zahlte in fünf Fällen jeweils 250.000 Rupien, das sind etwas mehr als 3.500 Euro pro Verstorbenem. Ärzte werden nicht bestraft, weil es dafür kein Gesetz und keinen Strafenkatalog gibt, und ihre Opfer ziehen nicht vor Gericht weil Anwälte teuer sind.

Zur Zahl der Todesfälle heißt es: Dr. Chandra Gulhati hält die Zahl der 1722 Toten für viel zu niedrig. „Es sind viel mehr, weil die meisten Toten gar nicht gemeldet werden“, sagt er. „Die Ärzte schreiben sie als normale Tote ab. Die Angehörigen wissen gar nicht, dass ihre Verstorbenen Teil einer Studie waren. Es wird nicht ermittelt und es finden keine Obduktionen statt, um die Todesursache festzustellen. Und selbst wenn: Einen Anwalt können sich die Opfer natürlich auch nichtleisten“.

Und der Markt ist riesig. Nach Recherchen von Neon finden in Indien derzeit 1.900 Studien mit 150.000 Probanden statt. Westliche Unternehmen zahlten hierfür im vergangenen Jahr rund eine halbe Milliarde Euro. Bis zu 60% der Kosten für ein neues Medikament lassen sich sparen, wenn die Studien in Schwellenländer ohne staatliche Kontrollen verlagert werden. Indien ist da offenbar das Paradies für die Pharmaindustrie.

Wir alle sind Inder

Uns Deutsche verbindet so einiges mit Indien, denn es sieht ganz so aus, als stamme die wahre germanische Mythologie, Märchen, Legenden, Traditionen, Rituale, die Edda usw. ursprünglich aus Indien, vielleicht betrifft das sogar die gesamten indoeuropäischen Überlieferungen. Wir haben sie nur weiter entwickelt, verändert, eingefärbt und uns von ihrem Ursprung entfernt bis wir ihn im Laufe der Zeit völlig vergessen haben.
Doch vor vielen tausend Jahren wanderten Menschen aus Indien bis nach Europa um hier als als Germanen, als Balten oder als Slawen sesshaft zu werden. Diesem Subkontinent mit seinem gewaltigem Gebirgsmassiv, seinem überaus fruchtbaren Tälern und seinen heiligen Flüssen haben wir Europäer ganz sicher verschiedene Mutationen unserer Genetik zu verdanken. Und wir haben ihnen auch Rinder und Hühner zu verdanken, ihre Domestikation fand in Indien statt. Die europäische Y-DNA der dominante Haplogruppe R ist von Griechenland bis Portugal, von Sizilien bis Schweden verbreitet und der gemeinsame Vorfahre dieser ganzen europäischen Gruppe könnte sich in der indischen Bevölkerung befinden, d.h. wenn man sie nicht vorher um die Ecke bringt.
Wir können momentan nur schätzen, welchen Einfluss sie auf die Zivilisationen der Antike gehabt haben, aber er muss in jedem Fall sehr viel größer gewesen sein als bislang angenommen. Indien ist durchaus ein absolut ernsthafter Kandidat als Urheimat und Ursprache aller modernen Nachfahren der Indoeuropäer, einschliesslich der Kelten und Griechen. Nur in diesem Land kann das Rätsel unserer Herkunft gelöst werden, und ausgerechnet Bhopal könnte dafür besonders wichtig sein. Wir alle sind also in gewisser Weise auch Inder.
Diese uralte Kultur hat uns so viel zu geben, es ist die Heimat von Ayurveda, von Akkupunktur und von Yoga. Die Indische Gesundheitsmedizin ist eine der ältesten, wenn nicht die älteste der Menschheit. Gesundheit im umfassenden Sinne (Swastha) der indischen Lehre bedeutet mehr als das bloße Freisein von Krankheit, es ist eine Medizin von der wir alle profitieren.

Medizin für die Welt

Retten sie Leben und helfen sie dem CGB seine kritische Arbeit fortzusetzen.

Retten sie Leben und helfen sie dem CGB seine kritische Arbeit fortzusetzen.

Gleichzeitig versuchen die Konzerne, so auch Bayer auch die Produktion von Generika gerichtlich zu verhindern. Indien ist weltweit ein überaus wichtiger Lieferant für billige Medikamente die vor allen Dingen in Dritte Welt Länder exportiert werden. Diese Medikamente können in Indien zwangslizensiert werden, was den Pharmafirmen, die ihre Medikamente teuer verkaufen wollen, natürlich nicht gefällt.
Sie begründen das permanent mit hohen Entwicklungskosten, doch die Wahrheit sieht oft anders aus.

Erklärung zum Begriff Generika:

Als Generika bezeichnet man ein Arzneimittel, das eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter Markennamen auf dem Markt befindlichen Medikaments ist. Von diesem Originalpräparat kann sich das Generikum bezüglich enthaltener Hilfsstoffe und Herstellungstechnologie unterscheiden. Ein Generikum soll dem Originalprodukt in dessen beanspruchten Indikationen therapeutisch äquivalent sein, d. h., es muss ihm in Wirksamkeit und Sicherheit entsprechen.
Generika werden zumeist unter dem internationalen Freinamen (INN) des Wirkstoffes mit dem Zusatz des Herstellernamens angeboten. Daneben gibt es so genannte Markengenerika (branded generics), die patentfreie Wirkstoffe unter einem neuen Handelsnamen anbieten. Zumeist handelt es sich auch um reine Generika, jedoch weisen Markengenerika manchmal auch technologische Fortschritte zum Originalpräparat oder reinen Generika auf.
Generika sind in der Regel billiger als das Arzneimittel des Erstanbieters, da keine Forschungskosten anfallen und die Entwicklungskosten für ein Generikum sehr gering sind.

Der Gewinn ist so exorbitant hoch, das diese Unternehmen unter den Top200 der weltweit größten Konzerne zu finden sind. Und es sind immer die selben, die von den Opfern schweigend angeklagt werden.
So rangiert Pfizer auf Rang 32, Novatis auf Rang 62, AstraZeneca auf Rang 129, GlaxoSmithKline auf Rang 134, Bayer auf Rang 147 und Merck auf Rang 170 der weltweit größten Konzerne.
Offensichtlich lässt sich mit Medikamenten richtig viel Geld machen. Das erklärt auch, warum diese Medikamente bei uns so exorbitant teuer sind und unser Gesundheitssystem so unter den Kosten leidet. Vielleicht sollten unsere Krankenkassen auch mal ein paar Verträge mit Generika-Lieferanten abschliessen und es würde sicher auch einiges bringen, wenn sie NGO´s unterstützen, die die Macht dieser Konzerne in unser aller Interesse brechen.

Der konzernkritische CBG kämpft ums Überleben

Der CBG rettet Leben und daher unterstützen wir gerne seine Arbeit. Wenn sie sich beim CBG engagieren möchten, tun sie es nicht für uns, tun sie es für sich.
Die Existenz der Coordination gegen BAYER-Gefahren steht weiter auf dem Spiel. Sozialabbau und Wirtschaftskrise haben die Spenden in den letzten Jahren stark sinken lassen, bei ständig steigenden Kosten. Zugleich erhalten sie keinerlei Förderung aus staatlichen oder kirchlichen Quellen – der Preis einer konzernkritischen Ausrichtung.

Weitere Informationen zur Kampagne des CBG

Werbeanzeigen

Über monopoli

Nobody rules us but we ourselves.

Diskussionen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Archiv

NATO verlangt 2% des Haushaltes
für das Militär auszugeben,

das wären 65 Mrd. Euro jährlich
derzeitiger Militär-Etat: 36,6 Mrd.$
Militär-Etat USA 2015: 1839,53$
Militär-Etat Ger 2017:... 488,09$
Militär-Etat Rus 2015:... 466,44$
(Angaben pro Einwohner des Landes.)

Blog Stats

  • 887.297 hits
Follow monopoli on WordPress.com

Deutschland

Deutschland-DNA

RSS Pravdatvcom

  • Ein Fehler ist aufgetaucht - der Feed funktioniert zur Zeit nicht. Probiere es später noch einmal.

RSS Lausitzer KlimaCamp

  • Ein Fehler ist aufgetaucht - der Feed funktioniert zur Zeit nicht. Probiere es später noch einmal.
Werbeanzeigen
%d Bloggern gefällt das: